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Demonstration in Kairo: Mehr als tausend Menschen protestieren gegen Mubarak-Freispruch

Wut über die neuen, alten Herrscher: In Kairo haben rund tausend Menschen gegen den Freispruch von Ex-Präsident Mubarak protestiert. Die Polizei reagierte mit Tränengas und Wasserwerfern. Zwei Menschen wurden getötet.

Kairo - Nach dem Freispruch für den ehemaligen ägyptischen Machthaber Husni Mubarak hat sich der Zorn der Bevölkerung auf den Straßen von Kairo entladen. Die Polizei setzte nach Angaben der Internetseite Al-Masry al-Youm Tränengas gegen Demonstranten in der Nähe des Tahrir-Platzes ein - dem früheren Zentrum und Symbol des Aufstands in Ägypten gegen den jahrzehntelangen Machthaber.

Zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Neun Demonstranten wurden verletzt, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte.

Nach Angaben der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters hatten sich mehr als tausend Menschen zum Protest in der ägyptischen Hauptstadt zusammengeschlossen. Sie riefen die Parolen: "Der Mörder freigesprochen, das Blut unserer Brüder ist nicht umsonst geflossen", "Das Volk fordert den Sturz des Regimes" und "Nieder mit dem Militärregime".

Die Sicherheitskräfte setzten zudem Wasserwerfer gegen die Menschenmenge ein, um sie im Zentrum Kairos auseinanderzutreiben. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte teilte am späten Abend mit, dass bei Zusammenstößen ein Mensch getötet worden sei. Mindestens hundert Demonstranten wurden nach Informationen von Nachrichtenagenturen festgenommen.

Im "Arabischen Frühling" 2011 waren staatliche Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten vorgegangen, die in Massenprotesten die Ablösung des autokratischen Herrschers gefordert hatten. Die Anklage hatte Mubarak daraufhin vorgeworfen, die Verantwortung für den Tod von 800 protestierenden Regimekritikern bei den Aufständen zu tragen. Die Staatsanwaltschaft forderte die Todesstrafe. Bei dem Prozess saßen neben Mubarak auch der ehemalige Innenminister Habib al-Adly sowie sechs führende Sicherheitsoffiziere auf der Anklagebank.

Zunächst wurden Ägyptens Ex-Präsident und Adly im Sommer 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt, wegen Verfahrensfehlern wurde der Prozess dann zwei Jahre später erneut aufgerollt. Neben Mubarak hat das Gericht im Revisionsprozess auch Adly und die sechs Sicherheitsleute entlastet.

daf/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 13 Beiträge
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    Seite 1    
1. So viele?
Toltek 29.11.2014
Kairo hat ca. 8 Mill. Einwohner, davon protestieren ca. 1000 Leute. Das ist wahrlich eine Top-Meldung wert!
2. Wow...
maximilianhoffahrt 30.11.2014
... mehr als tausend .... Ganz toll !
3. ???
heringsbändiger 30.11.2014
Zitat von ToltekKairo hat ca. 8 Mill. Einwohner, davon protestieren ca. 1000 Leute. Das ist wahrlich eine Top-Meldung wert!
Alles fängt klein an!
4. Ein Diktator wird freigesprochen
Pandora0611 30.11.2014
Das ist normal. Die Richter gehörten zu seinen Anhängern, sie wurden von ihm ins Amt gebracht. Auch seine Söhne wurden freigesprochen! Korruption, Mord, war da was? Der Staatsanwalt forderte die Todesstrafe für Mubarak, das Gericht entschied für Freispruch des Diktators.
5. einseitig
bezim 30.11.2014
warum schreiben Sie nicht, dass auch eine Hand voll Mubarak Anhänger sich am Gerichtsgebäude versammelt haben? Die Tagesschau war da etwas objektiver.
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