Debatte der US-Demokraten "Trump will eine schöne hohe Mauer bauen"

Es ist ein spannendes Rennen zwischen Hillary Clinton und ihrem Rivalen Bernie Sanders. In einem TV-Duell warnten beide aber einstimmig vor der Gefahr Donald Trump.

Sanders und Clinton
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Sanders und Clinton


Ja, Hillary Clinton liegt im Kampf um die wichtigen Delegiertenstimmen noch immer klar vor ihrem Rivalen Bernie Sanders. Nein, ans Aufgeben denkt der noch lange nicht. Das wurde auch bei der jüngsten TV-Debatte der beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber deutlich.

Clinton und Sanders trafen in Miami aufeinander, es war ihr achtes Fernsehduell. Gerade einen Tag ist es her, dass sie in Mississippi und er in Michigan gewonnen hat. Bei der Konkurrenzpartei, den Republikanern, war der Wahldienstag ein Sieg für Donald Trump - und zu dem hatten auch beide demokratischen Bewerber etwas zu sagen.

Trump sei unamerikanisch, sagte Clinton. Er bediene mit seinem Wahlkampf Vorurteile und Paranoia. Seinen Slogan "Amerika wieder groß machen" kritisierte sie ebenfalls: "Man macht Amerika nicht wieder groß, indem man alles los wird, was es einst groß gemacht hat." Und der Plan des populistischen Milliardärs, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, für die das Nachbarland dann auch noch "auf magische Weise" zahlen werde, sei eine reine Fantasie.

Sanders erinnerte daran, dass Trump zahlreiche Menschen beleidigt habe, darunter Afroamerikaner, Frauen und Muslime. Wähler würden niemals für einen Präsidenten Trump stimmen.

So einig waren sich Clinton und Sanders aber freilich nicht in allen Punkten, vor allem beim Thema Einwanderung und Wirtschaft stritten und kritisierten sich die beiden.

Die ehemalige US-Außenministerin nannte den Wahlkampf einen Marathon, "und es ist ein Marathon, der nur von einer Kampagne wie meiner durchgezogen werden kann". Sanders entgegnete, seine Kampagne sei zu Beginn kaum wahrgenommen worden; inzwischen habe er aber gezeigt, dass seine Botschaft gehört werde - zuletzt mit seinem Sieg in Michigan.

Am kommenden Dienstag finden die nächsten Wahlen in Missouri, Illinois, Ohio und Florida statt. Es geht dabei um insgesamt 691 Delegiertenstimmen. Im Folgenden finden Sie die bisherigen Ergebnisse im Überblick:

Ergebnisse der US-Vorwahlen

aar/AP/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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sitting-bull 10.03.2016
1. Gestern wurde Clinton noch wie die sichere Siegerin
behandelt: "Mit Blick auf die Wahl im November wird sie sich etwas einfallen lassen müssen, um diese Wählergruppe besser anzusprechen." http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-gewinnt-vorwahlen-in-michigan-und-mississippi-a-1081341.html Und mit "Wahl im November" sind natürlich die Präsidentenwahlen (US: general election) gemeint gewesen, weil die Wahl zum Kandidaten der demokratischen Partei Ende Juli stattfinden wird. Ich sehe da auch nirgendwo einen Konjunktiv oder so. Heute also wieder ein "spannendes Rennen", richtig, was interessiert das Geschwätz von gestern. Nun hat Clinton wieder mal einen wichtigen Bundesstaat nicht gewinnen können, obwohl die Medien sie promoten und die Demoskopen ihr einen Vorsprung in Michigan zwischen 13 und 22% vor Sanders vorhersagten. Lügenpresse? Ich kann mir vorstellen, dass es auf der Convention der Demokraten richtig drunter und drüber gehen wird, wenn Clinton weiter Schlüsselstaaten verliert und am Ende ihr Wahlmännerüberschuss sich einzig aus Superdelegierten und den größeren prozentualen Siegen in für die general election wertlosen Südstaaten ergeben hat UND Sanders dann auch noch besser im direkten Vergleich zu Trump abschneidet als sie. Sie können Clinton dann NICHT ohne Reue als POTUS-Kandidat aufstellen. Mögliche Lösung: Vize-Präsi Ticket für sie oder Sanders in Doppelrolle. Und mal schauen, wie oft die Presse bin dahin ihre Lieblings-Establishment-Kandidatin noch vorneweg zum Sieger küren wird, mit all den dubiosen Methoden, welche euch zur Verfügung stehen (Superdelegierte, Demoskopie, wink wink). Ich meine, mehr als 2 Dutzend Bush-Clintons-Bubba-Jahre sind mehr als genug. Wir brauchen auch in den USA keine Familien-Herrscher-Dynastien. Sondern frischen Wind. Den Obama ja nur vorgetäuscht hat.
ossimann 10.03.2016
2. Au Backe das ist fett .....
Da die AfD / Pegida nach Einschätzung unserer Regierung ein rechter Mob ist und in keinen Fall irgendwelcher Zusammenarbeit würdig ist bin ich gespannt wie das Verhältnis zur USA im Falle eines Sieges von Trumph ist . In diesen Falle wird man die faschistoide Ausschweifungen weglächeln wie bei den Agieren der Türkei gegen Kurden , Meinungsfreiheit etc . oder den Kopf ab Massenexekutionen i Saudi Arabien . Wenn es um "Wirtschafts - Finansinteressen" geht sind die Massstäbe anders gelegt als bei den Sorgen des eigenen Volkes ...... man nennt sowas "Volkspartei" .
cum infamia 10.03.2016
3. Kurve kriegen ?
Sollte Trump tatsächlich Präsident werden, freue ich mich schon auf die Verrenkungen der deutschen Medien, um dann mit merkelscher 180-Grad- Wende bei Trump nur noch gutes und vorbildliches für Deutschland zu erkennen....
power.piefke 10.03.2016
4. wieso angst vor Trump?
der ist doch nur ein Opportunist. wieso fürchtet sich keiner vor bspw. religiösen Fanatikern wie Cruz? das sind doch die Leute, die einst die Achse des bösen gebildet haben. nur mit einer anderen Religion. aber um nichts besser.
hugahuga 10.03.2016
5.
Sanders an erster Stelle - weil er das ausgewogenste Programm vertritt. Trump an zweiter Stelle - trotz aller Verrücktheiten, die aber nur der Aufmerksamkeit dienen sollten. Clinton - schlechteste aller Möglichkeiten, da bellizistisch ausgerichtet
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