Hamburger Terrorzelle Pass von 9/11-Helfer in Pakistan aufgetaucht

Said Bahaji gilt als einer der wichtigsten Mitverschwörer der Attentäter vom 11. September 2001. Jetzt hat die pakistanische Armee bei ihrer Militäroffensive in Waziristan seinen deutschen Reisepass entdeckt - nach seiner Flucht aus Hamburg zog Bahaji in den Kampf.

Terrorhelfer Said Bahaji (Fahndungsbilder): Abgetaucht im Kampfgebiet
dpa

Terrorhelfer Said Bahaji (Fahndungsbilder): Abgetaucht im Kampfgebiet

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Berlin - Das Bild von Said Bahaji, einem jungen Mann mit einem freundlichen Grinsen, hängt bis heute an vielen deutschen Flughäfen und anderen Grenzposten der Bundesrepublik. Dringend bittet das Bundeskriminalamt (BKA) auf rot gerahmten Plakaten um Hinweise zu dem Verdächtigen, der "wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, des mehrtausendfachen Mordes und anderer schwerer Straftaten" gesucht wird.

Nun ist seit Jahren die erste Spur von Said Bahaji aufgetaucht. Bei einer von der Armee organisierten Fahrt ins Kampfgebiet von Südwaziristan zeigten pakistanische Soldaten kürzlich Journalisten den deutschen Pass von Said Bahaji, den sie laut eigenen Angaben in einem der Häuser von Extremisten gefunden haben. Fernsehbildern zufolge enthält der Pass einen Einreisestempel vom 4. September 2001, also eine Woche vor den Anschlägen vom 11. September. Die pakistanische Armee rückt nach eigenen Angaben in diesen Tagen immer weiter in das Rückzugsgebiet von Taliban und al-Qaida vor.

Die Fakten, über die das pakistanische Fernsehen berichtete, decken sich mit den Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden. Demnach setzte sich Bahaji genau acht Tage vor den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 aus Hamburg ab, stieg in eine Maschine der Turkish Airlines und flog über Istanbul nach Karatschi in Pakistan. Demnach scheint es sich bei dem Pass tatsächlich um das Reisedokument eines der meistgesuchten Männer der Welt handeln - einem Mittäter an den folgenschwersten Terroranschlägen, die es je gab.

"Der Terrorlogistiker"

Dass sich Bahaji in Pakistan aufhält, ist für die Terrorfahnder allerdings keine neue Erkenntnis. In den Jahren nach seiner Flucht aus Hamburg schickte er mehrfach E-Mails an seine Frau, die in Deutschland lebt. Immer wieder bekamen die Ermittler vom BKA dadurch Hinweise, in manchen Fällen konnten sie sogar das Internetcafé lokalisieren, von dem aus Bahaji seine teils sehr sentimentalen Nachrichten abgesetzt hatte.

Eine echte Spur jedoch fanden sie über die Jahre nicht, trotzdem sind noch immer Zielfahnder auf den heute 34-Jährigen Mann angesetzt. Ihn zu finden, ist immer noch das erklärte Ziel des BKA.

Bahaji gilt als Helfer der Männer um Mohammed Atta, der sogenannten Hamburger Todespiloten, die am 11. September mindestens zwei der vier Flugzeuge steuerten. Bahaji war, da sind sich die Ermittler sicher, an dem Plot maßgeblich beteiligt, die Fahnder nennen ihn "den Terrorlogistiker". Er kümmerte sich bei den Anschlagsvorbereitungen um technische Details, meldete die jungen Männer bei den Ämtern ab und wieder an, besorgte Telefonanschlüsse und Internetverbindungen. Dass er von den tödlichen Plänen dabei nichts wusste, gilt vor allem wegen seiner Flucht vor den Anschlägen als ausgeschlossen.

Die Ermittler halten Bahaji, der mit den späteren Attentätern zeitweise in einer WG wohnte, für einen Mitverschwörer. Seine Hochzeitsfeier im Jahr 1999 diente als Treffpunkt für die Mitverschwörer, das Videoband und die Reden bei der islamischen Feier wurden zu wichtigen Dokumenten der 9/11-Ermittlungen.

Was die deutschen Fahnder durch den Passfund an Neuem erfahren können, ist schwer abzusehen. Aus abgefangener Kommunikation wussten sie seit Jahren, dass sich Bahaji dem bewaffneten Kampf in der Grenzregion zu Afghanistan angeschlossen hatte. Beim Einmarsch der Amerikaner soll er am Bein verwundet worden sein, die Wunde behandelte er Berichten zufolge mit Honig.

Auch einen Kampfnamen hatte der Sohn einer deutschen Mutter und eines marokkanischen Vaters sich zugelegt: Abu Zuhair.



