Gaza-Streifen: Hamas richtet sechs Männer als Kollaborateure hin

Augenzeugen berichten von einer grausamen Hinrichtung im Gaza-Streifen: Die Hamas soll sechs Palästinenser exekutiert haben, die der Kollaboration mit Israel beschuldigt wurden. Eine der Leichen soll mit einem Auto durch die Straßen geschleift worden sein.

Gaza - Mitglieder der im Gaza-Streifen herrschenden Hamas haben sechs Palästinenser wegen angeblicher Kollaboration mit Israel öffentlich hingerichtet. Die Opfer seien gefesselt gewesen und ohne Gerichtsverhandlung auf der Straße im Norden von Gaza-Stadt erschossen worden, berichteten Augenzeugen am Dienstag.

Mehrere Anwesende berichteten, Bewaffnete seien in einem Kleinbus vorgefahren, hätten die sechs Männer herausgestoßen und aus dem Bus heraus erschossen. Demnach waren Zettel an den Leichen befestigt, auf denen sich der bewaffnete Arm der regierenden radikalislamischen Hamas, die Kassam-Brigaden, zu der Tat bekannte.

Auf den Zetteln stand nach Angaben eines Zeugen, die Männer seien getötet worden, weil sie "Informationen über die Fähigkeiten des Widerstands" sowie Positionen der Kämpfer weitergegeben hätten. Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten, wie im Norden der Stadt die Leiche eines Mannes im Unterhemd an die Stoßstange eines Autos gebunden durch die Straßen gezerrt wurde. Dabei handelte es sich offenbar um einen der zuvor Exekutierten.

Die Hamas äußerte sich nicht zu den Vorfällen. In der Vergangenheit hatte aber das Innenministerium der Hamas die Festnahme aller "mutmaßlichen Kollaborateure" angeordnet. Nach palästinensischem Gesetz kann die Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht Israel mit der Todesstrafe geahndet werden.

Israel muss über viele Spitzel im Gaza-Streifen verfügen, weil die Ziele der Luftangriffe oft auf Grundlage ganz genauer und aktueller Informationen ausgewählt werden. Schon am vergangenen Donnerstag war ein Mann aus dem gleichen Grund hingerichtet worden.

Israel hatte vor knapp einer Woche eine Militäroffensive gegen die radikalen Palästinensergruppen im Gaza-Streifen gestartet. Damit soll der Raketenbeschuss aus dem von der Hamas kontrollierten Gebiet beendet werden. Am Dienstagabend soll eine Waffenruhe in Kraft treten.

fab/AFP/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Hamas und Fatah
sanctum.praeputium 20.11.2012
Die Hamas hat im Jahre 2006 die Fatah aus dem Gazastreifen mit Gewalt vertrieben, es kursierten schon damals Videos im Internet, die die Brutalität der Hamas dokumentierten.
2.
Onkel_Karl 20.11.2012
Zitat von sysopAugenzeugen berichten von einer grausamen Hinrichtung im Gaza-Streifen: Die Hamas soll sechs Palästinenser exekutiert haben, die der Kollaboration mit Israel beschuldigt wurden. Eine der Leichen soll mit einem Auto durch die Straßen geschleift worden sein. Hamas richtet im Gaza-Streifen sechs Kollaborateure hin - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/hamas-richtet-im-gaza-streifen-sechs-kollaborateure-hin-a-868366.html)
Hamas hat fast alle ihre Raketen verschossen und nichts erreicht und jetzt werden die Schuldigen gesucht. Sogar gefunden und gelyncht...überhaupt sehr eigenartige Politik im Nahen Osten,da kommt der Scheich von Katar und Israel verspricht dem Scheich,dass Gaza in den Tagen nicht bombardiert wird.Der Scheich ist weg und am nächsten Tag wird Hamas-Mitglied getötet...Auf einer Seite verdammen die Golf-Staaten Israel aber auf der anderen Seite arbeiten sie mit Israel.
3. Wer hätte das gedacht ?
albert schulz 20.11.2012
In besetzten oder eingeschlossenen Gebieten, Lagern, Ländern gibt es immer ein deutliches Fraternisieren mit der Besatzungsmacht. Es handelt sich nicht nur um das Phänomen des Stockholm-Syndroms, sondern sicher auch darum, daß die Palästinenser bettelarm sind und für ein paar Kröten eingekauft werden können. Sie scheinen tatsächlich um das tägliche Überleben kämpfen zu müssen. Der Verdacht ist uralt, daß die Israelis exakte Zielangaben haben, womöglich sogar Peilsender an den Autos der Liquidationsziele. Wie sonst sollten sie so exakt treffen ? Wenn jetzt Kollaborateure umgebracht werden, müssen das keineswegs die Schuldigen sein. Man ist ohnmächtig und wütend wegen der Übermacht, und man statuiert Exempel, um andere abzuschrecken und zur Loyalität zu zwingen. Es ist ein typisches Geschehen in ähnlichen Situationen. Irgendwie fühlt man sich unangenehm berührt.
4. Nein!
elcris 20.11.2012
Das ist nicht normal, das ist nicht verständlich, das ist weder akzeptabel noch bedauerlich aber unvermeidlich! Auch gibt es kein solche legitimes palaestinensisches Gesetz. Das einzige was es gibt sind brutale, verabscheuungswürdige Mörderbanden die eine Stadt mit nackter Gewalt beherrschen. Es gibt nicht den Bruchteil eines Millimeters Unterschied zwischen den Hamas-Morden und den alltäglichen Morden der Drogenbanden in Mexiko.
5. Hamas
michael222222 20.11.2012
Wieder ein weiterer akt der das wesen der hamas aufzeigt. Weitere kennzeichen der hamas: ausbildung von kindersoldaten, nutzung von kinder als schutzschilde, gehirnwäsche bei kinder. Leider halten sie viele palästinenser durch ihre handlen davon ab, ein normales leben zu führen. Schaut euch gerne das video children of hamas auf youtube an. Grüsse
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