Hilfe unter Konservativen Merkel macht Wahlkampf für Sarkozy

Die CDU setzt bei den Wahlen in Frankreich auf den Amtsinhaber. Angela Merkel plant mehrere Wahlkampfauftritte mit Nicolas Sarkozy. Den sozialistischen Herausforderer bezeichnet Generalsekretär Gröhe als "Hemmschuh für die Zukunft der Europäischen Union".

Merkel, Sarkozy: "Der richtige Mann"
DPA

Merkel, Sarkozy: "Der richtige Mann"


Berlin/Paris - Die Bundeskanzlerin will sich im französischen Präsidentschaftswahlkampf aktiv für den konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy einsetzen. Angela Merkel (CDU) werde im Frühjahr mehrere gemeinsame Wahlkampfauftritte in Frankreich absolvieren, kündigte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe an.

Die CDU sei überzeugt, dass Sarkozy "der richtige Mann im Elysée ist - und es auch künftig sein wird", heißt es im Manuskript einer Rede, die Gröhe am Samstag auf einer Konferenz von Sarkozys Partei UMP in Paris hielt. An Sarkozys sozialistischem Herausforderer François Hollande übte Gröhe scharfe Kritik. Er vertrete "verstaubte Konzepte und linke Umverteilungsphantasien", heißt es in Gröhes Redetext, der vorab veröffentlicht wurde.

Die Wahl des Sozialisten Hollande würde die europäische Zusammenarbeit erschweren, sagte Gröhe. Hollande wäre "ein Hemmschuh für die weitere Integration und die Zukunft der Europäischen Union". Insbesondere kritisierte Gröhe die von Hollande angekündigte Senkung des Renteneintrittsalters.

Hollande hatte zudem in Aussicht gestellt, dass er im Fall eines Siegs einige der EU-Beschlüsse zur Beilegung der Schuldenkrise neu verhandeln wolle und auch einen neuen "deutsch-französischen Vertrag" anstrebe. Europa müsse sich stärker auf Wachstum orientieren und nicht nur aufs Sparen, wie es von Berlin vertreten wird. Mit Blick darauf warnte Gröhe ausdrücklich vor "nationalistischen Einzelgängen oder dem Zurückdrehen von wichtigen Reformen".

cte/AFP

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erkaem 28.01.2012
1. Positionierung
Zitat von sysopDie CDU setzt bei den Wahlen in Frankreich auf den Amtsinhaber. Angela Merkel plant mehrere Wahlkampfauftritte mit Nicolas Sarkozy. Den sozialistischen Herausforderer bezeichnet Generalsekretär Gröhe als "Hemmschuh für die Zukunft der Europäischen Union". http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812014,00.html
Da lehnt sich die CDU aber weit aus dem Fenster. Merkel und Gröhe greifen aktiv in den französischen Wahlkampf ein. Das ist dreist und unklug. Wie will Merkel denn mit M. Hollande, falls er die Wahl gewinnt, denn künftig zusammenarbeiten, wenn sie ihn jetzt als unfähig darstellt ? Das dürfte ein spannendes Verhältnis werden. Ich gehe davon aus, dass die Franzosen, so wie ich sie kenne, eher von der deutschen Wahlkampfhilfe abgeschreckt werden und zum Trotz das Kreutzchen an der anderen Stelle machen werden. Wenn es nicht bei Hollande ist, dann bei le Pen. Bonne chance, Super-Sarko
mauskeu 28.01.2012
2.
Zitat von sysopDie CDU setzt bei den Wahlen in Frankreich auf den Amtsinhaber. Angela Merkel plant mehrere Wahlkampfauftritte mit Nicolas Sarkozy. Den sozialistischen Herausforderer bezeichnet Generalsekretär Gröhe als "Hemmschuh für die Zukunft der Europäischen Union". http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812014,00.html
Ich hoffe nicht, dass Merkel so dumm sein wird, direkt für Sarkozy zu werben. Das würde in Frankreich schlecht ankommen. Auch ich halte das Programm von Hollande für kontraproduktiv und kann nur hoffen, dass er als möglicher Präsident wie Mitterand mehr Vernunft zeigen würde.
glücklicher südtiroler 28.01.2012
3. Frankreich...
Zitat von sysopDie CDU setzt bei den Wahlen in Frankreich auf den Amtsinhaber. Angela Merkel plant mehrere Wahlkampfauftritte mit Nicolas Sarkozy. Den sozialistischen Herausforderer bezeichnet Generalsekretär Gröhe als "Hemmschuh für die Zukunft der Europäischen Union". http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812014,00.html
Es ist eher ein Zeichen von Arroganz und in diesem Fall auch ein Zeichen von mangelnder Intelligenz sich in den Wahlkampf eines Nachbarlandes einzumischen. Sarkozy hat in Frankreich bereits jetzt teilweise das Image nur Merkels Diener und Erfüllungsgehilfe zu sein. Ein Deutscher Komiker hat es ausgezeichnet auf den Punkt gebracht... "Dinner for one" 90. Rettungsgipfel mit Sarkozy und Merkel - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=toqBmK5SWD4) Ein Präsident Frankreichs kann aus Sicht der Franzosen Vieles sein, rechts, links, er kann Geliebte haben und mit denen Kinder zeugen, er kann auch ein Populist sein ecc., aber er kann vor allem nicht der Diener des Nachbarn sein. Für Sarkozy ist die "Deutsche Hilfe" ein Danaergeschenk. Für Hollande eine Steilvorlage, die er verwandeln sollte. Aber was denkt sich dabei die deutsche Regierung selbst...? Sollte Hollande gewinnen, was leicht möglich ist, wird er das den Nachbarn spüren lassen. Die deutsch-französischen Beziehungen waren schon einmal besser. Es wird noch zu einem tiefen Zerwürfnis kommen. Dank € ist Frankreich über Italien in eine schwierige Situation geraten und wurde gerade downgegradet. Es hat keine andere Wahl als eine deutschen Interessen konträre Politik zu fahren und QE und Wachstumsstimoli zu fordern. Das Schlachtfeld wird die €-Politik und vor allem die Rolle der EZB sein... Schian Gruaß aus Südtirol...
docthedoctorgimmethenews 28.01.2012
4. Bitte NICHT
Ich lebe mittlerweile seit fast 35 Jahren in Frankreich. Ich liebe dieses Land. Die letzten 5 Jahre waren eine Katastrophe. Noch nie ging es uns so schlecht wie jetzt. Hollande ist eine normaler, aufrichtiger Mensch, genau das, was wir jetzt brauchen. Ausserdem hat er als Enarque (Ecole Nationale d'Administration, ENA) den notwendigen intellektuellen Überbau. Ich freue mich auf ihn, wirklich!
dakine 28.01.2012
5.
finde es schön, dass die europäische politik mittlerweile zusammenwächst. da sind gemeinsame wahlkampfauftritte meiner meinung nach ok. das ist gelebte europäische "innenpolitik". wenn hollande gewinnt, kommt er eben 2013 und unterstützt dann steinbrück :-) allerdings fraglich, ob merkel dem sarkozy wirklich hilft. ich hatte bisher nicht den eindruck, dass sie besonders beliebt bei den franzosen ist
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