Israels Armee Soldaten-Handys von Hamas gehackt

Die radikalislamische Palästinenser-Organisation Hamas gehört zu den Erzfeinden Israels. Die Beziehungen könnten sich nun weiter verschlechtern: Soldaten berichten von Hackerangriffen auf Smartphones.

Israelische Soldaten
AP/dpa

Israelische Soldaten


Mitglieder der radikalislamischen Palästinenser-Organisation Hamas haben nach Angaben der israelischen Armee Dutzende Smartphones von Soldaten gehackt, indem sie sich in sozialen Netzwerken als kontaktfreudige junge Frauen ausgaben. Aus dem Militärgeheimdienst hieß es am Mittwoch, es sei eine Kampagne gestartet worden, um solche Cyberangriffe abzuwehren. Diese könnten "potenziell eine Bedrohung für die Sicherheit des Staates Israel darstellen".

"Der Feind kennt die Sprache der Jugend", hieß es weiter. Es sei ihm gelungen, auf den Handys der Soldaten Viren zu installieren und so die Kontrolle über die Geräte zu erlangen. Die Wehrpflichtigen seien dazu gebracht worden, vermeintliche Chat-Apps herunterzuladen, die in Wirklichkeit dazu dienten, sämtliche Aktivitäten auf den Handys auszuspionieren.

Außerdem hätten sich die Hamas-Hacker in Hunderte von Facebook-Gruppen eingeschmuggelt, um an Informationen heranzukommen. Im Zuge der Kampagne würden die "falschen Profile der Hamas" verbreitet und vor ihnen gewarnt. Außerdem werde es für Soldaten in sozialen Netzwerken striktere Regeln geben.

Zur Frage, warum die Armee annimmt, dass hinter den Angriffen die im Gazastreifen regierende Hamas steckt, gab es zunächst keine Angaben. Die Palästinenser-Organisation wollte ihrerseits keinen Kommentar abgeben. Israel hat zwischen 2008 und 2014 drei Kriege im Gazastreifen geführt.

bam/afp



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