Afghanistan Heirat abgelehnt - Cousin enthauptet 19-Jährige

In Afghanistan ist erneut eine Frau enthauptet worden. In der Provinz Kunduz wurde die 19-Jährige getötet, nachdem sie einen Heiratsantrag abgelehnt hatte. Bei dem Täter soll es sich um ihren Cousin handeln.


Kabul - Eine 19-jährige Frau ist am Dienstag in der afghanischen Provinz Kunduz enthauptet worden. Ein Mann aus dem Dorf Gomkol aus dem Bezirk Iman Saib habe die Frau getötet, nachdem sie seinen Heiratsantrag abgelehnt habe.

Nach der Darstellung des Chefs der Bezirkspolizei hatte der mutmaßliche Täter seinem späteren Opfer am Dienstagmorgen einen Heiratsantrag gemacht, welchen sie zurückwies. "Nach zwei Stunden kam er zurück, köpfte sie und trennte ebenfalls die Hände vom Körper ab", sagte der Polizist Abdul Qayom Ibarhimi SPIEGEL ONLINE. Demnach sei S. festgenommen worden, die Ermittlungen gegen ihn liefen.

Der Polizeichef der Provinz Kunduz bestätigte die Meldung. Er sprach von einem "Familienproblem". Der mutmaßliche Täter sei der Cousin des Opfers gewesen. Die Frau habe seine Avancen bereits mehrfach zurückgewiesen, sagte er SPIEGEL ONLINE.

Bereits im Oktober hatte ein Kommandeur einer lokalen Miliz in einem Dorf nahe der Provinzhauptstadt Kunduz eine 20-Jährige erst vergewaltigt und dann enthauptet. Mit dem brutalen Mord habe der Mann die Vergewaltigung vertuschen wollen.

Die Fälle unterstreichen die schwierige Lage im Norden des Landes, der unter Verantwortung der Bundeswehr steht. Die deutsche Truppe in Afghanistan soll innerhalb der nächsten 15 Monate um mehr als 1300 Soldaten verkleinert werden. Das Bundeskabinett beschloss dazu am Mittwochvormittag ein neues Mandat, das jetzt noch vom Bundestag gebilligt werden muss.

Im Februar 2014, wenn das Mandat ausläuft, sollen am Hindukusch höchstens noch 3300 deutsche Soldaten im Einsatz sein. Derzeit sind es noch mehr als 4600. Zugleich bekräftigte das Kabinett unter Vorsitz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das Ziel, bis Ende 2014 alle deutschen Kampftruppen abzuziehen. Danach sollen noch Bundeswehrsoldaten am Hindukusch bleiben, um afghanische Sicherheitskräfte auszubilden.

Shoib Najafizada/fab/Reuters

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