Frühere US-Außenministerin Clinton will ihre E-Mails veröffentlichen

Als Außenministerin nutzte Hillary Clinton ein privates E-Mail-Konto, dafür geriet sie in die Kritik. Nun verspricht die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin: Die Öffentlichkeit soll ihre Korrespondenz lesen können.

Demokratin Clinton: Ankündigung via Twitter
REUTERS

Demokratin Clinton: Ankündigung via Twitter


Washington - Hillary Clinton geht in der E-Mail-Affäre in die Offensive: Die frühere US-Außenministerin will ihre Korrespondenz offenlegen. "Ich will, dass die Öffentlichkeit meine E-Mails sieht", twitterte die Demokratin am Donnerstag. "Ich habe das Außenministerium gebeten, sie zu veröffentlichen." Die Behörde habe angekündigt, dies schnellstmöglich zu prüfen.

Clintons digitale Kommunikation während ihrer Amtszeit als US-Außenministerin hatte jüngst Kritik hervorgerufen: Entgegen der üblichen Gepflogenheiten habe sie keine amtliche E-Mail-Adresse benutzt, sondern ihre private, hatte die "New York Times" am Mittwoch berichtet.

Experten kritisierten dieses Vorgehen. Einerseits sei es aus Sicherheitsgründen unglücklich - gerade bei sensiblen Themen. So hätten Clintons E-Mails nicht auf dem Server des Ministeriums gelegen und seien deshalb anfälliger gegenüber Hackerangriffen gewesen.

55.000 Seiten E-Mail-Korrespondenz

Zudem entzog sich Clinton durch ihr Verhalten der öffentlichen Kontrolle: Das US-Bundesarchivgesetz, der sogenannte Federal Records Act, sieht vor, dass Briefe und Mails, die amerikanische Bundesbeamten geschrieben oder erhalten haben, als Regierungsunterlagen einzustufen sind. Als solche müssen sie archiviert werden, sodass Kongressausschüsse, Historiker und Medien sie im Regelfall - außer bei hochsensiblen Vorgängen - einsehen können.

Aber erst vor zwei Monaten, so schreibt die "New York Times", seien 55.000 Seiten von Clintons offizieller E-Mail-Korrespondenz den zuständigen Stellen wie vorgeschrieben überlassen worden. Clintons Mitarbeiter gaben jedoch nicht bekannt, unter welchen Kriterien die Auswahl erfolgte.

Mittlerweile hat der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im Abgeordnetenhaus, Ed Royce, angeordnet, dass Clinton ihren gesamten E-Mail-Verkehr zu Libyen herausgeben muss. Ein Parlamentsausschuss befasst sich mit einem islamistischen Terroranschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi, bei dem am 11. September 2012 vier Menschen getötet worden waren, unter ihnen der US-Botschafter. Die Anordnung deutet darauf hin, dass der Ausschuss Clinton zu ihren E-Mails befragen könnte.

Clinton war von 2009 bis 2013 Außenministerin. Die ehemalige New Yorker Senatorin gilt als wahrscheinliche Kandidatin für die US-Präsidentschaftswahl 2016. Noch hat sie ihre offizielle Bewerbung für die Demokraten allerdings nicht bekannt gegeben.

Clintons Nachfolger im Außenministerium, John Kerry, kommuniziere korrekt über eine amtliche Adresse des State Departments, berichtet die "NYT".

bka/Reuters

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insgesamt 22 Beiträge
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hansgustor 05.03.2015
1. Was soll das bringen?
Der Schaden ist bereits angerichtet. Emails könnten gelöscht worden sein.
knaake 05.03.2015
2. Da will ich nicht nachstehen.
Ok Weltöffentlichkeit: Du darfst meinen gesamten Spamordner haben! Da nich für...
elizar 05.03.2015
3. Löschen
Soweit ich weiß kann man Emails löschen. Also was soll der ganze Mist? Klar könnte es sein, dass obwohl gelöscht die Emails noch irgendwo auf Googles Server liegen (oder wo auch immer sie ihre Privatemailadresse hatte), aber wer glaubt denn ersthaft, dass evtl. kritische Emails veröffentlicht werden, mit denen H. Clinton sich selbst wie auch immer belasten könnte?
ratxi 05.03.2015
4. Spannend?
Wie gelangweilt muss man sein, wenn man alte Emails von Hillary Clinton lesen will...
fatherted98 05.03.2015
5. Na..
...dann sind wir mal gespannt was Hilary so gemailt hat...wenn es veröffentlicht wird, wird es wohl kaum interessant sein.
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