Wahlkampf in den USA 22 Clinton-Mails im "Top Secret"-Ordner gelandet

Die Vorwahlen in Iowa stehen kurz bevor - und schon wieder muss sich Hillary Clinton mit ihre E-Mail-Affäre herumärgern: Das US-Außenministerium will einige ihrer Schreiben unter Verschluss halten - sie gelten jetzt als "Top Secret".

Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa: Zunehmend unter Druck
DPA

Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa: Zunehmend unter Druck


Das US-Außenministerium wird 22 Mails von Hillary Clinton aus ihrer Zeit als Außenministerin als "Top Secret" unter Verschluss halten. Der Sprecher des Ministeriums, John Kirby, sagte am Freitag in Washington, die Dokumente seien nicht vertraulich gewesen, als sie gesendet wurden, würden aber jetzt von Geheimdiensten so bewertet.

Kurz vor der ersten Vorwahl im Kampf um das Weiße Haus im US-Bundesstaat Iowa hat die Entscheidung des Außenministeriums Brisanz für den Wahlkampf. (Wie die Vorwahlen funktionieren, lesen Sie hier.)

Hintergrund: Clinton hatte während ihrer Zeit als US-Außenministerin von 2009 bis 2013 einen privaten E-Mail-Account (hdr22@clintonemail.com) für ihre gesamte dienstliche Kommunikation genutzt; eine amtliche E-Mail-Adresse hatte sie nicht besessen. Das widersprach damals nicht den ziemlich schwammig formulierten Vorschriften.

Seit das bekannt geworden ist, versuchen die Republikaner, Clinton als Geheimniskrämerin darzustellen, die etwas zu verbergen hat. Mit einigem Erfolg: Die E-Mail-Affäre hat der Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten bereits schwer geschadet. Das FBI ermittelt.

Clintons Wahlkampfteam reagierte schnell auf die Entscheidung des Außenministeriums, einige Mails nicht zu veröffentlichen: "Mit aller Deutlichkeit widersprechen wir dieser Blockade durch das State Department." Clinton setze sich seit mehr als einem Jahr dafür ein, die E-Mails der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Insgesamt geht es bei den 22 Mails um sieben E-Mail-Wechsel auf 37 Seiten. Von den insgesamt noch rund 9000 fehlenden Seiten sollten am Freitagabend weitere 1000 veröffentlicht werden. Insgesamt geht es um 55.000 Seiten.

kry/dpa



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