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Hongkong: Polizei droht Demonstranten mit "ernsten Konsequenzen"

Hongkongs Polizeichef Andy Tsang: Drohung an die Regenbogen-Revolutionäre Zur Großansicht
REUTERS

Hongkongs Polizeichef Andy Tsang: Drohung an die Regenbogen-Revolutionäre

Die Warnung der Sicherheitskräfte ist unmissverständlich: Sollten Hongkongs Straßenkämpfer gegen Regierungsgebäude vorgehen, droht ihnen ein hartes Einschreiten der Polizei.

Hongkong - Die Spannungen bei den Demonstrationen für mehr Demokratie in Hongkong wachsen. Die Polizei der chinesischen Sonderverwaltungsregion warnte am Donnerstag vor "ernsten Konsequenzen", sollten Aktivisten wie angekündigt Regierungsgebäude stürmen und besetzen wollen. "Wir fordern die Führer von 'Occupy Central' auf, ihre Bewegung umgehend einzustellen", teilte die Regierung mit.

Zehntausende Hongkonger setzten die Proteste fort und forderten erneut den Rücktritt von Regierungschef Leung Chun Ying. Die Studenten fordern bis Donnerstagabend den Rücktritt des Regierungschefs. Sie drohen, andernfalls wichtige Regierungsgebäude zu besetzen, um "die Verwaltung lahmzulegen", wie es hieß.

Tausende begannen am Morgen damit, Zugänge zum Sitz des Regierungschefs zu blockieren. Hunderte Polizisten schützten das Gebäude. Die Polizei warnte nach Berichten Hongkonger Medien auch vor einer Umzingelung von Behördengebäuden.

Die Demonstranten werfen Leung vor, Handlanger der chinesischen Führung zu sein, anstatt sich für die Interessen Hongkongs einzusetzen. Übel nehmen sie ihm außerdem einen gewaltsamen Polizeieinsatz in der Nacht auf Montag. "Da die Regierung die Polizei angewiesen hat, 87 Geschosse mit Tränengas bei den Protesten abzufeuern, gibt es keinen Raum für Dialog", sagte Lester Shum, Vizegeneralsekretär der Studentenvereinigung.

Eine Woche voller Proteste

Aktivisten blockieren am inzwischen siebten Tag in Folge die Hauptverkehrsstraßen und ein bekanntes Einkaufsviertel in Hongkong. Der Regierungssitz von Leung liegt direkt neben den Baracken der chinesischen Volksbefreiungsarmee und ist nur fünf Fußminuten vom Hauptschauplatz der Demonstrationen im Stadtteil Admiralty entfernt. Die Proteste entzündeten sich an der Weigerung der Pekinger Führung, bei der geplanten ersten direkten Wahl 2017 in Hongkong eine freie Nominierung der Kandidaten zu erlauben.

Ein erster Versuch der Regionalregierung, die überwiegend jungen Demonstranten mit Gewalt auseinanderzutreiben, war gescheitert: Der Einsatz von Pfefferspray, Wasserwerfern und Tränengas am Sonntagabend bewirkte, dass noch mehr Menschen auf den Hauptverkehrsadern der Metropole übernachteten.

US-Außenminister John Kerry sagte, die USA unterstützten die freie Wahl von Hongkongs Regierungschef. Dies sei vor der Rückgabe der britischen Kronkolonie 1997 an China so vereinbart worden. Sein chinesischer Kollege Wang Yi verbat sich jede Einmischung von außen. Die Situation in Hongkong sei allein Chinas Angelegenheit, sagte Wang am Mittwoch vor Gesprächen mit Kerry in Washington.

