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Hillary Clinton vs. Bernie Sanders: Datendiebstahl unter Demokraten

Vorwahlkampf: Bernie Sanders und Hillary Clinton bei einer Debatte im Oktober Zur Großansicht
REUTERS

Vorwahlkampf: Bernie Sanders und Hillary Clinton bei einer Debatte im Oktober

Wer hat hier wem die sensiblen Wählerdaten gestohlen? Im Vorwahlkampf der US-Demokraten streiten Hillary Clinton und Bernie Sanders über eine Sicherheitslücke in der Datenbank der Parteiführung.

"Wir benötigen unsere Daten, die vom Democratic National Committee gestohlen wurden." So klagte das Wahlkampfteam von US-Senator Bernie Sanders die Parteispitze der Demokraten an. Es sehe ganz so aus, als wolle das Komitee Hillary Clinton unterstützen, indem es die Daten von Sanders' Kampagne in Geiselhaft nehme, sagte Wahlkampfmanager Jeff Weaver.

Gleichzeitig verkündete das Team von Hillary Clinton: Das Sanders-Team habe Daten von ihrer Kampagne gestohlen. "Da ist ein Schaden entstanden, der nicht wieder gutzumachen ist", sagte Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook.

Worauf Sanders' Sprecher Michael Briggs wiederum entgegnete, der Vorwurf des Datendiebstahls sei empörend.

Worum geht es?

Das Democratic National Committee (DNC) pflegt eine umfangreiche Datenbank über demokratische Wähler. Unter anderem sind dort frühere Wahlentscheidungen und Spenden aufgelistet. Die Kandidaten können für den Wahlkampf einen Zugang mieten, die Informationen mit ihren eigenen unterfüttern und so ihre Kampagne planen.

Der Knackpunkt dabei: Firewalls sollen dafür sorgen, dass kein Team die zusätzlichen Daten eines anderen abrufen kann. Mitarbeiter des Sanders-Wahlkampfteams haben jedoch auf Daten der Clinton-Kampagne zugegriffen. Und zwar mindestens in 24 Fällen.

Das DNC hat einen seiner Mitarbeiter entlassen, der in den Vorgang verwickelt war. Das Problem mit der Datenlücke sei behoben worden und die Angelegenheit werde noch genauestens untersucht.

Das DNC hat inzwischen zugestimmt, dass das Sanders-Team wieder an seine Daten kommt, nachdem dieses vor Gericht eine Klage eingereicht hatte.

Wird es ein Thema in der TV-Debatte?

Am Samstagabend treten die Anwärter im Vorwahlkampf der Demokraten zum letzten Mal in diesem Jahr zu einer TV-Debatte an. Clinton liegt laut Umfragen mit 60 Prozent klar von Sanders, den lediglich 29 Prozent unterstützen. Als Dritter ist noch der ehemalige Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, im Rennen.

US-Vorwahlen

wbr/rtr/AP

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insgesamt 12 Beiträge
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    Seite 1    
1. Peinlich für die Democrats
Halfstep 19.12.2015
Das hätten die besser intern geklärt. Als öffentlicher Skandal ist das eine Steilvorlage für die Konkurrenz, die dem Ruf *aller* Kandidaten der Partei schadet. Nach den zwei "E-Mail-Gates" jetzt auch noch das. Verbleibender Eindruck: "Die können nicht mit Daten umgehen".
2. Good Guy Sanders
Nicolai 19.12.2015
Was nicht im text steht ist, dass die Person aus Sanders Team die auf die Daten zugegriffen hatte direkt gefeuert wurde und dann das Team um Sanders selbst die Sicherheitslücke gemeldet hatte... Und soweit ich weiss, ist Sanders laut Stichprobeumfragen von Harvard immernoch vorne.
3. Vielleicht tritt ja sogar Sanders zur Wahl an
Alias Alias 19.12.2015
Dann habe ich sogar so etwas wie Hoffnung. Mehr jedenfalls, als ich beim Amtsantritt Obamas hatte. Aber nein, der brutale Kapitalismus ist in den USA zu tief in die Strukturen eingegraben. Die letzten wehrhaften Präsidenten sind alle erschossen worden.
4.
jakam 19.12.2015
#feelthebern - Wir können alle nur hoffe, daß weder die volksfernen Republikaner noch Hillary gewinnen - Bernie Sanders ist der einzige kandidat, dem man Glauben schenken kann und der auch vor 10 Jahren bereits dieselben Positionen wie heute vertreten hat. Den Rest des verlogenen Industrieklüngels kann man in die Tonne treten.
5.
zulbor 19.12.2015
Es wäre wirklich eine Freude, wenn die Verfasser dieses Artikels ein bisschen nachforschen würden, bevor sie einen Artikel veröffentlichen. Das demokratische Nominierungskomitee, das zum großen Teil aus Leuten besteht, die hinter Hillary Clinton stehen, sieht die Felle davonschwimmen und hat, ohne einen Beweis für ein Fehlverhalten des politischen Gegners zu haben, die Datenbank für Bernie Sanders gesperrt. http://www.huffingtonpost.com/miles-mogulescu/fire-debbie-wasserman-sch_b_8841576.html http://dailycaller.com/2015/12/18/jim-webb-the-dnc-is-nothing-more-than-an-arm-for-the-clinton-campaign/
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