Clinton über Trump-Kritik der Republikaner "Man erntet, was man sät"

"Donald Trump kam nicht aus dem Nichts." Hillary Clinton zeiht das Republikaner-Establishment der Heuchelei: Die Partei habe den Extremismus selbst herangezüchtet.

Hillary Clinton
REUTERS

Hillary Clinton


Die demokratische US-Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton hat in einer Rede am Montag eine Botschaft an die Republikaner: "Man erntet, was man sät." Gemeint ist der Erfolg des republikanischen Anwärters für die Präsidentschaftskandidatur: Donald Trump.

Vielen etablierten Republikanern wird Angst und Bange angesichts des Erfolgs von Trump. Nun machen sie gegen den Kandidaten Stimmung und schmieden Pläne, wie sie seine Kandidatur doch noch verhindern können. Die ehemalige Außenministerin Clinton hält das laut einem Bericht des "Guardian" für heuchlerisch: "Donald Trump kam nicht aus dem Nichts", sagte sie in einer Rede an der Universität Wisconsin-Madison. "Wer erst das Extreme normal gemacht hat, öffnet die Türen für noch Schlimmeres."

Seit Trumps jüngsten Erfolgen bei den Vorwahlen in Florida und Illinois nimmt in den USA der Widerstand gegen eine mögliche Präsidentschaftskandidatur des populistischen Milliardärs deutlich zu. Trump hat sich mit seiner Rechthaberei und seinen demagogischen Pöbeleien eine Menge Feinde gemacht. Proteste kommen dabei nicht mehr nur allein von linken Aktivisten, Demokraten oder Trump-Gegnern in der republikanischen Partei, sondern aus ganz unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft.

Der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney etwa sagte, der sogenannte Trumpismus stehe für Rassismus, Geschmacklosigkeit und Engstirnigkeit. Auch die ehemalige Tea-Party-Heldin Christine O'Donnell sagte, Trump sei als Kandidat schlicht untragbar. Jeb Bush gab bekannt, er werde sich hinter Ted Cruz stellen, den US-Senator aus Texas, falls es beim Parteitag der Republikaner im Juli eine Kampfkandidatur gegen Trump gebe.

Schon zuvor hatte auch Clinton deutlich gemacht, was sie von Trump und dessen außenpolitischen Plänen hält: Sollte sich der Rechtspopulist bei der Wahl im November durchsetzen, werde dies "Amerika weniger sicher und die Welt gefährlicher machen".

Trotz aller Kritik führt der Multimilliardär Trump das Bewerberfeld der Republikaner deutlich an. Bei den Demokraten liegt Clinton deutlich vorn. Das bleibt auch so, obwohl ihr Rivale Bernie Sanders bei den Vorwahlen der US-Demokraten in Washington und Alaska sie zuletzt klar schlagen konnte.

Ergebnisse der US-Vorwahlen

vek



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 127 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
colonium 29.03.2016
1. Auch auf Deutschland anwendbar...
Clinton hat mit ihren Außführungen über die Mitverantwortung des politischen Aufstiegs des unerträglichen Rechtspopulisten Trump völlig recht. Das gleiche gilt ebenso für seinen Herausfoderer Ted Cruz. Beim lesen dieses Artikels und speziell dieses Satzes " Donald Trump kam nicht aus dem Nichts", sagte sie in einer Rede an der Universität Wisconsin-Madison. "Wer erst das Extreme normal gemacht hat, öffnet die Türen für noch Schlimmeres." dachte ich sogleich auch an Horst Seehofer. Er iund die CSU sind die Republikaner Deutschlands, die das Extreme normal gemacht haben und noch Schlimmeres, die AfD, erst möglich gemacht haben..
jujo 29.03.2016
2. ...
Zu Trump fallen mir deutliche Parrallelen auf zur deutschen Vergangenheit. Ähnliches entwickelt sich gerade auch in Europa nicht nur in Deutschland.
ihawk 29.03.2016
3. Manipulierte Zahlen
Es sind in Wirklichkeit 719 Superdelegierte die fälschlicherweise dem Clinton Konto zugerechnet werden. Zieht man die Zahl der Superdelegierten ab, führt Bernie Sanders bereits knapp. Die Superdelegierten werden sich dem Kandidaten zuwenden, dem sie den Sieg über den republikanischen Kandidaten zutrauen - bei diesen Umfragen führt Sanders deutlich.
G111 29.03.2016
4. Zeitgeist in demokratischen Gesellschaften
Trump spiegelt trefflich den aktuellen Zeitgeist in vielen demokratischen Staaten weltweit wider. Eine nicht unerhebliche Größe sch**** auf demokratische Grundwerte. Politische Stilmittel sind klare Abgrenzung statt Differenzierung, Konfrontation statt Dialog, Extremismus statt Kompromiss, schwarz-weiß statt grau. Zu was diese Politik führt sieht man in der Türkei, Ungarn, Russland oder Polen. Alles Länder, in denen die aktuellen Regierungen über weitestgehend demokratische Wahlen an die Macht gekommen sind und dass obwohl jeder wusste, was da zur Wahl steht.
tomxxx 29.03.2016
5. Tja...
und das was wir zur Zeit erleben ist die Summe von all dem was gesäht wurde...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.