Hamburg - Angesichts einer sich täglich verschärfenden Hungersnot in Ostafrika hat Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) die islamistischen Kräfte in Somalia aufgefordert, ihren Widerstand gegen die internationalen Hilfslieferungen zu beenden. Noch immer funktioniere die Versorgung der betroffenen Menschen "nicht zuverlässig", sagte Niebel im SPIEGEL-Interview. Er appelliere daher an alle Beteiligten: "Jetzt darf es nicht um Politik gehen. Jetzt geht es um die Rettung von Menschenleben."
Niebel bekräftigte seine Ablehnung einer zusätzlichen militärischen Komponente zur Durchsetzung der Hilfslieferungen. Es gebe bereits die Operation "Atalanta" am Horn von Afrika. "Darüber hinaus sollte man nicht über militärische Optionen fabulieren, sondern den politischen Dialog suchen, damit die Güter tatsächlich bei den Menschen ankommen."
Der Minister kündigte an, Ende kommender Woche ins benachbarte Kenia zu reisen, um mit den Verantwortlichen zu sprechen und sich ein Bild von der Lage zu machen. Nach SPIEGEL-Informationen wird Niebel dabei von Walter Lindner, dem früheren deutschen Botschafter in Nairobi und jetzigen Afrika-Beauftragten des Auswärtigen Amts, begleitet.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Dirk Niebel | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH