Menschenrechtspreis Amnesty International ehrt indischen Rechtsanwalt Tiphagne

Auszeichnung für einen Helfer der Armen: Der indische Rechtsanwalt Henri Tiphagne ist mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty International Deutschland geehrt worden.

People's-Watch-Gründer Tiphagne: Organisation von den Behörden drangsaliert
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People's-Watch-Gründer Tiphagne: Organisation von den Behörden drangsaliert


Der Rechtsanwalt und Aktivist Henri Tiphagne erhält den mit 10.000 Euro dotierten Menschenrechtspreis von Amnesty International in Deutschland. Er kämpfe seit Jahrzehnten unermüdlich und mutig gegen Folter und Diskriminierung auf dem Subkontinent, erklärte Amnesty.

In Indien setzten er und seine Mitstreiter sich für die Ärmsten der Armen ein, sagte Tiphagne. Die meisten davon seien entweder Muslime, Angehörige von Stammesvölkern oder Dalits. Diese stehen am unteren Ende der Kastenhierarchie in dem überwiegend hinduistischen Land, sie wurden früher als Unberührbare beschimpft.

Der 60-jährige Tiphagne wurde in Tamil Nadu im Süden Indiens geboren und von einer französischen Ärztin adoptiert. Als Anwalt baute er die Organisation People's Watch auf, die Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, Betroffene vor Gericht vertritt und Kinder in Schulen über ihre Rechte informiert.

Tiphagnes Organisation werde von den Behörden drangsaliert, erklärte Amnesty. Er selbst saß mehrfach im Gefängnis. "Der Spielraum für die Arbeit von Aktivisten wird derzeit geringer", sagte Tiphagne. Die Regierung ließ die Konten der Organisation mehrmals einfrieren, so dass sie ihre Arbeit einstellen musste.

cht/dpa

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