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"Regenschirm-Bewegung": Polizei verletzt Demonstranten in Hongkong

Erneute Ausschreitungen in Hongkong: Polizisten schlugen offenbar in voller Kampfausrüstung auf Demonstranten ein. Einige Protestierende wurden schwer am Kopf verletzt. Laut Polizei sei nur "minimale Kraft" eingesetzt worden.

Hongkong - Die Proteste in Hongkong gehen weiter, am Sonntagmorgen kam es dabei erneut zu Ausschreitungen. Die Schuld dafür weisen sich die Konfliktparteien gegenseitig zu. Bei Zusammenstößen zwischen Aktivisten und der Polizei wurden nach Angaben der Polizei drei Menschen verletzt. Lokale Medien sprachen dagegen von mindestens zwei Dutzend Verletzten.

Das Geschäftsviertel Mong Kok auf der Halbinsel Kowloon wurde am späten Samstag und frühen Sonntagmorgen wieder zum Schauplatz der Konfrontation. Einige von ihnen hätten offenbar schwere Kopfverletzungen davongetragen, als Polizisten in voller Kampfausrüstung auf sie einschlugen, berichteten Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP.

Die Polizei erklärte ihrerseits, sie habe "minimale Kraft" eingesetzt. Ein Mann mit zwei Messern im Rucksack sei festgenommen worden, teilte die Polizei in der chinesischen Sonderverwaltungsregion am Sonntag mit.

Protestlager zurückerobert

Die Auseinandersetzungen folgten auf ein Gesprächsangebot der Führung Hongkongs. Bei den Gesprächen, die möglicherweise am Dienstag stattfinden sollen, werde es um eine Verfassungsreform gehen, teilte Hongkongs Vizeverwaltungschefin Carrie Lam am Samstag mit. Der Studentenverband HKFS, der die Proteste mit anführt, äußerte sich zunächst nicht zu dem Angebot.

Bereits am Samstag hatten mehrere Tausend Demonstranten ein Protestlager zurückerobert, das die Polizei erst am Freitag geräumt hatte. Auch dabei gab es heftige Zusammenstöße mit der Polizei. 26 Menschen waren festgenommen und 15 Beamte verletzt worden, teilte die Polizei am Samstag mit.

Die Proteste in Hongkong dauern seit drei Wochen an. Die Demokratiebewegung fordert die freie Wahl des Verwaltungschefs Hongkongs im Jahr 2017. Die chinesische Führung beharrt jedoch auf einer Vorauswahl der Kandidaten.

vek/dpa/AFP

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Das sind ja schon Zustände
Mensch Meier 19.10.2014
wie in Deutschland. Hier wird es auch gefährlich, wenn die Demo System-kritisch ist und bei den Verletztenzahlen tauchen dann offiziell auch nur Polizisten auf.
2. Bei diesem Artikel
michel28 19.10.2014
kann nur wieder eine "Fachkraft" am Werke gewesen sein, die Regenschirm und Regenbogen nicht auseinanderhalten kann. Ja, auch ich denke wenn die Polizei nicht in voller Kampfausrüstung sondern nackt zugeschlagen hätte, wären die Verletzungen geringer. Also Qualitätsjournalismus vom Feinsten oder etwa vom Pförtner. Dem würde ich dieses Geschreibsel verzeihen.
3. Macht doch nichts...
Jasro 19.10.2014
Laut Helmut Schmidt stehen Chinesen ja keine Menschenrechte zu, weil die ja angeblich eine "westliche Erfindung" seien. Und das werden die Demonstranten in Hongkong sicher auch irgendwann einsehen.
4. Frage:
Ausfriedenau 19.10.2014
Welche ausländischen NGOs stecken hinter den Protesten, finanzieren sie und heizen sie an? Die "externe" Aufstellung der Wahlkandidaten kann nicht der Grund für derartigen Widerstand sein, denn auch im Westen werden die Kandidaten von Parteien aufgestellt und nicht direkt von der Bevölkerung.
5. Regenbogen-Bewegung?
frankieteardrop 19.10.2014
Umbrella Movement oder Umbrella Revolution. Machen die Regenschirme im Bild auch gleich mehr Sinn.
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Fotostrecke
Ausschreitungen in Hongkong: Zurück auf die Barrikaden

Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1367,820 Mio.

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Regierungschef: Li Keqiang

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