Washington - Der US-Vizepräsident sagt Sorry. Joe Biden hat sich bei Präsident Barack Obama für sein Vorsprechen in Sachen Homo-Ehe entschuldigt. In einem persönlichen Gespräch mit seinem Chef habe Biden sein Bedauern und seine Reue darüber ausgedrückt, mit seiner öffentlichen Unterstützung für die gleichgeschlechtliche Ehe dem Präsidenten zuvorgekommen zu sein, berichtete ein Vertrauter.
Der Vize hatte am vergangenen Wochenende in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC gesagt, er fühle sich "absolut wohl" dabei, wenn schwule und lesbische Paare heirateten. Damit hatte Biden das umstrittene Thema in den Vereinigten Staaten erneut auf die politische Agenda und den Präsidenten in der Sache unter Druck gesetzt.
Obama zog dann am Mittwoch nach und erklärte als erster US-Präsident der Geschichte seine Unterstützung für die Homo-Ehe. "Für mich persönlich ist es wichtig, voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten", sagte Obama am Mittwoch in einem TV-Interview. In dem Gespräch mit ABC machte der Präsident auch deutlich, dass er sich durch Bidens Aussagen unter Druck gesetzt fühlte und unglücklich über dessen Vorpreschen gewesen sei.
"Hätte ich es vorgezogen, das auf meine eigene Art zu lösen? Nach meinen eigenen Bedingungen und ohne, dass jeder Wind davon bekommt, dass das der Weg ist, den wir beschreiten wollen? Sicher", so Obama bei seinem Auftritt im US-Frühstücksfernsehen.
Bidens Sprecherin Kendra Barkoff bemühte sich daraufhin klarzustellen, dass der US-Vize seinen Chef nicht bloßstellen wollte: "Der Präsident ist bei diesem Thema vom ersten Tag an vorangegangen und der Vizepräsident hat niemals beabsichtigt, davon abzulenken."
Obama hat sein Eintreten für gleichgeschlechtliche Ehen bei einem Treffen mit einflussreichen Spendern in Hollywood noch einmal verteidigt. Seine Haltung in dieser Frage sei eine logische Folge davon, wo Amerika nach seiner Auffassung stehen sollte, sagte er am Donnerstagabend im Haus von Schauspieler George Clooney im Vorort Studio City bei Los Angeles. Ferner veranschauliche das Thema, wie sehr sich die Visionen unterschieden, die ihm selbst und den Republikanern für das Land vorschwebten. An der Veranstaltung nahmen rund 150 betuchte Anhänger Obamas teil.
syd/dapd/Reuters
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