Syrien-Politik Clinton macht Obama für Erfolge der IS-Miliz mitverantwortlich

Harte Worte für US-Präsident Barack Obama von seiner ehemaligen Außenministerin: Hillary Clinton macht ihren Ex-Chef für den Aufstieg der Dschihadisten im Nahen Osten mitverantwortlich. Er habe die Rebellen in Syrien zu wenig unterstützt.

Ex-US-Außenministerin Clinton (Archivbild): In einem Interview kritisiert sie Obamas Politik im Nahen Osten
AFP

Ex-US-Außenministerin Clinton (Archivbild): In einem Interview kritisiert sie Obamas Politik im Nahen Osten


Washington - "Große Nationen brauchen organisierte Prinzipien, und 'Macht kein dummes Zeug' ist kein organisiertes Prinzip", sagte Ex-US-Außenministerin Hillary Clinton. Weil er die Rebellen in Syrien nicht ausreichend unterstützte, sei Präsident Barack Obama für ein Machtvakuum mitverantwortlich. In einem Interview mit dem Wochenmagazin "The Atlantic" sagte Clinton, die US-Regierung habe die Oppositionellen im Kampf gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad vernachlässigt. So hätten die Dschihadisten Raum zur Entfaltung bekommen.

Clinton war Außenministerin während Obamas erster Amtszeit. Damals hatte sie sich für eine Bewaffnung der syrischen Oppositionellen eingesetzt - erfolglos. "Die fehlende Unterstützung beim Aufbau einer glaubwürdigen Kampftruppe aus den Menschen, die ursprünglich die Proteste gegen Assad anführten - da waren Islamisten, da waren Säkularisten, da war alles dazwischen - hat ein großes Vakuum hinterlassen, das die Dschihadisten nun gefüllt haben", sagte Clinton. Das Interview gab sie bereits vor Obamas Anordnung von Luftangriffen auf Dschihadisten im Nordirak am Donnerstag.

Die USA müssten eine "übergreifende" Strategie für den Umgang mit dem islamischen Extremismus entwickeln, sagte Clinton und zog eine Parallele zu der Zeit des von der Sowjetunion angeführten Kommunismus. Während sie Obama als "unwahrscheinlich intelligent" und "nachdenklich" bezeichnete, beschrieb sie sein außenpolitisches Vorgehen als streckenweise zu vorsichtig.

"Eingrenzung, Abschreckung und Sieg"

"Einer der Gründe, warum ich mir Sorgen darum mache, was im Nahen Osten passiert, ist das Ausbruchpotenzial der dschihadistischen Gruppen, das sich auf Europa und die USA auswirken kann", sagte Clinton. Die Bestimmung der IS-Miliz sei es, zu expandieren und gegen den Westen, gegen die Kreuzritter zu sein. "Wie versuchen wir, das einzudämmen? Ich denke viel über Eingrenzung, Abschreckung und Sieg nach."

Im Vorwahlkampf der Demokratischen Partei im Jahr 2008 unterlag Clinton ihrem Konkurrenten Obama. Nun werden der früheren First Lady neue Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt. Die heute 66-Jährige war vier Jahre lang Außenministerin und zog sich dann aus der aktiven Politik zurück. Kürzlich erschien ihr Buch "Entscheidungen", in dem sie von ihrer Zeit als Chefdiplomatin berichtet.

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vek/AFP/dpa



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insgesamt 113 Beiträge
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pinky.s.brain 11.08.2014
1. ohne
Diese Frau macht mir Angst. Und sie war mal Diplomatin. Sie hätte eher Kriegsfalke werden sollen.
rosskal 11.08.2014
2. IS war Teil der syrischen Rebellen
Schizophrenie oder Ignoranz, Frau Clinton? Die IS waren Teil der Rebellen in Syrien! Macht Obama auch ur ein einziges Mal halbwegs etwas richti, wird er aus den eigenen Reihen angegriffen
brotherandrew 11.08.2014
3. Hillary ...
... ist sich für nichts zu schade, um sich als nächste Präsidentschaftskandidatin zu präsentieren. Zwischen den Clintons und den Obamas herrscht eh gepflegte Feindschaft, seitdem Obama Hillary bei den Vorwahlen 2008 ausgetrickst hatte.
RedKore 11.08.2014
4. Bitte Was!?
Die Frau scheint nichts verstanden zu haben, die "Rebellen" in Syrien sind die Terroristen. Sie bestehen zu einem großen Teil aus ausländischen islamisten die aus Syrien einen Gottesstaat machen wollen.
Al.Ba. 11.08.2014
5. Wie bitte
Mehr waffen für die rebellen ins syrien hätte den Wirkungsbereich und der islamistischen kräfte dort sogar noch vergrößert. Und wer weiß wieviele waffen dort den besitzer gewechselt haben. Also vl bombadrdieren die maerikaner gerade wieder islamisten die amerikanische waffen tragen. Das hat ja offensichtilich system.
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