Gaza - Zehntausende Palästinenser haben den Exilchef der radikalislamischen Hamas, Chalid Maschaal, bei seinem ersten Besuch im Gaza-Streifen begeistert empfangen. Der 56-Jährige war seit seiner Flucht im Alter von elf Jahren mit seinen Eltern aus dem Westjordanland das erste Mal überhaupt wieder in Palästina. Bei seinem Eintreffen kniete er nieder und küsste den Boden.
Der Besuch wurde als Zeichen der gestärkten Position der Hamas nach dem blutigen Konflikt Ende November mit Israel gewertet. Die Organisation hatte den Waffenstillstand als Sieg gefeiert, weil Israel auf eine angedrohte Bodenoffensive verzichtet hatte. An diesem Samstag wird der 25. Jahrestag der Hamas-Gründung gefeiert. Maschaal führte die Hamas zuletzt von Katar aus.
Maschaal kam aus Ägypten über den Grenzübergang Rafah in die Enklave, wo er vom Chef der dortigen Hamas-Regierung, Ismail Hanija, begrüßt wurde. Während des knapp dreitägigen Besuchs wollte Maschaal die Häuser des 2004 von Israel getöteten Hamas-Gründers, Scheich Ahmed Jassin, sowie des am 14. November von Israel getöteten Vize-Militärchefs der Hamas, Ahmed al-Dschabari, aufsuchen.
Zudem wollte er den Ort besichtigen, wo 14 Mitglieder einer Familie während des achttägigen blutigen Konflikts im November in ihrem Haus durch eine israelische Rakete getötet worden waren.
Maschaals Besuch galt auch als ein Beleg für die wachsende internationale Akzeptanz der Hamas. Er hatte die Hamas-Delegation angeführt, die den jüngsten Waffenstillstand mit Israel aushandelte.
Maschaal war im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs 1967 als Kind mit seiner Familie ins Exil gegangen. Israel brachte während des Krieges mit Ägypten, Jordanien und Syrien den Gaza-Streifen, die Sinai-Halbinsel und das Westjordanland mit der historischen Altstadt von Jerusalem sowie die Golanhöhen unter seine Kontrolle.
ler/dpa/dapd/AFP
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