Mutmaßlicher IS-Sympathisant Syrer in Hamburg wegen Terrorverdachts vor Gericht

Mindestens 200 Menschen wollte er töten, offenbar durch eine Explosion: Der 20-jährige Yamen A., Asylbewerber aus Syrien, muss sich wegen mutmaßlicher Anschlagspläne nun vor Gericht verantworten.

BKA-Beamte bei Hausdurchsuchung
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BKA-Beamte bei Hausdurchsuchung


Yamen A. kam im Herbst 2015 als Flüchtling aus Syrien nach Deutschland und stellte im Februar 2016 einen Asylantrag in Mecklenburg-Vorpommern - nun steht er in Hamburg vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 20-Jährigen vor, einen Terroranschlag geplant zu haben.

"Der Angeschuldigte ist hinreichend verdächtig, in Deutschland einen islamistisch motivierten Anschlag mit hochexplosivem Sprengstoff geplant und bereits mit dessen Vorbereitung begonnen zu haben", teilte die Bundesanwaltschaft mit. Er habe mindestens 200 Menschen töten wollen. (Mehr Details zu dem Fall lesen Sie hier.)

Laut der Anklage hatte er sich seit dem Sommer 2017 mit der Ideologie der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) beschäftigt. Fast zur selben Zeit fasste er demnach den Entschluss, inmitten einer größeren Menschenmenge Sprengstoff zu zünden. Wann und wo, dazu gibt es keine konkreten Angaben.

Er wollte für den Anschlag Triacetontriperoxid, kurz TATP genannt, nutzen. Der Sprengstoff gilt als beliebt bei Dschihadisten - und wird auch "Mutter des Teufels" genannt. Die dafür nötigen Chemikalien und Vorrichtungen wurden bei ihm zu Hause im Schweriner Stadtteil Neu Zippendorf sichergestellt.

Bis dahin hatte Yamen A. als unauffällig gegolten. Zuletzt lebte er allein in einem Plattenbauviertel. Die Sicherheitsbehörden gingen zunächst davon aus, dass er seine Pläne allein verfolgte - und sich demnach auch selbst radikalisierte.

vks



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