Maas über drohende US-Zölle für Autos "Mike, es kann nicht euer Ernst sein"

Außenminister Maas hat sich deutlich gegen drohende US-Zölle für deutsche Autos ausgesprochen. Das habe er seinem amerikanischen Kollegen Pompeo auch persönlich gesagt - mit einer scherzhaften Pointe.


Heiko Maas hat die US-Drohungen mit Einfuhrzöllen auch für deutsche Autos scharf kritisiert. "Mike, es kann doch nicht euer Ernst sein, dass jetzt schon deutsche Autos eure nationalen Sicherheitsinteressen gefährden", habe er US-Außenminister Mike Pompeo vergangene Woche in Washington gesagt.

Das erzählte der Bundesaußenminister nun in Berlin. "Ganz im Gegenteil: Deutsche Autos machen amerikanische Straßen sicherer", fügte Maas scherzhaft hinzu.

Die US-Regierung hat eine Untersuchung eingeleitet, ob Auto-Einfuhren die nationale Sicherheit gefährden. Sollte dies mit Ja beantwortet werden, könnte die Regierung nach amerikanischer Rechtslage Einfuhrzölle erheben.

Die Vorteile aus freiem Handel und internationalen Regelwerken könne nicht mehr als selbstverständlich betrachtet werden, sagte Maas in Berlin. Protektionismus präge leider im Moment viele Diskussion gerade im transatlantischen Verhältnis. "Ich finde nicht, dass die Außenhandelsbilanz zwischen zwei Staaten die Messlatte für deren politische Beziehung werden darf", sagte er in Anspielung auf die Kritik von US-Präsident Donald Trump am deutschen Exportüberschuss.



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cte/Reuters



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latrodectus67 29.05.2018
1. Fakten
Nach öffentlichen Informationen (www.carfax.eu/de/us-auto-import/us-autoimporte und www.sueddeutsche.de/wirtschaft/automobilindustrie-darum-haben-us-autos-in-europa-keine-chance-1.3903899) sind die Zölle auf Autos aus den USA in die EU vier mal so hoch wie umgekehrt. Die USA lebten den Freihandel vor und die EU hat Zollschutzwälle aufgebaut. Statt sich nun wie der Retter des Freihandels zu gerieren, wäre imho ein demütiges Schuldeingeständnis angebrachter.
Tiram1 29.05.2018
2. mithalten
Am schlimmsten sind die Politiker,die Realitäten nicht wahrnehmen wollen. Zuerst Importzölle,dann Sanktionen gegen Iran und andere Staaten,Der freie Handel, von dem die EU bisher profitiert ist gefährdet. Die EU Wirtschaft soll zerstört werden,weil die USA nicht mithalten kann.
stadtmusikant123 29.05.2018
3. es wird wohl ernst
Da in den letzten Tagen keine Signale vom Atlantik Richtung Brüssel wehten, muss man seriös davon ausgehen , dass es nun tatsächlich Ernst wird. Eine nochmalige Verlängerung ist unwahrscheinlich - bei Trump. Und das morgige Treffen zwischen Ross , Malmström und Altmaier ist wohl zufällig, und falls nicht, gibt es keine Anzeichen , dass Altmaier und Malmström das gleiche Verhandlungspaket im Koffer haben. Beunruhigend ist auch , dass man in der EU eine trotzige Haltung demonstriert und das Unschuldslamm spielt. Bei Obama hätte und hat es ja auch geklappt - der hat schön stillgehalten bezüglich des Handelsungleichgewichtes. Aber Trump?
rolantik 29.05.2018
4. Maas verliert jedes Maß
Da ist doch kein diplomatischer Schachzug, da lachen sich die Amis ins Fäustchen und Herr Maas weiss nicht einmal, dass die Einfuhrzölle für amerikanische Autos in die EU erheblich höher sind. Es ist erschreckend, wie in Deutschland jeder Politlehrling Aussenminister werden kann. Diplomatie muss man auch lernen. Arme SPD!
marty_gi 29.05.2018
5. McDonalds
Wenn denn rauskommen sollte, dass die Einfuhr von Autos die nationale Sicherheit gefaehrdet.....dann moechte ich nicht wissen, wie sehr McDonald und Co wirklich die nationale Sicherheit gefaehrden, hier bei uns und ueberall ausserhalb der USA...
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