Donna Brazile Demokratische Vorwahlen waren laut Ex-Parteichefin zugunsten Clintons manipuliert

Wurde Hillary Clinton im Vorwahlkampf der Demokraten gegenüber Bernie Sanders bevorteilt? Ex-Parteichefin Brazile sagt: ja. Sie spricht in einem Buch von "interner Korruption" - und erhält Unterstützung.

Donna Brazile
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Die ehemalige Vorsitzende der US-Demokraten, Donna Brazile, hat schwere Vorwürfe gegen die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gerichtet. In einem Gastbeitrag für das Magazin "Politico" erklärte Brazile, Clinton habe die Partei finanziell kontrolliert und damit die Wahlchancen auf regionaler und kommunaler Ebene vermindert. So sei die Basis vehement geschwächt worden. Brazile sprach von "interner Korruption" bei den Demokraten.

In einem Buch, das Brazile bald veröffentlicht, beschreibt sie zudem eine aus ihrer Sicht "unethische" Vereinbarung zwischen Clinton und der Demokratischen Partei. Die Vorwahlphase sei zugunsten Hillary Clintons und gegen deren parteiinternen Widersacher Bernie Sanders manipuliert worden, schrieb die Ex-Parteichefin.

Die Vereinbarungen zwischen der Parteiführung und dem Clinton-Lager habe es bereits seit August 2015 gegeben, lange bevor der interne Auswahlprozess überhaupt gestartet worden sei. Clinton verlor die Präsidentschaftswahl am 8. November 2016 überraschend gegen den Republikaner Donald Trump.

Trump: "Wo ist unser Justizministerium?"

Auch die demokratische Senatorin Elizabeth Warren erhob Vorwürfe gegen die eigene Partei. In einem Interview mit dem TV-Sender CNN bejahte sie die Frage, ob sie glaube, die Vorwahlen der Demokraten im Jahr 2016 seien zugunsten Clintons "manipuliert" worden.

Mittlerweile hat sich auch Donald Trump erneut zu der Thematik geäußert. Und auch wenn Brazile schreibt, sie glaube, dass keine Gesetze verletzt worden seien, sieht der US-Präsident dies anders. Auf Twitter nannte er die Vorkommnisse bei den Demokraten "betrügerische Absprache" und "Unehrlichkeit". Die Vereinbarungen kämen einer erheblichen Verletzung von Gesetzen zur Wahlkampffinanzierung und zur Geldwäsche gleich. "Wo ist unser Justizministerium?", fragte der Präsident.

Während des Vorwahlkampfs der Demokraten war unterdessen auch Brazile selbst schweren Vorwürfen ausgesetzt. Sie soll Clinton im Vorlauf zweier TV-Debatten mit Sanders zwei geheime Fragen gesteckt haben, die CNN den Kandidaten in den Duellen stellte. Brazile hatte damals noch einen Vertrag mit dem Sender und daher wohl Zugang zu den Fragen. In Folge der Enthüllungen trat Brazile von diesem Vertrag zurück.

aev/dpa

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