HDP-Kandidat Demirtas schreibt Grünen-Politiker Özdemir "Ich hoffe, euch in Freiheit zu sehen"

Die Grünen haben sich im Wahlkampf in der Türkei eindeutig auf die Seite der linken, prokurdischen Partei HDP geschlagen. Nun bedankt sich Kandidat Demirtas aus dem Gefängnis bei Grünen-Politiker Özdemir.

Demirtas-Unterstützer in Istanbul
REUTERS

Demirtas-Unterstützer in Istanbul

Von , Istanbul


Seit mehr als eineinhalb Jahren sitzt Selahattin Demirtas, der ehemalige Vorsitzende der linken, prokurdischen Partei HDP, in der Türkei in Untersuchungshaft. Die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft ihm Terrorhilfe vor. Demirtas darf außer seinen Anwälten und engsten Angehörigen keinen Besuch empfangen, Kontakt zu anderen Häftlingen ist ihm verboten.

Trotzdem ist Demirtas, der Erdogan bei den Parlamentswahlen 2015 an den Rand einer Niederlage brachte, in der türkischen Öffentlichkeit nach wie vor so präsent wie kaum ein anderer Politiker. Bei den Präsidentschaftswahlen am 24. Juni tritt er aus dem Gefängnis heraus gegen Erdogan an. In Europa wird er von vielen Politikern und Intellektuellen unterstützt.

In einem Brief an den Grünen-Politiker Cem Özdemir hat sich Demirtas nun für diese Unterstützung bedankt. "Ich bin überzeugt, dass wir den Kampf für Demokratie und Freiheit gemeinsam gewinnen werden", schreibt er. (Lesen Sie hier eine Analyse zum Einfluss der Kurden auf die Wahl.)

Die Grünen haben in einem Video direkt zur Wahl der HDP aufgerufen. Özdemir stellt am Dienstagabend im Berliner Gorki-Theater gemeinsam mit dem türkischen Journalisten Can Dündar den Kurzgeschichten-Band "Morgengrauen" vor, den Demirtas im Gefängnis geschrieben hat und der im Herbst bei Penguin auf Deutsch erscheint.

In dem Brief gibt sich Demirtas zuversichtlich, dass es zu einem Regierungswechsel in der Türkei kommt. Er schließt mit den Worten: "Ich hoffe, euch in Freiheit zu sehen."



insgesamt 5 Beiträge
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phermana 18.06.2018
1. Aus dem Demokratie-Bus auszusteigen
Der Tyrann von Ankyra wird wahrscheinlich wieder als Sieger von der Wahl hervorgehen. Nicht weil die Bürger der TR mehrheitlich für ihn und seine Partei abstimmen, sondern weil er mit seinem Apparat, Milizen und Banditen durch Betrug, Trickserei und rohe Gewalt dies vollziehen wird. Erdogans Terror in der Siedlungsgebiet der Kurden ist schon den mehreren Menschen das Leben kostete.
sa38 18.06.2018
2. Es bleibt dich keiner übrig
Vielleicht sollte man ein verstehen bevor man irgendwelche Anschuldigungen und Unterstellungen macht. Es gibt doch keine Alternative zu Erdogan. Schaut euch doch die Opposition in der Türkei an wen kann man denn mit guten Gewissen wählen. Herrn ince von der chp der doch grade einen innerparteilichen Machtkampf verloren hat und den Parteivorsitzenden kilicdaroglu als undemokratisch und als alleiniger Mann in der Partei wie ein Diktator Auftritt und Personen die ihm zu nahe könnten aus der Partei verbannt hat. Außerdem hat er ince im Vorfeld kilicdaroglu direkt attackiert das doch der Parteivorsitzende sich doch zur Wahl stellen soll. Jedoch geht er das Risiko nicht ein und hat ince vorgeschlagen somit wird er ince auch nach der Wahl los denn wer sich den Präsidenten Wahl stellt kann kein Abgeordneter im Parlament werden. Die Iyi Partei die Abspaltung von der mhp ist sollte sich besser organisieren. Die Dame sollte weniger lautstark schreien sondern den parteigesetzen sich vertraut machen dann braucht man auch keine 15 Abgeordnete als rechts/konservative Partei von den Linken einzukaufen für einen Tag. Der Rest der Parteien sind bedeutungslos weil sie kaum Gewicht haben oder eher der akp nahestehen. Außer der mhp die haben sich gleich mit der akp zusammengeschlossen. Ach ja da bleibt noch die hdp die der pkk nahe steht und der soll das Mittelager ihre Stimme geben eher nicht. Das ist keine Art Politik zu machen. Also bleibt den meisten wohl nichts übrig sodass sie ihre Stimme der akp geben, weil wir keine politikkultur haben somit auch keine vernünftige Opposition. Daher brauch der Herr Erdogan garnicht zu unfähren Mittel zurück zu greifen.....denn die Unfähigkeit der Opposition reicht aus und das sieht man seit 16 Jahren.
erol.e 19.06.2018
3. Einmischung in den Whalkampf....
...war da nicht was? Das dies etwas anti-sozial und antidemokratisch oder so war? Hilf mir mal auf die Sprünge lieber SPON? Wie kommt den der Grüne dazu sich auf die Seite einer Partei in einem ausländischen Land zu stellen? Geht dem Grünen etwa innenpolitisches Diskussionsmaterial aus? Hieß es nicht es Sei unverantwortlich dass "diese Türken" hier in unserem Demokratischen Deutschland, ungestraft Politische Werbung machen? Ja lieber SPON, doch doch... so war das. Und als Liberal-Konservativer befürworte Ich dies Aussage. Es sollte verboten werden. Für ALLE Parteien aus der Türkei. Und für die Parteien Deutschlands. Wir wollen uns ja nicht ausmalen was passiert wenn mal wieder mit zweierlei Maß gemessen wird. [Ironie on:] Ich meine schließlich mischen Sich doch CDU/CSU und FDP und Linke und AFD usw.. täglich in die Poltik/Wahlen/Ereignisse in Frankreich / Großbritanien / Spanien / Italien / Greichen usw... ein. [Ironie off:]
persor 21.06.2018
4. An erol.e
Prinzipiell gebe ich Ihnen zu 100 % recht, mit einer Einschränkung: in den von Ihnen genannten Ländern existieren noch freie Medien, die es in der Türkei nicht gibt! Eine Wahl unter jeglicher Ausschaltung der oppositionellen Medien und politischen Gegner Demirtaş überzeugt nicht gerade von einer demokratischen Wahl. Somit bleibt es der Opposition dort nichts anderes übrig, sich andernorts Gehör zu schaffen
emree61 21.06.2018
5. Einmischen
Ich denke die Grünen sollten sich lieber um unsere Probleme in Deutschland ihre Zeit investieren, und nicht in anderen Ländern. Und wieso unterstützt der eine Partei in der Türkei , die dem Terror Organisation sehr nah ist und nicht die Chp der zur Zeit Erdogan wirklich stürzen könnte.
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