Empfehlung aus Venezuela: Hugo Chávez würde Obama wählen

Auf dieses Kompliment würde Barack Obama wohl lieber verzichten: Venezuelas sozialistischer Präsident Hugo Chávez spricht sich für die Wiederwahl des US-Präsidenten aus - und will normale Beziehungen mit den Vereinigten Staaten.

Chávez bei Wahlkampfveranstaltung: Wunsch nach "normalen" Beziehungen mit den USA Zur Großansicht
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Chávez bei Wahlkampfveranstaltung: Wunsch nach "normalen" Beziehungen mit den USA

Caracas - Seine Gegner versuchen gerne, US-Präsident Barack Obama als Sozialisten zu verunglimpfen. Nun erhält er ungefragt Unterstützung von einem Mann, der sich selbst als Kämpfer für den "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" sieht: Der venezolanische Präsident Hugo Chávez sprach sich in einem Fernsehinterview für eine Wiederwahl des Demokraten aus: "Wenn ich Amerikaner wäre, würde ich für Obama stimmen."

Vermutlich würde Obama bei der Wahl in Venezuela am kommenden Wochenende auch für ihn stimmen, sagte Chavez weiter. "Obama ist ein feiner Kerl ... wenn er aus Barlovento oder einem Stadtteil von Caracas käme, würde er für Chavez stimmen." In der Küstenstadt Barlovento stammen viele Einwohner von Afrikanern ab.

Chavez sagte außerdem, er wünsche sich "normale" Beziehungen zwischen Venezuela und den USA. Von denen kann derzeit keine Rede sein. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten ist angespannt, seit 2010 haben sie keine Botschafter mehr ins andere Land entsandt.

Chavez gehört zu den schärfsten Kritikern der USA. US-Präsident George W. Bush beschimpfte er als "Alkoholiker" und "Teufel". Nach der Wahl Obamas mäßigte er zwar zunächst seinen Tonfall gegenüber dem "Yankee-Imperium". Später warf er Obama jedoch vor, Bushs Politik fortzuführen und nannte den Demokraten eine Schande für die Afrikaner. Am Mittwoch steht die erste von insgesamt drei TV-Debatten zwischen Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney an.

Während in den USA erst im November gewählt wird, will sich der wegen seines autoritären Regierungsstils umstrittene Chávez bereits in gut einer Woche eine dritte Amtszeit sichern.

Im Vorfeld der Wahl kam es am Wochenende zu einem schweren Zwischenfall: Beim Angriff auf einen Wahlkampfkonvoi wurden zwei Oppositionspolitiker erschossen, einer von ihnen gehörte zur Partei Primero Justicia von Präsidentschaftskandidat Henrique Capriles. Der Partei zufolge hatten Regierungsanhänger zuvor die Straße blockiert.

Das Büro von Präsident Hugo Chávez bestätigte den Tod der beiden Politiker. Der Vorfall würde noch untersucht, sagte Innenminister Tarek El Aissami. Anhänger von Chávez und seines Herausforderers Capriles sind bereits früher zusammengestoßen. Es gab Schlägereien und Schießereien, jedoch bislang keine Todesfälle. Chávez regiert Venezuela seit 1999.

dab/AP/Reuters

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Big Hugo is "the pain in the a$$" der USA.
prontissimo 30.09.2012
Zitat von sysopREUTERSAuf dieses Kompliment würde Barack Obama wohl lieber verzichten: Venezuelas sozialistischer Präsident Hugo Chávez spricht sich für die Wiederwahl des US-Präsidenten aus - und will normale Beziehungen mit den Vereinigten Staaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/hugo-chavez-empfiehlt-wiederwahl-von-barack-obama-a-858836.html
Ein solches Dasein ist nun mal kein Zuckerschlecken und ziemlich teuer. Aber wer Charakter hat steht das durch. Die Dummen sind nur die Venezoelaner.
2. Dialogfähig
ediart 30.09.2012
Der Vorschlag von Chåvez ist durchaus OK und birgt eine Dialogmöglichkeit die von Seiten der Republikaner gar nicht vorstellbar ist.
3. Es gab keine Empfehlung ...
carahyba 30.09.2012
Zitat von sysopREUTERSAuf dieses Kompliment würde Barack Obama wohl lieber verzichten: Venezuelas sozialistischer Präsident Hugo Chávez spricht sich für die Wiederwahl des US-Präsidenten aus - und will normale Beziehungen mit den Vereinigten Staaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/hugo-chavez-empfiehlt-wiederwahl-von-barack-obama-a-858836.html
Es hat keine Empfehlung gegeben, auf die Frage vor die Wahl gestellt zu werden zwischen Obama und Romney wählen zu müssen, antwortete er dass er sich für den ersteren entscheiden würde. Das mit den normalen Beziehungen hat Chavez schon Dutzende von Malen gesagt. Das ist eine diplomatische Standardfloskel.
4. Geniale Negativ-Werbung
adal_ 30.09.2012
Zitat von ediartDer Vorschlag von Chåvez ist durchaus OK und birgt eine Dialogmöglichkeit die von Seiten der Republikaner gar nicht vorstellbar ist.
Chavez ist Mitglied in Romneys Wahlkampfteam. :-)
5.
marthaimschnee 30.09.2012
Das bedeutet wohl, Chavez gehört zu den 99%, denn Romney ist ja offensichtlich einer der schlimmsten Vertreter des einen.
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