Die chinesische Zensurbehörde arbeitet indes mit Hochdruck daran, in China die Verbreitung von Nachrichten aus Hongkong zu unterbinden.

mxw/dpa/Reuters/AP

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Baracken der chinesischen Volksbefreiungsarmee
cirkular 02.10.2014
Wieder mal mit Google Translator aus dem Amerikanischen übersetzt? Es handelt sich bei baracks um Kasernen und hier sogar zumeist um solche aus der britischen Kolonialzeit.
2. Zu hoch gepokert.
winkler00 02.10.2014
Gleich mit dr Maximalforderung nach sofortigem Ruecktritt des Regierungschefs ist wohl nicht so klug gewesen. Was ist, wenn er das nicht macht und wie lange will man dann die nächsten letzte Forderungen stellen. Ohne die naechste Stufe der Eskalation wird es nicht gehen. Und was ist das? Der Fuehrung in HK bleibt doch auch nur die Gewalt uebrig, da sie wohl freiwillig den Posten raeumt. Und wenn ja, was dann. Wer von den Studenten ist ein von Peking unterstüter Nachfolger fuer HK. Oder wird er dann von den USA eingesetzt. Alles nicht zu ende gedacht.
3. So ganz kann ich Ihre Kritik nicht verstehen.
Asok 02.10.2014
Zitat von cirkularWieder mal mit Google Translator aus dem Amerikanischen übersetzt? Es handelt sich bei baracks um Kasernen und hier sogar zumeist um solche aus der britischen Kolonialzeit.
barracks nicht baracks (man beachte die 2 r's wenn man schon klug**) können Kasernen aber auch einfache Gebäude sein. Wir haben unsere Gebäude beim Bund auch Baracken genannt. Vielleicht wollte der Autor mit dem Wort Baracke auf die Art der Gebäude hinweisen. Sie müssen nicht gleich motzen, wenn sich jemand nicht genau so ausdrückt, wie Sie das wünschen.
4. Haben die Chinesen vom Maidan gelernt?
peter_burgermeister 02.10.2014
Nach den durch die Amerikaner organisierten und finanzierten Putsch in der Ukraine bleibt abzuwarten, ob China dem Treiben US-Finanzierter "Muster-Demokraten" in Hongkong zuschaut. Denn wieder kommt das Geld für den NED von Obamas Außenministerium. Der NED leitet es weiter an IRI (McCain) und NED (Albright), welche als Paten / Finanzierer von Figuren wie Benny Tai, Martin Lee Chu-Ming (Gründer „Democratic Party“) oder Anson Chan Fang On-Sang (“Hong Kong 2020“). Da ist doch die rührselige Geschichte des 17-jährigen Revoluzzer-Bubi nur wieder Störfeuer, um von den wahren Akteuren und deren amerikanischen Hintermänner abzulenken. www.ned.org www.ndi.org www.iri.org
5. Es gibt doch berechtigte Forderungen der Demonstranten.
Asok 02.10.2014
Zitat von peter_burgermeisterNach den durch die Amerikaner organisierten und finanzierten Putsch in der Ukraine bleibt abzuwarten, ob China dem Treiben US-Finanzierter "Muster-Demokraten" in Hongkong zuschaut. Denn wieder kommt das Geld für den NED von Obamas Außenministerium. Der NED leitet es weiter an IRI (McCain) und NED (Albright), welche als Paten / Finanzierer von Figuren wie Benny Tai, Martin Lee Chu-Ming (Gründer „Democratic Party“) oder Anson Chan Fang On-Sang (“Hong Kong 2020“). Da ist doch die rührselige Geschichte des 17-jährigen Revoluzzer-Bubi nur wieder Störfeuer, um von den wahren Akteuren und deren amerikanischen Hintermänner abzulenken. www.ned.org www.ndi.org www.iri.org
Die Demonstranten habe berechtigte Forderungen. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Chinesische Regierung auf die sehr konkreten und berechtigten Forderungen der Demonstranten eingingen, zu denen Sie selbst früher zugestimmt hatte. Ist irgendetwas an den Forderungen der Demonstranten falsch weil möglicherweise einige eine Verbindung zum Westen haben? Dürfen nur noch Leute Ihre Meinung äussern, die zweifelsfrei nachweisen können, noch nie mit einem Ausländer Kontakt gehabt zu haben? Es könnten sonst so etwas wie Ideen Ländergrenzen überschreiten.
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