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Seite 1
marypastor 29.10.2009
1. Terrorismus
Zitat von sysopBei ihrer Militär-Offensive in Wasiristan fand die pakistanische Armee den Pass von Said Bahaji, der Mitglied der Hamburger Terror-Zelle um Mohammed Atta war und heute zu den am meisten gesuchten Terroristen gehört. Welche Maßnahmen können Ihrer Meinung nach ergriffen werden, um die netzwerke des internationalen Terrorismus einzudämmen?
Da kann man gar nichts machen. Es handelt sich bei den islamischen Terroristen ja nicht um normale Menschen sondern schlichtweg um Geisteskranke. Und die sind gerade deshalb so gefaehrlich. In Deutschland wird kaum etwas passieren, schliesslich ist Deutschland aufgrund seines laxen Rechtssystems, seines behaebigen Polizeiappartes und seiner groesszuegigen Sozialleistungen eine ruhiges Rueckzugsgebiet, in dem man schoen und gefahrlos leben kann.
Palmstroem, 29.10.2009
2. Kampf der Kulturen
Zitat von sysopBei ihrer Militär-Offensive in Wasiristan fand die pakistanische Armee den Pass von Said Bahaji, der Mitglied der Hamburger Terror-Zelle um Mohammed Atta war und heute zu den am meisten gesuchten Terroristen gehört. Welche Maßnahmen können Ihrer Meinung nach ergriffen werden, um die netzwerke des internationalen Terrorismus einzudämmen?
Endlich ehrlich zu schreiben, daß es nicht um den internationalen Terror geht, sondern um den islamistischen Terror. Es ist der Kampf des militanten, fundamentalistischen Islamismus gegen den Rest der Welt - gegen Hindhus, Christen, Juden und Atheisten. Es ist der Kampf einer Kultur gegen Freiheit und Demokratie, gegen Aufklärung und die Moderne. Man muß sich nicht wie Obama entschuldigen, sondern wie Bush den Terror bekämpfen!
atzlan 29.10.2009
3.
Zitat von PalmstroemEndlich ehrlich zu schreiben, daß es nicht um den internationalen Terror geht, sondern um den islamistischen Terror. Es ist der Kampf des militanten, fundamentalistischen Islamismus gegen den Rest der Welt - gegen Hindhus, Christen, Juden und Atheisten. Es ist der Kampf einer Kultur gegen Freiheit und Demokratie, gegen Aufklärung und die Moderne. Man muß sich nicht wie Obama entschuldigen, sondern wie Bush den Terror bekämpfen!
Wer sunnitische Terroristen bei der Destabilisierung des Iran unterstützt, soll Vorbild im Kampf gegen Terrorismus sein? http://blogs.abcnews.com/theblotter/2007/04/abc_news_exclus.html http://www.newyorker.com/reporting/2008/07/07/080707fa_fact_hersh?
mavoe 29.10.2009
4. Ja
Zitat von marypastorDa kann man gar nichts machen. Es handelt sich bei den islamischen Terroristen ja nicht um normale Menschen sondern schlichtweg um Geisteskranke. Und die sind gerade deshalb so gefaehrlich. In Deutschland wird kaum etwas passieren, schliesslich ist Deutschland aufgrund seines laxen Rechtssystems, seines behaebigen Polizeiappartes und seiner groesszuegigen Sozialleistungen eine ruhiges Rueckzugsgebiet, in dem man schoen und gefahrlos leben kann.
die Führer der Islamisten sind wohl geisteskrank. 9/11. Und die Gefolgschaft dieser Führer sind meistens arme und bildungsferne Menschen, wofür sie nichts können, und denen das Himmelreich, wenn nicht auf Erden, versprochen wird. Daher ist in Erster Linie nicht militärisch aufoktroierte "Demokratisierung" in solchen Ländern angesagt, sondern BILDUNGSVERMITTLUNG!
barack abamo 29.10.2009
5.
Zitat von mavoedie Führer der Islamisten sind wohl geisteskrank. 9/11. Und die Gefolgschaft dieser Führer sind meistens arme und bildungsferne Menschen, wofür sie nichts können, und denen das Himmelreich, wenn nicht auf Erden, versprochen wird. Daher ist in Erster Linie nicht militärisch aufoktroierte "Demokratisierung" in solchen Ländern angesagt, sondern BILDUNGSVERMITTLUNG!
Taliban = Islamisten, ich glaube darin sind wir uns einig. Wie Sie es allerdings schaffen wollen in Ländern wie beispielsweise Afghanistan Bildung, sprich Schulen zu bauen ohne , wie Sie es nennen, eine "militärisch aufoktroierte "Demokratisierung" " umzusetzen müssen Sie mal erklären.
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