Washington - US-Präsident Barack Obama hat die Amerikaner auf tagelange Stromausfälle als Folge des Supersturms "Sandy" eingestimmt. Die Aufräumarbeiten würden länger dauern, sagte er am Montag in Washington. "Dies ist ein gefährlicher Sturm", sagte er. "Es werden viele Bäume umstürzen und es wird Überflutungen geben." Die Stromkonzerne würden womöglich tagelang brauchen, um die Versorgung wieder herzustellen. "Auch der öffentliche Verkehr wird für eine längere Zeit unterbrochen sein."
Der Präsident forderte die Bürger auf, den Evakuierungsbefehlen der örtlichen Behörden Folge zu leisten. Es sei für Wasser und Nahrungsmittel für alle betroffenen Bürger gesorgt. "Das großartige an Amerika ist, dass wir zusammenstehen, wenn es schwierig wird. Wir kümmern uns um unsere Familien, unsere Freunde und unsere Nachbarn."
Über die Auswirkungen des Sturms auf die Präsidentenwahl am 6. November mache er sich keine Sorgen, sagte er weiter. "Sandy" dürfte in der Nacht auf das amerikanische Festland treffen. Der Sturm legte bereits im Laufe des Tages das öffentliche Leben an der Ostküste lahm. Auch die US-Börsen blieben geschlossen.
Obama war wegen des Hurrikans vorzeitig nach Washington zurückgekehrt, um das dort laufende Krisenmanagement zu beaufsichtigen. "Dies ist nicht der Zeitpunkt, um Politik zu machen", sagte sein Sprecher Jay Carney am Montag. Der Sturm, der laut Experten Schäden in Höhe von bis zu 20 Milliarden Dollar (15,5 Milliarden Euro) anrichten könnte, sollte in der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) auf die US-Ostküste treffen.
Obama landete am Vormittag aus Orlando in Florida kommend auf dem Stützpunkt Andrews bei Washington. Er wollte aus dem unwettersicheren Lagezentrum unter dem Weißen Haus das Management beaufsichtigen. Der Präsident hatte wegen des Sturms bereits einen für Montag geplanten Wahlkampfauftritt in Youngstown im Bundesstaat Ohio abgesagt. In Florida hatte er zuvor bei einem Auftritt gesagt, für ihn habe nun die Sicherheit der Bürger oberste Priorität.
Obamas Herausforderer Mitt Romney sagte ebenfalls einen Auftritt in Wisconsin am Montag sowie weitere Termine am Dienstag ab. Es sei nun Zeit, "für die Nation und ihre Anführer, zusammen zu rücken" und sich um diejenigen zu kümmern, die in Gefahr seien, erklärte sein Wahlkampfteam.
ler/AFP/Reuters
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