Hintergrund Zehn deutsche Journalisten seit 1979 in Konfliktgebieten getötet


Hamburg - Bei Reportage-Einsätzen in Konfliktgebieten sind seit 1979 zehn deutsche Journalisten ums Leben gekommen. Darunter waren mehrere des Magazins "Stern":

6. April 1979: In Uganda werden die beiden "Stern"-Journalisten Hans Bollinger und Wolfgang Stiens zusammen mit zwei schwedischen Reportern von libyschen und ugandischen Soldaten beraubt und erschossen. Sie wollten über den Sturz des Diktators Idi Amin berichten.

24. Mai 1979: Der 38-jährige Karl Robert Pfeffer wird während des libanesischen Bürgerkriegs vor seinem Wohnhaus in Beirut von vier bewaffneten Männern angeschossen und erliegt kurz darauf seinen Verletzungen. Der frühere "Stern"- und "Spiegel"-Korrespondent arbeitete als freier Journalist.

26. Juli 1991: Der 43-jährige Egon Scotland wird auf einer Tour im Gebiet der serbischen Minderheit in Kroatien in seinem als Pressefahrzeug gekennzeichneten Wagen beschossen. Der Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" stirbt wenig später in einem Krankenhaus in der Stadt Sisak.

12. Juli 1993: Der für die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) arbeitende Deutsche Hans-Jörg Krauss wird zusammen mit einem britischen Kollegen in Mogadischu auf offener Straße von Anhängern des somalischen Rebellengenerals Mohammed Farah Aidid erschossen.

3. April 1994: Die 34-jährige Lissy Schmidt wird im nordirakischen Kurdengebiet von Unbekannten in ihrem Wagen beschossen und zusammen mit ihrem kurdischen Begleiter getötet. Sie war als freie Journalistin unter anderem für die französische Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) und für die "Frankfurter Rundschau" tätig.

10. Januar 1995: In Tschetschenien wird der Moskauer "Stern"-Korrespondent Jochen Piest, 30, getötet, als ein tschetschenischer Partisan in den Bergen bei Grosny mit einer Maschinenpistole auf mehrere Journalisten feuert.

13. Juni 1999: Beim Einrücken der internationalen Friedenstruppe Kfor in das Kosovo werden die Journalisten Volker Krämer, 56, und Gabriel Grüner, 35, erschossen. Sie waren für das Hamburger Magazin "Stern" im Krisengebiet unterwegs.

11. November 2001: Ein Reporter des Magazins "Stern" und zwei französische Kollegen sterben in Afghanistan in einem unter Beschuss der Taliban geratenen Schützenpanzer der Nordallianz.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.