Anhörung zu Russlandaffäre Hope Hicks sagt nix

Kommunikationsdirektorin Hicks wurde neun Stunden lang über ihre Arbeit für US-Präsident Trump befragt. Doch der Ausschuss des US-Repräsentantenhauses zur Russlandaffäre erhielt kaum Antworten.

Hope Hicks
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Hope Hicks


Donald Trumps Kommunikationschefin, Hope Hicks, soll vor dem Repräsentantenhaus Aussagen zu ihrer Rolle im Weißen Haus verweigert haben. In der neunstündigen Vernehmung vor dem Geheimdienstausschuss beantwortete sie Abgeordneten zufolge Fragen zum Wahlkampf und zu der Zeit zwischen Wahl und Amtsantritt Donald Trumps - und damit immerhin mehr als der ehemalige Chefstratege und Wahlkampfleiter Stephen Bannon. Doch zu ihrem Job und ihrem Einfluss für die US-Regierung schwieg Hicks demnach beharrlich.

Dies sei ihr geraten worden, sagte Hicks dem Vernehmen nach zu ihrer Anhörung vor dem Untersuchungsausschuss zur Russlandaffäre des US-Präsidenten. Dabei hätte es interessant sein können, was sie zu einem Statement beitrug, womit 2017 das Treffen von Trumps ältestem Sohn und der russischen Anwältin Natalija Wesselnizkaja im Trump Tower offenbar umgedeutet werden sollte. In der Stellungnahme wurde behauptet, in dem Gespräch sei es um ein russisches Adoptionsprogramm gegangen.

Trump junior gab zu, sich mit Wesselnizkaja getroffen zu haben. E-Mails belegen zudem, dass er sich heikle Informationen über die damalige Gegenkandidatin seines Vaters versprochen hatte - die Demokratin Hillary Clinton. Auf das Angebot, sensible Informationen über Clinton zu erhalten, hatte er geantwortet: "Wenn es das ist, was Sie sagen, liebe ich es." Mit im Raum waren auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner sowie der damalige Wahlkampfchef Paul Manafort.

Welche Rolle Hicks für das wohl zur Ablenkung lancierte Statement spielte, wollten der Ausschuss - und Sonderermittler Robert Mueller - gerne erfahren. Das Weiße Haus hatte bereits eingeräumt, dass Trump an dem Statement beteiligt war. Und Hicks war zum Zeitpunkt der Erstellung des Schreibens mit dem US-Präsidenten an Bord der Air Force One. Das demokratische Ausschussmitglied Adam Schiff konstatierte zum Schluss dennoch: "Alle unsere Fragen, was in das Statement einfloss, blieben unbeantwortet."

Allein die Tatsache, dass Hicks, die ein Verhältnis mit dem früheren Stabssekretär im Weißen Haus, Rob Porter, gehabt haben soll, vernommen wurde, verärgerte Trump jedoch. Zur Anhörung twitterte er, es gebe keinerlei Beweise für Absprachen zwischen ihm und Russland. Er sprach von einer Hexenjagd.

Trump steht wegen der mutmaßlich illegalen Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams enorm unter Druck. Der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Mueller hat bereits Anklage gegen den damaligen Wahlkampfchef Manafort erhoben. Ihm wird Geldwäsche im Zusammenhang mit seinem Lobbyisten-Job für prorussische Kräfte in der Ukraine vorgeworfen.

apr/AP/Reuters

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