Honduras: Zelaya führt erste Gespräche mit Übergangsregierung

Vorsichtige Hoffnung auf eine friedliche Lösung der Krise in Honduras: Der gestürzte Präsident Manuel Zelaya hat zum ersten Mal mit einem Vertreter der Interimsregierung gesprochen - noch sind die Positionen allerdings verhärtet.

Gestürzter Präsident Zelaya: Beginn der Bemühungen "eine friedliche Lösung zu finden" Zur Großansicht
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Gestürzter Präsident Zelaya: Beginn der Bemühungen "eine friedliche Lösung zu finden"

Tegucigalpa - Eine Einigung gibt es noch nicht - aber das erste Gespräch zwischen dem gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya und einem Vertreter der Interimsregierung macht Hoffnung auf ein Ende der Krise in dem mittelamerikanischen Land: Es habe noch keine Fortschritte gegeben, aber dies sei der Beginn der Bemühungen, "eine friedliche Lösung zu finden", sagte Zelaya am Donnerstag dem Radiosender Globo. Allerdings seien die Positionen verhärtet. Die bisherige Haltung der Übergangsregierung lasse keine Einigung möglich erscheinen.

Zelaya wollte in dieser Woche auch führende Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft treffen. Zudem traf er am Donnerstag die vier führenden Kandidaten der auf den 29. November angesetzten Präsidentschaftswahl. Zelaya will die Wahl nicht anerkennen, sofern er nicht vorher wieder ins Amt eingeführt wird. Der Uno-Sicherheitsrat setzte auf eine Bitte Brasiliens hin für den (heutigen) Freitag eine Dringlichkeitssitzung zur Staatskrise in Honduras an.

Der gestürzte Zelaya hat nach seiner überraschenden Rückkehr am Montag Zuflucht in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa gesucht, wo er mit Familie und rund 70 Anhängern ausharrt. Seither verlangt er, Gespräche mit dem Interimspräsidenten Roberto Micheletti zu führen. Die Regierung verhängte daraufhin ein dreitägiges Ausgehverbot, um Proteste von Zelayas Anhängern zu verhindern.

Das Botschaftsgebäude war am Donnerstag weiterhin von hunderten Soldaten und Polizisten umstellt. Immer wieder gab es Gerüchte, dass eine Stürmung kurz bevorstehe. In den Straßen von Tegucigalpa herrschte indes wieder fast normaler Alltagsbetrieb, auch der Flughafen war wieder für den Verkehr geöffnet. Die international nicht anerkannte Interimsregierung hat von Brasilien die Auslieferung Zelayas verlangt und will ihn wegen Verfassungsbruchs vor Gericht stellen. Der linksgerichtete Präsident wurde am 28. Juni von Soldaten überwältigt und nach Costa Rica gebracht. Auslöser war der Streit über ein Referendum zur Einberufung einer Verfassungsgebenden Versammlung. Die USA, die EU und die meisten lateinamerikanischen Staaten fordern die Wiedereinsetzung Zelayas ins Präsidentenamt.

Immer mehr Menschen in Honduras seien des Konfliktes müde, hieß es am Donnerstag in lokalen Medienberichten. Sie forderten die Konfliktparteien auf, die Krise beizulegen. Bei einer großen Pro- Regierungsdemonstration am Donnerstag traten die Teilnehmer auch dafür ein, dass Honduras den Konflikt ohne internationale Einmischung lösen solle.

anr/AP

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Forum - Staatsstreich in Honduras - soll die Uno eingreifen?
insgesamt 977 Beiträge
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1.
kevin i. 30.06.2009
Zitat von sysopSorgenvoll blickt die Welt auf Honduras: Uno-Generalsekretär Ban fordert die Wiedereinsetzung von Präsident Zelaya, Washington erwägt einen Stopp der US-Hilfen. Soll die Uno in Honduras eingreifen?
Natuerlich sollte jemand in Honduras eingreifen. Wie kann man einen Militaerputsch dulden ?
2.
tom gardner 30.06.2009
Zitat von sysopSorgenvoll blickt die Welt auf Honduras: Uno-Generalsekretär Ban fordert die Wiedereinsetzung von Präsident Zelaya, Washington erwägt einen Stopp der US-Hilfen. Soll die Uno in Honduras eingreifen?
vielleicht koennte jemand von der uno mal bei der us army school of the americas (http://de.wikipedia.org/wiki/Western_Hemisphere_Institute_for_Security_Cooperation) in georgia anrufen. die haben bestimmt eine idee, wie man ihren ehemaligen absolventen und jetzigen chef-putschisten general romeo vasquez zur raeson bringt.
3.
fx33 30.06.2009
Am besten schickt man die Nato hin, die hat doch Erfahrung im Niederbomben. Außerdem wird die Freiheit Deutschlands auch in Mittelamerika verteidigt.
4.
bicyclerepairmen 30.06.2009
Zitat von fx33Am besten schickt man die Nato hin, die hat doch Erfahrung im Niederbomben. Außerdem wird die Freiheit Deutschlands auch in Mittelamerika verteidigt.
Wenn überhaupt wären es die "Bananen Deutschlands" die es dort zu verteidigen gilt. Aber das hat ja Jahrzehntelang ein amerikanische Unternehmen für uns recht erfolgreich dort durchgeführt.
5.
fx33 30.06.2009
Zitat von bicyclerepairmenWenn überhaupt wären es die "Bananen Deutschlands" die es dort zu verteidigen gilt. Aber das hat ja Jahrzehntelang ein amerikanische Unternehmen für uns recht erfolgreich dort durchgeführt.
Bananen sind Freiheit, wie uns die jüngere deutsche Geschichte unmißverständlich geleert hat. Am Hinukusch wachsen keine Bananen. Wird dort das "Heroin Deutschlands" verteidigt?
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