Rennen um US-Präsidentschaft Hillary Clinton triumphiert bei Wahl in South Carolina

Ist das schon die Vorentscheidung bei den Demokraten? Hillary Clinton erzielt einen klaren Sieg über ihren Rivalen Bernie Sanders bei der Vorwahl in South Carolina - kurz vor dem Super Tuesday erhält sie so mächtig Rückenwind.

Von , Washington


Donald Trump und die anderen Bewerber der Republikaner führen einen erbitterten Kampf um die Nominierung für die Kandidatur zur US-Präsidentenwahl. Bei den Demokraten geht es hingegen vergleichsweise friedlich zu. Und es sieht fast so aus, als könne Hillary Clinton schon bald als Kandidatin ihrer Partei feststehen.

In South Carolina konnte sie einen weiteren wichtigen Sieg verbuchen. Laut einer ersten Erhebung von CNN erreichte sie dort gut 74 Prozent der Stimmen. Ihr Rivale Bernie Sanders erhielt lediglich 26 Prozent.

Unter den Demokraten des südlichen Bundesstaates gibt es viele Anhänger des amtierenden Präsidenten Barack Obama. Clintons Sieg zeigt, dass es ihr nach Startschwierigkeiten bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire nun offenbar sehr gut gelingt, diese Wählerschaft anzusprechen; darunter sind viele Afroamerikaner. Laut Umfragen votierten in South Carolina gut 87 Prozent der schwarzen Wähler für Clinton.

Am kommenden Dienstag, am Super Tuesday, kann sie deshalb auf weitere Erfolge hoffen. Gewählt wird dann unter anderem in weiteren südlichen Bundesstaaten mit hohem afroamerikanischen Bevölkerungsanteil wie Alabama, Georgia oder Arkansas.

"Wir können gemeinsam alles schaffen", sagte Clinton bei ihrer Siegesansprache. Für Clinton ist der Sieg in South Carolina auch eine Wiedergutmachung: 2008, als sie bei den Vorwahlen erfolglos gegen Barack Obama kandidierte, verlor sie den Staat an ihn.

Für die nächsten Vorwahlen zeichnet sich Clintons Taktik bereits ab: Sie versucht gezielt, afroamerikanische Wähler anzusprechen. Mehrfach traf sie sich in den vergangenen Tagen mit Angehörigen von schwarzen Jugendlichen, die durch Kriminalität oder Polizeigewalt ums Leben kamen. Außerdem lobt sie bei jeder Gelegenheit US-Präsident Obama.

Gleichzeitig versucht sie, junge Wähler für sich zu gewinnen. Bei ihnen hatte bislang ihr Rivale Bernie Sanders mehr Erfolg. Nun betont Clinton immer häufiger, sie wolle sich für die Interessen der jungen Menschen einsetzen.

Auffällig auch: Clinton beginnt bereits, sich als klare Alternative zu Donald Trump zu präsentieren. Offenbar geht sie davon aus, dass Trump ihr Gegenkandidat bei der eigentlichen Präsidentenwahl im November sein wird. Trump soll als Spalter erscheinen, während sie verspricht, das Land zusammenzuführen. In ihrer Siegesansprache in South Carolina verwies sie auf Trumps Lieblingsspruch, er wolle Amerika wieder "großartig" machen. "Wir müssen Amerika nicht wieder groß machen. Amerika hat niemals aufgehört, großartig zu sein", rief sie. "Wir müssen Amerika wieder zusammenführen."

In Anspielung auf Donald Trumps Kampagne gegen mexikanische Einwanderer sagte sie: "Wir dürfen keine neuen Mauern bauen, sondern müssen Grenzen überwinden." Amerika brauche mehr "Liebe und Freundlichkeit".

Für Bernie Sanders ist die deutliche Niederlage bitter: Noch vor wenigen Tagen sah es aus, als könne er Clinton überholen. Doch nach ihrem Erfolg in Nevada in der vergangenen Woche und dem Triumph in South Carolina, gerät der Senator aus Vermont zunehmend unter Druck. Zwar kann er laut Umfragen immer noch vor allem bei weißen Männern und bei jungen Leuten punkten. Doch Clinton wird es nun leichter fallen, Gelder von Spendern einzusammeln und ihre Kampagne weiter zu befeuern. Alle Beobachter gehen davon aus, dass sie schon bald eine deutliche Führung bei der Zahl der Delegiertenstimmen erreichen wird, die es braucht, um beim Parteitag im Sommer die Nominierung der Demokraten zu gewinnen. Gerade in den Südstaaten sind für sie viele dieser Stimmen zu holen.

