Hisbollah unter Verdacht: Merkel fordert Konsequenzen aus Burgas-Anschlag

Angela Merkel hat sich in die Aufklärung des tödlichen Anschlags auf israelischen Touristen in Bulgarien eingeschaltet. Sollte die Hisbollah für das Attentat im vergangenen Sommer verantwortlich sein, müsse dies Konsequenzen für die radikalislamische Organisation haben, forderte die Kanzlerin.

Mutmaßlicher Attentäter in Burgas (Archivaufnahme): Hisbollah unter Verdacht Zur Großansicht
AP/ Bulgarian Interior Ministry

Mutmaßlicher Attentäter in Burgas (Archivaufnahme): Hisbollah unter Verdacht

Berlin/Beirut - Fünf israelische Touristen und ein bulgarischer Busfahrer kamen bei einem Anschlag im Sommer 2012 im Urlaubsort Burgas ums Leben. Die bulgarischen Behörden sehen jetzt eine Verbindung der Attentäter zum militärischen Arm der libanesischen Hisbollah. Sollten sich dafür die Beweise erhärten, müssten "Konsequenzen gezogen" werden, forderte Steffen Seibert, Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel.

"Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den infamen Anschlag von Burgas im vergangenen Jahr auf das Schärfste verurteilt", rief Seibert noch einmal in Erinnerung. Der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Philipp Mißfelder, forderte eine Debatte, ob die Hisbollah auf die Terrorliste der EU gesetzt werden sollte. "Dies würde die Miliz an ihrer empfindlichsten Stelle treffen, da damit gleichzeitig Vermögenswerte eingefroren und Geldflüsse in Europa unterbunden würden", sagte Mißfelder.

Doch in der EU gibt es nach Angaben von Diplomaten weiterhin keine allgemeine Bereitschaft, die Hisbollah als Terrororganisation einzustufen. Die britische Regierung sei bereit, der US-Forderung nachzukommen und die Hisbollah als Terrororganisation einzustufen, aber mehrere andere EU-Staaten, allen voran Frankreich, Italien, Zypern und Malta, seien dagegen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch von Diplomaten in der EU.

Die Hisbollah, die im Libanon an der Regierung beteiligt ist, wies jegliche Verantwortung für den Bombenanschlag zurück. Ihr Führungsmitglied Naim Kassem warf Israel vor, seine Bewegung mit einer "internationalen Rufmord-Kampagne" zu überziehen. Die israelische Regierung wolle die Hisbollah "in den Augen der Menschen und der Staaten verteufeln", weil sie sie nicht "besiegen konnte", sagte Kassem unter Bezug auf eine israelische Offensive 2006.

Nach Angaben des bulgarischen Innenministers Zwetan Zwetanow gehörten zwei Verdächtige des Anschlags vom Juli dem bewaffneten Arm der Hisbollah an. Unter den beiden Hisbollah-Verdächtigen sei auch der Attentäter, sagte Zwetanow. Dem Minister zufolge hatten sie einen kanadischen und einen australischen Pass und lebten zwischen 2006 und 2010 im Libanon. Beide sowie ein in den Anschlag verwickelter Dritter hätten zudem gefälschte US-Führerscheine benutzt. Alle drei hätten unter falschem Namen in Bulgarien gelebt.

als/dpa/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Die Hisbollah sollte härter angegangen werden
meisterraro 07.02.2013
man muss sich nur mal Propaganda-Videos dieser Truppe im Netz anschauen. Die sind fanatisch von Kopf bis Fuß und zu allem bereit. So absurd es sich anhört: Von primitivem Antisemitismus sind die beseelt und haben kein anderes Ziel, als Israel zu bekämpfen. Man sollte sie isolieren und so hart behandeln wie möglich. Zudem betreiben sie Etikettenschwindel.
2. Heuchler
phaeno 07.02.2013
Eine Politikergruppe, die Wafgfen an jeden undemokratischen Schurkenstaat dieser Erde verkauft, die einen Menschen, der Benzindiebe bombardieren lässt zum General befördert, die zusieht, wie Menschen aus Deutschland vom Großen Bruder USA entführt und in Folterlager verbracht werden. Solche Politiker wagen es, andere Institutionen als Terroristen zu bezeichnen? Ausgerechnet Mißfelder, der Eugeniker unter den CDU-Politikern, der Menschen über 75 Jahre keine künstliche Hüfte mehr finanzieren lassen will. Es ist widerlich.
3. Was ist denn wenn
ayhan38 07.02.2013
die Hisbollah für das Attentat im vergangenen Sommer verantwortlich sein sollte, müsse dies Konsequenzen für die radikalislamische Organisation haben. Was für Konsequenzen ? möchte die Frau Merkel Libanon bombardieren? Warum haben wir von Frau Merkel nichts darüber gehört, als Israel schon vor ein paar Tagen Syrien bombardiert hat? Wollen wir nicht Deutschland als Europäisches Israel (EI) umbenennen?
4. Mossad würde auch...
pixel2touch 07.02.2013
über eigene Leichen gehen, um es der Gegenpartei in die Schuhe zu schiebe. Gängige Angstmacherei.
5. Heuchler
prb.richert 07.02.2013
Zitat von phaenoEine Politikergruppe, die Wafgfen an jeden undemokratischen Schurkenstaat dieser Erde verkauft, die einen Menschen, der Benzindiebe bombardieren lässt zum General befördert, die zusieht, wie Menschen aus Deutschland vom Großen Bruder USA entführt und in Folterlager verbracht werden. Solche Politiker wagen es, andere Institutionen als Terroristen zu bezeichnen? Ausgerechnet Mißfelder, der Eugeniker unter den CDU-Politikern, der Menschen über 75 Jahre keine künstliche Hüfte mehr finanzieren lassen will. Es ist widerlich.
Nomen est omen! Der nächste Politiker darf nichs sagen weil er Reis isst und somit gemeinsame Sache mit den Chinesen macht??? Oh Heuchler, oh Heuchler.
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