Handelsstreit Chinas Staatszeitung greift Trump ungewohnt direkt an

"Ein Land zu regieren, ist etwas anderes, als Geschäfte zu machen": Chinas staatliche Zeitung "People's Daily" teilt auf der Titelseite deutlich gegen Donald Trump aus. Er gefährde die Glaubwürdigkeit der gesamten USA.

Donald Trump
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Die chinesische Zeitung "People's Daily" gilt als das offizielle Sprachrohr der Kommunistischen Partei im Land. Auf der Titelseite der Montagsausgabe erschien nun ein Kommentar, der sich mit dem Handelsstreit zwischen der Volksrepublik und den USA befasst - und in dem der amerikanische Präsident Donald Trump ungewohnt direkt angegriffen wird.

Trump sei Darsteller in einem von ihm selbst sorgfältig inszenierten, "hinterlistigen Drama im Straßenkämpferstil über Erpressung und Einschüchterung", heißt es unter anderem in dem Artikel. Dass andere bei diesem Spiel mitmachten, sei "Wunschdenken" Trumps. Die Vereinigten Staaten hätten den Handelsstreit mit China eskalieren lassen "und den internationalen Handel in ein Nullsummenspiel verwandelt".

Trumps Vorgehen gefährde die Glaubwürdigkeit der gesamten USA, heißt es weiter in dem Kommentar. "Ein Land zu regieren, ist etwas anderes, als Geschäfte zu machen."

Der Handelsstreit zwischen China und den USA hatte sich zuletzt noch einmal verschärft. China warf den USA Erpressung vor, die aber keinen Erfolg haben werde. Trump twitterte am Wochenende, seine handelspolitische Strategie mit Strafzöllen sei weitaus erfolgreicher als erwartet.

Trump wirft China seit Längerem unfaire Handelspraktiken, erzwungenen Technologietransfer von US-Firmen und Diebstahl geistigen Eigentums vor. Anfang Juli waren bereits US-Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden Dollar in Kraft getreten. Als Vergeltung erhebt China inzwischen Sonderabgaben auf Autos aus den USA, aber auch auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Sojabohnen, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte. Es zielt damit auf die Wählerschaft Trumps im ländlichen Raum ab. Zudem hat China die eigene Wirtschaft mit immensen Subventionen gewappnet.

(Mehr zur Aktion "Deutschland spricht" finden Sie hier .)

In der vergangenen Woche hatte Trump seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer angewiesen, eine Erhöhung der geplanten Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar von zehn auf 25 Prozent zu prüfen. Macht Trump diese Drohung wahr, wäre zusammen mit anderen Sonderabgaben etwa die Hälfte der chinesischen Ausfuhren in die USA betroffen.

Trotz massiver gegenseitiger Vorwürfe haben beide Seiten aber immer wieder durchblicken lassen, dass sie versuchen wollen, die Probleme über Verhandlungen zu lösen.

aar/Reuters

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buaran 06.08.2018
1. Trump- eltier
Gönne den Trump waehlern, dass der "grösste, beste, intelligenteste und schönste 'president ever' genug Zeit hat die US in den Abgrund zu führen. Erst dann werden sie aus ihrem Opiaten- rausch aufwachen.
dwg 06.08.2018
2. Eine durchaus angemessene Darstellung
"Trump sei Darsteller in einem von ihm selbst sorgfältig inszenierten, "hinterlistigen Drama im Straßenkämpferstil über Erpressung und Einschüchterung", heißt es unter anderem in dem Artikel." Dies und die anderen Passagen sehe sehe ich nicht als "ungewöhnlich scharf", sonder als angemessen richtig und realistisch ein, zumal es als Kommentar gekennzeichnet ist. Hinzufügen möchte ich, daß es nicht einmal die Art ist "Geschäfte zu machen", sondern die Art ist sich im Mafia Umfeld "Respekt" zu verschaffen. Und ja, völlig richtig, es gefährdet die Reputation der USA als ganzes.
mehr_info 06.08.2018
3. Recht haben die
... Chinesen ein Land zu regieren ist völlig anders als Geschäfte zu machen und das kann Trump nicht und verhält sich wie ein Elefant im Porzellanladen, was am ende Wasser auf die Mühlen von Deutschen und Europäischen Unternehmen sein kann wenn die Rechtzeitig reagieren. Trump treibt USA in eine Wirtschaftliche Isolation was aber am Ende für die ganze Welt ziemliche nachteile haben wird, da sich Wirtschaftliche Probleme der USA die daraus entstehen werden auf das Gedanken gut der Menschen in den USA niederschlagen wird die Nationalistische und Rassistische werte noch stärker unterstützen werden und diese via Internet auch in anderen Ländern schnell genügend Nahrungsboden wieder finden werden. Am ende kann es sogar soweit kommen das Mexiko wirklich eine Mauer zu den USA bauen wird , aber nicht um Mexikaner davon abzuhalten in die USA zu gehen sondern Amerikaner davon abzuhalten nach Mexiko zu kommen
turiman 06.08.2018
4. ...Heuchelei, egal wo man hinsieht
...die Chinesen sollten den Ball ganz flach halten, ich bin wahrlich kein Trumpianer, kann den Kerl eher nicht ausstehen, aber dass heißt nicht das damit Länder wie China, Saudi Arabien, Iran, Nord Korea an Glaubwürdigkeit gewinnen wenn sie Wasser predigen selber aber Wein trinken.
elshi 06.08.2018
5. Also ich bin nach wie vor um diesen Herrn und sein Tun
froh. Es bietet - würde uns Europäern bieten, um es vorsichtig zu formulieren - endlich unabhängig zu werden. Wieso sollten wir hier auf unserem Kontinent noch immer der Schwanz sein, mit dem der Hund wedelt, wie es ihm gefällt? Haben wir keine Pausenhof-Schläger ähnlichen Kalibers zu bieten? Dann sehe ich düstere Zeiten auf uns zukommen. So falsch kann man das Wort "Diplomatie" gar nicht schreiben, wie es ein aktueller Politiker des größten, tollsten, stärksten, unglaublichsten, superverlativsten Land ever je begreifen würde.
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