Sanders, der sich als linke Alternative zu der eher moderaten Clinton präsentiert, will trotzdem weiterkämpfen. Er muss nun darauf hoffen, am Super Tuesday die Mehrheit der Stimmen in Staaten wie Colorado, Minnesota oder Oklahoma zu gewinnen, um so weiter im Rennen zu bleiben. Trotzig erklärte er nach der Schlappe in South Carolina: "Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man."

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Seite 1
gandhiforever 28.02.2016
1. Ja
Ja, Hillary Clinton hat in South Carolina haushoch gewonnen. Da hat der Firewall gehalten. Frau Clinton hat rund 90% der Stimmen der Schwarzen und ueber 70% der Stimmen von Frauen erhalten (Doppelzaehlungen , da es bekanntlich auch schwarze Frauen gibt). Die Frau von Bill Clinton hat dieses Ergebnis eingefahren, weil ihr Gatte und sie auch als grosse Verfechter der Rassengleichheit und Gegner der Rassendiskriminierung gelten. Sie hat die schwarzen Stimmbuerger als Firewall gegen saemtliche Gegner bezeichnet. Und das Resultat scheint sie zu bestaetigen. Doch wie lange noch? Anscheinend hat sich einiges noch nicht so weit herumgesprochen, doch sobald sich das aendert, werden die sensiblen Afroamerikaner Hillary nicht mehr die Stange halten. "Super-Predators" koennten bald zur Fahnenflucht fuehren! Als solche hat Frau Clinton 1996 schwarze Jugendliche aus den Ghettos bezeichnet. Von einer jungen Schwarzen darauf angesprochen, distanzierte Frau Clinton sich von der damaligen Charakterisierung, liess die junge Dame, die Eintritt fuer die Veranstaltung bezahlt hatte, dann aber aus dem Saal entfernen. http://www.ibtimes.com/hillary-clinton-super-predators-video-black-lives-matter-activists-revives-democrats-2324899 http://www.pastemagazine.com/articles/2016/02/there-goes-the-firewall-hillary-clintons-response.html Frau Clinton mag sich ja noch gegen Bernie Sanders durchsetzen, doch werden die Republikaner die rassistischen Bemerkungen ganz sicher zu ihren Gunsten ausnutzen. Und ob die Schwarzen dann noch zu Frau Clinton stehen, wage ich zu bezweifeln. Wenn diese und Sanders-Anhaenger im November zu Hause bleiben, dann kann sogar der spinnigste Republikaner gewaehlt werden.
dunnhaupt 28.02.2016
2. Ich wette: Erdrutsch für Clinton im November
Es ist jetzt schon völlig offensichtlich, wie die Wahlen verlaufen werden. Die Wähler fordern "Erfahrung", während die Republikaner gerade umgekehrt gegen das Establishment auf Nicht-Politiker setzen. Und wer könnte wohl mehr Erfahrung vorweisen als Clinton? Während die Republikaner sich immer noch um ihren Kandidaten kampeln, hat Clinton ihren langen Siegeszug bereits begonnen. Es fehlt lediglich noch die Krönungsfeier im November.
jojack 28.02.2016
3. Geschenk an die Republikaner
Die voraussichtliche Nominierung Hillarys ist ein Geschenk an die Republikaner. Gerade wenn diese sich noch besinnen und Marco Rubio zum Präsidentschaftskandidaten küren. Gegen das junge Gesicht Rubios wird es für die Skandalnudel Hillary Clinton schwer werden, die notwendigen Sympathiepunkte einzusammeln. Man kann davon ausgehen, dass im Wahlkampf erneut die Schmutzflecken auf Hillarys politischer Biografie zur Sprache kommen. Als da wären: die von ihr zu verantwortende ausbleibende Hilfeleistung für ermordete amerikanische Diplomaten in Benghasi, mehrfacher schwerer Geheimnisverrat in der E-Mail-Affäre, Erpressungsversuche gegenüber Bills diversen Geliebten in den 1990ern usw. Wenn es bei der GOP jedoch tatsächlich zur Nominierung von "The Donald" kommt, ist das Rennen offen.
dereuropaeer 28.02.2016
4.
Wir können uns nur wünschen, daß Hillary Clinton die neue Präsidentin wird und Trump in der Versenkung verschwindet
oskarshamn 28.02.2016
5. Clinton sicherer Sieger
Clintons Sieg war eh nie in Gefahr, weil ihr die große Mehrheit der Wahlleute zufällt, die nicht gewählt werden sondern von der Partei bestimmt werden. Da müsste Sanders schon landesweit 60-70% bekommen, um daran auch nur zu kratzen.
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