Hilfskonvoi Gaddafi schickt Schiffe nach Gaza

Die Fahrt eines türkischen Schiffs endete mit einem Blutbad, jetzt will Libyen der Bevölkerung im Gaza-Streifen helfen. Ein Frachter mit Medikamenten und Hilfsgütern sollte noch am Freitagabend starten.


Athen/Tripolis - Libyen will den unter lettischer Flagge fahrenden Frachter "Hope" zu den Palästinensern im Gaza-Streifen schicken. Das Schiff sollte am Freitagabend vom griechischen Hafen Lavrion aus starten, sagte ein Sprecher der Botschaft Libyens der Nachrichtenagentur dpa. Lavrion liegt etwa 70 Kilometer östlich von Athen.

Die "Hope" fahre im Auftrag der libyschen Hilfsorganisation "Gaddafi International Charity and Development Foundation". Die Wohltätigkeitsorganisation wird von Saif al-Islam al-Gaddafi, einem Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al- Gaddafi, geleitet.

An Bord des Schiffs seien Libyer, Araber sowie Bürger anderer Staaten, heißt es auf der Nachrichten-Website Oaelibya, die zu einem Medienkonzern des Gaddafi-Sohnes gehört. Wie viele Menschen sich an der Aktion beteiligen, wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Das Schiff soll 2000 Tonnen Medikamente und andere Hilfsgüter geladen haben.

Ende Mai hatte eine internationale Gaza-"Solidaritätsflotte" erfolglos versucht, die von Israel verhängte Seeblockade vor dem Gaza-Streifen zu durchbrechen. Bei der Erstürmung des türkischen Schiffs "Mavi Marmara" durch die israelische Marine wurden neun Menschen getötet. Der tödliche Zwischenfall war in vielen Ländern scharf kritisiert worden. Israel hatte die Blockade des von der radikalen Hamas-Bewegung kontrollierten Gaza-Streifens daraufhin etwas gelockert.

Der libysche Staatschef Gaddafi hält die Zwei-Staaten-Lösung für Israel und die Palästinenser für unrealistisch. Er befürwortet die Gründung eines gemeinsamen Staates für Juden und Araber.

als/dpa

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