US-Wahlkampf Clinton nennt Trump ein Sicherheitsrisiko

Was wäre, wenn Donald Trump der nächste US-Präsident würde? Seine Herausforderin Clinton zeichnet - wenig überraschend - ein düsteres Bild: Amerika würde "weniger sicher und die Welt gefährlicher".

Clinton an der Stanford University
AFP

Clinton an der Stanford University


Der republikanische Präsidentschaftsanwärter Donald Trump hat mit seinen Ideen für einen außenpolitischen Kurs seines Landes schon häufig für Kopfschütteln gesorgt. Nun hat seine demokratische Rivalin Hillary Clinton deutlich gemacht, was sie davon hält: Sollte sich der Rechtspopulist bei der Wahl im November durchsetzen, werde dies "Amerika weniger sicher und die Welt gefährlicher machen", sagte sie in einer Rede an der Stanford University in Kalifornien.

Trump hatte am Vortag in einem Interview mit der "Washington Post" den derzeitigen Grad des Engagements der Vereinigten Staaten in der Nato in Frage gestellt und angedeutet, dass er als Präsident generell die Rolle der USA in der Welt deutlich zurückfahren würde. Seine Devise: "America first".

Clinton sagte, die USA profitiere von ihrem Engagement in internationalen Bündnissen stark. "Insbesondere die Nato ist eine der besten Investitionen, die Amerika je gemacht hat." Vom Balkan bis Afghanistan und darüber hinaus hätten die Nato-Verbündeten Seite an Seite mit den Vereinigten Staaten gekämpft.

Falls die USA den Partnerländern den Rücken kehrten, würde dies Russland in die Hände spielen. Präsident Wladimir Putin hoffe darauf, Europa spalten zu können. "Wenn Mister Trump sich durchsetzt, wird es wie Weihnachten im Kreml sein", sagte Clinton.

Trump ist auch in seiner Partei schwer umstritten. Jeb Bush gab nun bekannt, er werde sich hinter Ted Cruz stellen, den US-Senator aus Texas, falls es beim Parteitag der Republikaner im Juli eine Kampfkandidatur gegen Trump gebe. Der Sohn von Ex-Präsident George Bush und Bruder von Ex-Präsident George W. Bush war selbst als Kandidat für die Republikaner angetreten, da er keinen Rückhalt bekam, beendete er vor einigen Wochen seinen Wahlkampf.

Bei den Vorwahlen zur Nominierung der Präsidentschaftskandidaten liegen Clinton und Trump in ihren jeweiligen Parteien vorn.

Ergebnisse der US-Vorwahlen

vks/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rgw_ch 24.03.2016
1. Clinton ist auch eine Kriegsgefahr
Vielleicht sollte man nicht vergessen, dass Clinton sich für Krieg gegen Iran ausgesprochen hat (zu hören z.B. hier: https://www.youtube.com/watch?v=O894bXmqqGU). Ich würde es umgekehrt sehen;: Trumps Ankündigung, die amerikanische NATO-Aktivität einzuschränken, wäre für mich eher ein Grund, ihm die Daumen zu drücken. Die Welt wäre zweifellos ein sichererer Ort, wenn all die amerikanischen Bomben der letzten 15 Jahre, viele davon unter dem Label der NATO, nicht gefallen wären.
ketzer2000 24.03.2016
2. Amerika First
Die Zahl der Konflikte, die zur Amtszeit Obamas begonnen und denen, die seine Vorgänger zu verantworten haben, unterscheiden sich nicht wesentlich. Guantanamo ist immer noch offen, könnte von Trump allerdings wieder gefüllt werden. Durch den Krieg in Syrien und der Ukraine verbunden mit den Flüchtlingen ist Europa mehr gespalten denn je, denn eine Lösung ist zwar vereinbart, aber nicht umgesetzt. Europa hat sich von Russland weiter entfernt als in den letzten 25 Jahren. Letztlich werden Trump und auch Clinton ausschließlich für die Wahrung von Amerikas Interessen sorgen und nichts anderes!
women_1900 24.03.2016
3. Clinton zeichnet - wenig überraschend - ein düsteres Bild
und was wäre, wenn Hillary Clinton Präsidentin würde? Das Bild wäre genau so düster. Die Welt würde weniger sicher und sie würde gefährlicher.
olli118 24.03.2016
4. Unfassbar
Ein Präsidentschaftskandidat, der öffentlich propagiert, dass er die Folter wieder einführen möchte, und gerne noch Schlimmeres zulassen würde als Waterboarding - und die Menge jubelt ihm zu? Schlimmer als Putin. Und das ist das Land, das wir als unsere "Führungsmacht" anerkennen. Na dann, gute Nacht.
SchulzM 24.03.2016
5. halbwahrheiten
Clinton ist genauso eine Sicherheitsbedrohung wie Trump auch. nur zeigt sie es nicht, was sie noch gefährlicher macht. Die Demokraten haben genau so viel Krieg über diese Welt gebracht wie alle anderen Parteien auch. Es macht keinen Unterschied wen die USA wählt. Es wird nichts an der Gewaltspirale ändern.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.