Homo-Ehe Alabama widersetzt sich Oberstem Gericht

In den USA dürfen einzelne Bundesstaaten die Homo-Ehe nicht verbieten - so hat es der Oberste Gerichtshof entschieden. Doch die Justiz in Alabama will sich an den Beschluss nicht halten.

Richter Roy Moore: "Beziehung zwischen Mann und Frau"
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Richter Roy Moore: "Beziehung zwischen Mann und Frau"


Es war eine historische Entscheidung von höchster Instanz: Der Supreme Court, der Oberste Gerichtshof der USA, hatte im Sommer die Homo-Ehe erlaubt. Überall in den Vereinigten Staaten, so der Beschluss, muss die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert werden.

Überall?

Der Präsident des Obersten Gerichtshofs von Alabama will davon jedenfalls nichts wissen - und widersetzt sich offen der Aufforderung aus Washington. Roy Moore erließ nun eine Anordnung an alle Familienrichter: Homo-Ehen, heißt es darin, dürften in Alabama nicht mehr geschlossen werden.

Moore verwies darauf, dass in den Gesetzen des Bundesstaates die Ehe eindeutig als "Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau" definiert sei. Außerdem sei die Entscheidung des Supreme Court auf Grundlage von Fällen in den Bundesstaaten Ohio, Kentucky, Tennessee und Michigan gefällt worden - nicht explizit für Alabama.

Der Supreme Court hatte seine Entscheidung im Juni vergangenen Jahres mit Bezug auf den im 14. Zusatzartikel der US-Verfassung festgeschriebenen Gleichbehandlungsgrundsatz gefällt. Demnach müssen alle Bundesstaaten außerdem die in anderen Bundesstaaten geschlossenen Ehen von Schwulen und Lesben anerkennen.

Mehr als 30 US-Bundesstaaten hatten die Homo-Ehe bereits in den Jahren zuvor zugelassen, in mehreren Staaten herrschte jedoch noch ein Verbot.

kev/AFP



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townsville 07.01.2016
1. Gefährlicher Mann
Moore ist ein religiöser Eiferer, der schon mal -gegen den Willen seiner Kollegen im Supreme Court- über Nacht ein Monument Dr 10 Gebote im Gebäude aufstellen ließ. Da er sich auch gegen gerichtliche Anordnung weigerte, es zu entfernen würde er wegen Missachtung der Justiz damals aus dem Amt entfernt. Jahre später aber erneut gewählt. Wird ihm auch dieses Mal so gehen, ein typisches Beispiel für einen selbstherrlichen Richter, der sich selbst für wichtiger hält, als Recht und Gesetz.
brainstormerene 07.01.2016
2.
Das urteil des obersten gerichtshofes der USA ist eindeutig und damit binded fuer alle bundesstaaten . damit ist washington verpflichtet das entspechend mit allen mitteln durcgzusetzen auxh in einem hintwaeldkrstaat wie akabana. dieser sogenannte richtter beugt geltendes recht also dementsprechend gegen den mann vorgehen und dem recht auch in alabama geltung verschaffen. immer wieder erstaunlich wie gewisse personen offensichtlich ihre eigene "moral " ueber recht und gesetz zu setzen versuchen .
dingstabumsta 07.01.2016
3. Gleichbehandlungsgrundsatz
Es scheint so, dass selbst bei den "größten" Demokratien auf der Welt eben so doch nicht jeden Gleich Gerecht zu behandeln. Tollerieren heißt noch lange nicht Akzeptieren. Es herscht zur "Homoehe" eine Doppelmoral unter dem Motto "ich hab ja nix dagegen.....aaaaber..." Worum geht es denn überhaupt? Es geht in erster linie um Liebe...und nicht ob Männlein oder Weiblein. Es geht darum, jedem egal nach welcher Sexuellen Ausrichtung, zu ermöglichen nicht nur Eheähnlich, sondern wie jede Frau oder Mann es darf, gleichberechtigt seine Liebe als Ehepaar mit allen Rechten und Pflichten ausleben zu dürfen. Wo liegt da das Problem? Es wird niemanden etwas weggenommen! Ehe ist etwas zwischen Mann und Frau? Mir schein die trennung zwischen Kirche und Staat scheint in kaum einem Land zu funktionieren. Hier in Deutschland tut man sich ja auch schwer. Regestrierung der Partnerschafft oder Proforma auch Heiraten genant - ja....aber möglichst mit wenig Rechten!...Steuerlich und / oder bei Adoptionen etc.
kjartan75 07.01.2016
4. Alabama mal wieder
Dieser Bundesstaat hatte damals auch wahnsinnige Probleme damit, die vom Supreme Court angeordnete Aufhebung des Verbots der "gemischtrassigen" Ehe umzusetzen. Warum sollte das jetzt auch anders sein. Die Argumente der Widersacher waren fast die gleichen wie heute.
BlogBlab 07.01.2016
5. Schon wieder Alabama
So war es auch schon 1967, als das Oberste Gericht das Verbot der gemischtrassigen Ehe, das in Alabama und anderen Südstaaten galt, für verfassungswidrig erklärte. Das Verbot blieb dort bis zu einem Referendum im Jahr 2000 in den Gesetzbüchern. Erst dann hat eine knappe Mehrheit der Bevölkerung Alabamas dafür gestimmt, das Verbot abzuschaffen. http://www.huffingtonpost.com/2012/03/12/interracial-marriage-deep-south_n_1339827.html
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