Clintons Rede in Philadelphia "Als Präsidentin werde ich... "

Zum Abschluss des Parteitags der US-Demokraten nimmt Hillary Clinton die Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin offiziell an. Sie schildert, wie Amerika mit ihr im Oval Office aussehen würde - und wie gefährlich Donald Trump ist.

AFP

Hillary Clinton hatte es nicht leicht. Ihre Rede war als krönender Abschluss des Parteitags der US-Demokraten geplant. Doch in den vergangenen Tagen hatten unter anderem schon Bernie Sanders, Michelle Obama und auch der Präsident höchstpersönlich auf der Bühne in Philadelphia gestanden - und packende, emotionale, teils brillante Reden abgeliefert. Nun musste also Clinton liefern.

Und das tat sie. Immer wieder brachen die Delegierten in Jubel aus. Es dauerte schon Minuten, bis die 68-Jährige mit ihrer Rede beginnen konnte. Sie bedankt sich zunächst bei ihrer Partei, bei ihrer Familie, bei den bisherigen Rednern. Anschließend schilderte sie ihre Vision für Amerika - und zwar immer wieder in Abgrenzung zu ihrem republikanischen Rivalen Donald Trump.

"Er will uns vom Rest der Welt und voneinander trennen", sagte sie. "Aber gemeinsam sind wir stärker." Clinton stellte die Gemeinsamkeiten und den Zusammenhalt der Amerikaner in den Mittelpunkt ihrer Rede. "Glaubt niemandem, der euch sagt, er könne alles alleine lösen", sagte sie und berief sich damit direkt auf ein Zitat Trumps.

Video: Geschafft - zumindest bis hierhin

Nach etwa 20 Minuten brach im Saal der bis dahin größte Jubel aus: Und zwar, als Clinton ihre Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten offiziell annahm. Es ist ein historischer Schritt, sie ist die erste Frau, die für eine der großen US-Parteien ins Rennen um das Weiße Haus einsteigt.

Clintons Botschaft an Sanders

Im parteiinternen Vorwahlkampf hatte sich Clinton erst nach Monaten gegen Senator Bernie Sanders durchsetzen können. Auch bei ihm und seinen Anhängern bedankte sich Clinton während ihrer Rede: "Bernie, deine Kampagne hat Millionen Amerikaner inspiriert", sagte sie. Und an seine Anhänger gewandt: "Ich habe euch gehört. Unser Land braucht eure Ideen, eure Energie, euren Einsatz."

Chelsea Clinton
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Chelsea Clinton

Vorgestellt wurde die Politikerin von ihrer Tochter Chelsea. Sie pries Hillary Clinton als gute Zuhörerin, als Macherin, als Kämpferin, als Mutter, als Großmutter. Anschließend wurde noch ein kurzer Clip über das Leben und die Karriere Hillary Clintons gezeigt, dann kündigte Chelsea Clinton sie offiziell auf der Bühne an: "Meine Mutter, meine Heldin und unsere nächste Präsidentin."

Clintons oberste Priorität

Hillary Clinton sagte, ihre oberste Priorität werde die Schaffung neuer Arbeitsplätze sein. "Als Präsidentin werde ich mehr Möglichkeiten und mehr gute Jobs schaffen, mit wachsenden Löhnen, hier in den Vereinigten Staaten." Dies gelte besonders für benachteiligte Regionen des Landes. Diesen Schwerpunkt wolle sie von ihrem "ersten Tag im Amt bis zum letzten" setzen.

Sie kam auch auf den Kampf gegen den internationalen Terror zu sprechen: "Wir sehen mit klarem Blick, was auf unser Land zukommt. Aber wir haben keine Angst. Wir werden mit der Herausforderung wachsen, wie wir es stets getan haben."

Jeder, der Nachrichten verfolge, könne die Bedrohungen sehen, sagte Clinton. "Von Bagdad bis Kabul, von Nizza über Paris und Brüssel bis nach San Bernardino und Orlando haben wir es mit entschlossenen Feinden zu tun, die besiegt werden müssen." Sie habe dafür - im Gegensatz zu Trump - bereits konkrete Vorschläge vorgelegt. Trump behaupte, er wisse mehr über die Terroristen des sogenannten Islamischen Staates als die Generäle der Armee. Pause. "Nein Donald, das tust du nicht!"

Trump könne nicht einmal die Herausforderungen eines Wahlkampfes meistern, sagte Clinton. Geschweige denn die einer Präsidentschaft.

aar/AP/Reuters/dpa

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