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Halloween-Einladung: Republikaner zeigen Obama als Zombie mit Kopfschuss

Es sollte ein lustiger Halloween-Scherz sein, jetzt ist die Empörung groß. Republikaner im US-Bundesstaat Virginia haben Barack Obama in einer Einladung als Zombie mit Schusswunde auf der Stirn gezeigt. Selbst Parteifreunden geht die Darstellung zu weit.

Hamburg - In Wahlkampfzeiten schenken sich Kontrahenten nichts - schon gar nicht in den USA, wo im kommenden Jahr ein neuer Präsident gekürt wird. Beim Wettlauf ums Weiße Haus sind die Republikaner des Loudoun County im US-Bundesstaat Virginia jetzt allerdings über das Ziel hinausgeschossen.

Laut einem Bericht des Blogs Too Conservative warb die Gruppierung mit einer Massen-E-Mail für ihre Halloween-Parade, die nun selbst in den eigenen Reihen für Unmut sorgt. Der Inhalt: eine Montage aus sieben Bildern, vermutlich aus dem Internet zusammengesucht. Vor allem ein Motiv erregt die Gemüter: das von Barack Obama als faulender Zombie.

Die rechte Gesichtshälfte des US-Präsidenten ist entstellt, sein rechtes Auge tritt hervor - und auf Obamas linker Stirnhälfte klafft ein blutendes Loch, das an eine Schussverletzung erinnert. Auch seine demokratische Parteifreundin Nancy Pelosi wird gezeigt. Ihr Gesicht ist ebenfalls verzerrt, mit großem Mund und riesigem Auge.

"Wir werden die Zombies mit klarem Denken, konservativen Prinzipien und einer Wagenladung von republikanischen Süßigkeiten vertreiben", zitiert die "Washington Post" aus dem begleitenden Einladungstext der Loudoun-Republikaner.

Nun ist die Empörung groß. "Abstoßend" und "widerlich" sind nur einige der Kommentare zu dem Bild des Präsidenten. Auch die Führung der Republikaner in Virginia findet die Darstellung Obamas alles andere als lustig. "Empörend" nannte der Parteivorsitzende Pat Mullins die Abbildung. Robert F. McDonnell, republikanischer Gouverneur von Virginia, ließ über einen Sprecher ausrichten, dass solche Aktionen nicht toleriert würden. Er habe immer für mehr Höflichkeit und Respekt in der Politik geworben.

Mittlerweile haben die Gescholtenen reagiert. Der Vorsitzende der Loudoun- Republikaner, Mark Sell, sprach von Satire und entschuldigte sich. Die Darstellung eines Gewaltverbrechens sei nicht beabsichtigt gewesen.

Wie Obama auf sein Zombie-Porträt reagiert hat, ist bisher nicht bekannt. Halloween feierte er in diesem Jahr ganz traditionell: Der US-Präsident verteilte mit seiner Frau Michelle am Tor vor dem Weißen Haus Süßigkeiten an Kinder.

heb

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insgesamt 69 Beiträge
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1. ....
sever 01.11.2011
Da haben wieder die Steinzeit-Republikaner ihre Menschenfresserfraze gezeigt! Amerika- ein zerbröselndes Imperium mit einem Minimum an moralischer Substanz!
2. Kein Aufreger.
niepmann 01.11.2011
Zitat von sysopEs sollte ein lustiger Halloween-Scherz sein, jetzt ist die Empörung groß. Republikaner im US-Bundesstaat Virginia haben Barack Obama*in einer Einladung als Zombie mit Schusswunde auf der Stirn gezeigt. Selbst Parteifreunden geht die Darstellung zu weit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,795162,00.html
Es ist doch nützlich, wenn die Reps auch auf diese Weise demonstrieren, wes Geistes Kind sie sind. Obama überzeugt nicht. Er ist nun mal ein Wallstreet-Mann wie sein anzer Hofstaat auch. Die Reps mögen übernehmen, und die US-Bürger mögen daraus Erfahrung gewinnen. Solange sie ihr Staatsgebiet nicht verlassen, ist alles ok. Die normalen Sauereien wie Protektionismus im Welthandel lassen sich eh nicht vermeiden.
3. Ohne Worte
Rübezahl 01.11.2011
Geschmacklos !
4. Ach ja, die braven Demokraten
indyreporter 01.11.2011
die vor kurzem ein Spiel herausgebracht haben, in dem man Tea-Party-Leute, bzw. Republikaner abschiesst und zerstueckelt. Das ist das Problem bei den Lefties, dass sie das, was sie anderen antun selber empoerend finden, wenn es ihnen geschieht.
5. Hmm...
Pacolito, 01.11.2011
Wenn die politische Kultur in den USA nicht so vergiftet wäre, könnte man vielleicht wirklich drüber schmunzeln. Aber es gibt ja mehr als nur einige Republikaner, die Obama für einen Moslem halten, denken, er hätte seine Geburtsurkunde fälschen lassen, er wäre Kommunist, Nazi oder gleich beides...und nicht wenige Amerikaner glauben ihnen... Zudem: Nach den vielen ermordeten US Präsidenten, ist eine Darstellung mit Einschussloch in der Stirn nochmal eine ganz besondere Geschmacklosigkeit.
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Obamas Sparpläne
Verteidigung
Die Verteidigungsausgaben sollen um 1,1 Billionen Dollar sinken. Bei dieser Summe handelt es sich um die derzeitigen Kosten für die Kriege im Irak und in Afghanistan. Aus dem Irak ziehen die US-Truppen in diesem Jahr nahezu komplett ab, aus Afghanistan bis 2014.
Gesundheitssystem
Die staatlichen Gesundheitsprogramme für Arme und Ältere, Medicaid und Medicare, sollen effizienter werden. Auch andere Hilfsprogramme werden auf Kürzungspotentiale geprüft. Obama erhofft sich dadurch Einsparungen von 580 Milliarden Dollar.
Reichensteuer
Höhere Steuersätze für Millionäre sowie der Wegfall von Vergünstigungen und Abschreibungsmöglichkeiten für Gutverdiener und Unternehmen sollen das Defizit in dem Zeitraum um 1,5 Billionen Dollar senken.
Zinskosten
Durch die geringere Neuverschuldung würden laut dem Weißen Haus die Zinskosten um 430 Milliarden Dollar zurückgehen.

fdi/dpa


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