Clinton über russische Hacker-Angriffe "Putin wollte sich an mir rächen"

Die mutmaßliche russische Einflussnahme auf den amerikanischen Wahlkampf sorgt in den USA für heftige Debatten. Nun hat sich erstmals auch Wahlverliererin Hillary Clinton geäußert.

Hillary Clinton
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CIA und FBI sind sich sicher: Der russische Geheimdienst hat sich massiv in den amerikanischen Wahlkampf eingeschaltet - und zwar zugunsten von Donald Trump. Auch Noch-Präsident Barack Obama zeigt sich davon überzeugt und greift Kreml-Chef Wladimir Putin verbal an.

Nun hat sich in der Affäre erstmals auch Wahlverliererin Hillary Clinton geäußert.

Die mutmaßlichen russischen Einflussversuche bezeichnete sie als Angriff auf die Vereinigten Staaten. "Das war nicht nur eine Attacke gegen mich und meinen Wahlkampf", sagte Clinton nach Angaben der "New York Times" bei einer Veranstaltung in New York. Putin habe sich mit den Angriffen persönlich an ihr rächen wollen. Wofür sich Putin angeblich rächen wollte, führte Clinton nicht weiter aus.

Russland versuche, mit seinen Cyberangriffen auf Einrichtungen der US-Demokraten die Demokratie an sich und die Sicherheit des Landes zu unterminieren, sagte Clinton.

Zuvor hatte Obama Russland bereits deutlich wie nie kritisiert - und Vergeltung angekündigt. Wenn eine ausländische Regierung versuche, den Wahlkampf zu manipulieren, müssten die USA handeln, sagte Obama dem Sender National Public Radio. "Und das werden wir - zu einer Zeit und an einem Ort unserer Wahl. Manches davon könnte offen geschehen und publik gemacht werden, manches nicht."

Die Vorwürfe einer Beeinflussung der US-Präsidentenwahl durch Cyberangriffe seitens Russlands werden auch vom FBI geteilt. Das berichtet die "Washington Post". Damit schließt sich die Bundespolizei nun offenbar den Geheimdiensterkenntnissen der CIA an.

Die Zeitung berichtet, auch der nationale Geheimdienstdirektor James Clapper gehe von russischen Hackerangriffen aus, die die Wahl zum Wohle Donald Trumps hätten beeinflussen sollen.

Russland hat Hackerangriffe und eine Beeinflussung der Wahl bisher stets dementiert.

wal/dpa



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soldev 17.12.2016
1. Gibts irgendwelche Beweise?
Wenn man schon solch dubiosen Mist von Obama hört (aus Rücksicht auf den Wahlkampf hat er nichts gesagt) oder persönliche Racheaktionen darin sieht.... Beweise scheint es zumindest keine zu geben - oder meinen die solch dubiosen Kram wie IP nachverfolgen oder ein russisches Wort in irgendeinem Protokoll? Im Zeitalter von Tunnel und Bot Systemen ist das wenig glaubhaft. Also wo sind die Beweise?
alias1942 17.12.2016
2. Rückzugsgefechte
von schlechten Verlierern. Seriöse Politiker würden nicht in Kategorien persönlicher Sympathie/Antipathie argumentieren. Schon der Irakkrieg war zum Teil auf dieser primitiven Ebene motiviert. Den Politikern im Westen gelingt es nicht das objektiv Sachliche vom subjektiv persönlichen zu trennen.
wk03 17.12.2016
3. Haltet den Dieb!
War es jetzt der Versuchder Einflussnahme oder Einflussnahme oder was? Wie man das wirklich macht haben die Amerikaner bei der Wahl Jelzins 1996 vorgeführt; die haben sie massgeblich mit viel Geld und vielen Leuten vor Ort entschieden. Ist in einem Spiegel-Artikel - ich glaube von 2006 - gut dokumentiert. Man hat langsam den Verdacht, dass die Demokraten (!) noch schnell zündeln wollen, ehe Trump übernimmt.
PolitBarometer 17.12.2016
4. Selbstkritik? Fehlanzeige!
Das ist doch an Naivität nicht mehr zu überbieten. Auf der Suche nach Gründen, warum man eine Wahl verloren hat, und die Entscheidung damit zu Gunsten eines anderen Kandidaten ausging, forscht man doch erst einmal an der Basis und hinterfragt kritisch, was schief gelaufen ist und warum man die Wähler (die Wahlmänner) nicht von seinem politischen Kurs überzeugen konnte. Nicht so in den USA. Denn dort ist der "böse" Russe für das schlechtere Abschneiden Clintons und schlussendlich für den Sieg Trumps verantwortlich. Darüber kann man nur den Kopf schütteln. Obama, der sich in die Reihe der bisher schwächsten Präsidenten der USA einreihen kann, tut sich keinen Gefallen damit, während seiner letzten offiziellen Tage im Amt auf polemische und reisserische Art in Richtung Russland zu keilen, weil es ihm gerade so in den Kram passt. Diese "motivierte"Haltung wäre während seiner Amtszeit vonnöten gewesen, aber da war er ja im Wesentlichen mit sich selbst und der Erschaffung eines Denkmals beschäftigt. Aber auch daraus wird bekanntlicherweise nichts. Obamacare, eigentlich noch gar nicht mal richtig am Start, steht in großen Teilen auf dem Prüfstand und mit Trump vor einem Kurswechsel. Liebe Amerikaner: Akzeptiert das Ergebnis doch so wie es ist; seid konstruktiv, blickt nach vorne, habt Mut und macht das Beste daraus.
INGXXL 17.12.2016
5. Man sollte das jetzt
endlich Abharken. Der Wahlkampf ist vorbei. Clinton ist weniger an Putin als am antiquierten US Wahlsystem gescheitert. Aber die Republikaner werden einer Änderung nie zustimmen weil sie davon immer profitieren
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