Geplante Reform Zehntausende Italiener protestieren gegen Homo-Ehe

Italiens Regierung will eine Ehe für Homosexuelle legalisieren und ihnen Recht zur Adoption geben - ein Affront für viele Konservative im Land. Zu Zehntausenden gehen sie in Rom auf die Straße.

Priester demonstrieren in Rom: "Familientag" bringt Tausende auf die Straße
REUTERS

Priester demonstrieren in Rom: "Familientag" bringt Tausende auf die Straße


Was die Rechte Homosexueller angeht, ist Italien ohnehin schon ein Nachzügler in Europa: Als eines der wenigen Länder erkennt das Land bisher keine Form von gleichgeschlechtlicher Beziehung offiziell an. Die Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi will das nun ändern und homosexuellen Paaren zudem die Chance geben, Kinder aus früheren Beziehungen gemeinsam zu adoptieren.

Doch der Plan ist umstritten in dem von der katholischen Kirche geprägten Land: Zehntausende Italiener versammelten sich am Samstag um den Circus Maximus, um gegen das Gesetz zu demonstrieren.

"Familientag" haben die Organisatoren um Massimo Gandolfini die Demonstration genannt, der sich auch viele katholische Priester anschlossen. Der konservative Protestführer Gandolfini will, dass Italien an seinem Sonderweg festhält: "Italien ist eines der wenigen westlichen Länder, die sich dieser Abweichung immer noch widersetzen", sagte er dem TV-Sender Sky Tg24.

Selbst in Renzis Koalition aus Mitte-Links- und Mitte-Rechts-Parteien gibt es Ärger wegen der Initiative: Innenminister Angelino Alfano schickte den Demonstranten per Tweet seine Unterstützung:

Umweltminister Gian Luca Galletti nahm sogar persönlich an der Demonstration teil: "Meine Werte sind nicht verhandelbar", sagte Galletti Sky Tg24.

Doch auch Befürworter von umfassenderen Rechten für Homosexuelle meldeten sich zu Wort. Unter dem Hashtag #FamiliyDay2016 twitterten viele, die mit homosexuellen Eltern überhaupt kein Problem hätten:

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insgesamt 36 Beiträge
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micromiller 30.01.2016
1. Wenn Christen
ihren Glauben ernst nehmen, dann müssen sie ihre Bibel einstampfen. Die Götter haben aber offensichtlich die homosexuellen ebenfalls geschaffen, sonst gäbe es diese nicht, also haben die Christen und die anderen verklärten nicht das Recht diese Menschen zu diskriminieren.
dosmundos 30.01.2016
2.
Das ist eigentlich ein ideales Thema für eine Volksabstimmung: es gibt (ein paar wenige) glühende Befürworter, (ein Paar wenige) glühende Gegner, einen großen Bevölkerungsteil, den das Ganze im Grunde genommen wenig juckt, und die Trennlinie verläuft quer durch die Parteien der Mitte, so dass Parteipolitik keinen Einfluss auf die Wahl haben sollte.
ZeroQ 30.01.2016
3. ...
1. Gibt es keinen wirklich guten Grund, weshalb man Homosexualität verbieten sollte. 2. Ich kann über diese Menschen nur den Kopf schütteln. Als hätten meine Landsleute in ihrem keine größeren Sorgen als die gleichgeschlechtliche Ehe. Dazu fällt mir nur ein: Herr lass Hirn regnen.
birgerhemkendreis 30.01.2016
4. O Gott o Gott o Gott..
Die Scheinheiligkeit der Spießer ist doch in jedem Land vorhanden. Traurig,aber wahr. Religiöse drängen selbst immer mehr an den Abgrund der Gesellschaft. Ich hoffe,dass es irgendwann mehr Atheisten als Gläubige gibt,und das die modernen Länder wirklich säkulär regiert werden.
Heathy7 30.01.2016
5. Neutrale Berichterstattung
Neutrale Berichterstattung sieht anders aus. Da hätte ich definitiv mehr erwartet als diese emotionalen Bilder hier direkt rein zu posten, als dürfte man keine andere Meinung haben. Tausende Menschen gehen dort auf die Straße, weil es ihr gutes Recht ist. Und die Kommentare hier, wie:"Gott hat auch diese Menschen geschaffen, dann könne da doch gerade ein Chist nichts gegen diese Menschen haben".. Leute.. Gott hat auch die Mörder erschaffen. Gibt das jetzt den Grund für Mord zu sein? Sicherlich nicht! Unsere Gesellschaft hat Regeln, so wie die Bibel auch. Jahrhunderte war die Gesellschaft gegen Homosexualität. Jetzt sollen plötzlich alle "dahinter stehen". So läuft das nun mal nicht.
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