Neue Proteste Polizei in Hongkong nimmt acht Demonstranten fest

Hongkong kommt nicht zur Ruhe: Erneut sind in der chinesischen Metropole Polizisten und Demonstranten aneinandergeraten. Es kam zu mehreren Festnahmen - darunter war ein 82-Jähriger.

Festnahme in Hongkong:
DPA

Festnahme in Hongkong:


Hongkong - Erneut ist es in Hongkong zu Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen - acht Menschen nahm die Polizei daraufhin fest. Den Männern und einer Frau im Alter Jahr werde unter anderem Körperverletzung und Waffenbesitz vorgeworfen, teilte die Behörde mit. Die Festgenommenen sind zwischen 32 und 82 Jahren alt.

Im Geschäftsviertel Mong Kok auf der Halbinsel Kowloon liefern sich Polizei und Anhänger der Demokratiebewegung seit Tagen Rangeleien. Die Beamten hatten zwischenzeitig Barrikaden der Protestierenden von den Straßen geräumt, anschließend besetzen Demonstranten erneut Wege in dem Viertel.

Hongkongs oberster Gerichtshof erließ Anfang der Woche eine einstweilige Verfügung gegen die Besetzung von Mong Kok. Eine Vereinigung von Taxifahrern und ein Busunternehmen hatten sich an das Gericht gewandt, weil sie ihr Geschäft durch die Demonstrationen beeinträchtigt sahen. Der Richter folgte dieser Argumentation und bezeichnete die Besetzung der Straßen durch Aktivisten als öffentliches Ärgernis.

Gespräche blieben ergebnislos

Vertreter der Demonstranten und von Regierungschef Leung Chun Ying hatten am Dienstag erstmals einen Dialog geführt. Allerdings gab es bei dem Gespräch keinen Durchbruch zur Lösung der größten politischen Krise in Hongkong seit Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie 1997 an China.

Leung hatte zuletzt schwere Vorwürfe erhoben: "Ausländische Kräfte mischen sich ein", behauptete er in einem Fernsehinterview. "Das ist keine reine inländische Bewegung, und sie gerät außer Kontrolle", sagte Leung weiter. Sprecher der Demonstranten wiesen Leungs Äußerungen zurück.

Die Proteste in Hongkong dauern seit drei Wochen an. Die Demokratiebewegung fordert die freie Wahl des Verwaltungschefs Hongkongs im Jahr 2017. Die chinesische Führung beharrt jedoch auf einer Vorauswahl der Kandidaten.

mxw/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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Traudhild 23.10.2014
1.
Kommt ja in unserer tollen BRDemokratie nie und nimmer vor..
b1087483 23.10.2014
2. So realistisch....
"die freie Wahl des Verwaltungschefs Hongkongs im Jahr 2017". Dafür demonstrieren die mitte des Jahres 2014 ??? Wie albern ist das denn, wer glaubt das die ohne Bezahlung da sind, der kann sich wohl nicht in andere hineinversetzen. Wenn Sie (der Bürger), gegen etwas demonstrieren wollen, würden Sie drei Jahre bevor es zu dieser "Entscheidungssituation/Thema" kommt, anfangen mit demonstrieren?! Die haben wohl alle keinen Job oder sehr viel Freizeit.
siegerländer79 23.10.2014
3. Wie läuft es denn hier ab?
Was war denn in Stuttgart los oder in Frankfurt (Occupy). Da wird doch auch fröhlich drauf losgedroschen und jeder Sitzstreikende ist ein Straftäter.
spon-facebook-10000072945 23.10.2014
4. Der neue Polizeichef ist ein überzeugter Kommunist
Er heißt Tsang und ist seit 18 Monaten in dieser Position tätig. Verantwortlich für die Reiz-und Tränengaseinsätze sowie das Zusammenschlagen eines Demonstranten durch 6 Polizeibeamte, ist er für ein hartes Durchgreifen. Diesmal traf es sogar einen bestimmt sehr gefährlichen 82 Jahre alten Mann, den man in seiner unsäglichen Kraft wegen Körperverletzung verhaftete. Andererseits vollstreckt die gleiche Polizei immer noch nicht ein klares Gerichtsurteil, das Pro-Peking-Besetzer der demokratischen Tageszeitung "Apple Daily" aufforderte, die Blockade zu beenden. Im übrigen zeigt die letzte Meinungsumfrage,daß über 92% der jungen Hong Konger die demokratische Bewegung unterstützen.
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