Tampa - Die Wahlkampf-Patzer des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney scheinen die Amerikaner kaum zu kümmern: Obwohl der konservative Herausforderer von US-Präsident Barack Obama zuletzt immer wieder strauchelte, sieht ihn eine aktuelle Umfrage der "Washington Post" und des Fernsehsenders "ABC" sogar knapp vorn.
47 Prozent der Amerikaner würden demnach für Romney stimmen, nur 46 Prozent für Obama. Es bleibt also ein Kopf-an-Kopf-Rennen - dabei hat vor allem der Herausforderer strapaziöse Wochen hinter sich: Erst die Diskussionen über seinen Mini-Steuersatz und die radikalen Positionen seines Vize-Präsidenten Paul Ryan. Dann musste Romney sich mit absurden Abtreibungs-Äußerungen eines Parteifreundes herumplagen. Und schließlich rauscht Tropensturm "Isaac" mitten in die feierliche Kandidatenkür der Republikaner.
Doch für die Wähler zählen diese Rückschläge offenbar nicht viel: Laut "Washington Post" hängt deren Entscheidung vor allem von der Wirtschaftslage ab. 72 Prozent der rund 1000 Befragten finden demnach Obamas Umgang mit der Krise zentral für ihre Wahlentscheidung. Zugleich bewertete eine deutliche Mehrheit die wirtschaftliche Entwicklung als negativ. Romneys Steuerzahlungen fanden demnach nur rund 20 Prozent der Wähler relevant.
Noch vor knapp einer Woche hatte eine Erhebung der Nachrichtenagentur "AP" und des Marktforschungsinstituts GfK Obama knapp vorn gesehen. In Deutschland hätte es der US-Präsident so oder so leicht: Dort würden ihn 86 Prozent der Bundesbürger wiederwählen.
usp/dpa
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