Waffen gegen Protektion Hisbollah und brasilianische Mafia arbeiten eng zusammen

Die brasilianische Bundespolizei hat einem Zeitungsbericht zufolge Beweise für eine enge Zusammenarbeit zwischen der Mafia und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Es geht um Waffen, Drogen und Protektion.

Hisbollah-Kundgebung im Südlibanon (Dezember 2010): Kooperation mit Mafia
REUTERS

Hisbollah-Kundgebung im Südlibanon (Dezember 2010): Kooperation mit Mafia


Brasília - Dass die Hisbollah viel Geld mit dem internationalen Drogen- und Waffenhandel verdient und auch mit der Mafia in lateinamerikanischen Staaten eng zusammenarbeitet, ist ein bekannter Vorwurf. Nun hat die brasilianische Bundespolizei offenbar neue Beweise. Demnach arbeiten die Libanesen seit 2006 mit der Bande Primer Comando de la Capital (PCC) zusammen, berichtet die Zeitung "O Globo" unter Berufung auf Ermittlungsunterlagen der Polizei.

So habe PCC in Brasilien inhaftierten Hisbollah-Mitgliedern in den von ihr kontrollierten Gefängnissen Schutz gewährt. Die Libanesen wiederum versorgten die brasilianische Bande demnach mit Waffen. Die Hisbollah sei zudem tief in den Handel mit Kokain und anderen Drogen verwickelt.

Die Zusammenarbeit zwischen der Mafia und der schiitischen Miliz habe sich auf das Dreiländereck zwischen Brasilien, Argentinien und Paraguay konzentriert und sei eng und dauerhaft gewesen. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein, nachdem Informationen über die Verwicklung der Libanesen in den Drogenhandel in der Region aus den USA kamen.

Diese Erkenntnisse decken sich mit bisherigen Ermittlungen. Bereits im Jahr 2009 hatte die britische Fachzeitschrift "Jane's Intelligence Review" berichtet, dass in dem Grenzgebiet zwischen den drei Ländern rund 25.000 Menschen arabischen Ursprungs lebten. Nicht nur die Hisbollah, auch die sunnitische Palästinenserorganisation Hamas soll demnach in der Gegend sehr einflussreich sein. Zudem soll die Hisbollah auch mit der Farc in Kolumbien zusammenarbeiten.

fdi/dpa



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