IAEA Nordkorea hat alle Atomanlagen geschlossen

"Es ist ein sehr guter Schritt, allerdings der allererste in einem langwierigen Verfahren": Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohamed ElBaradei, hat bestätigt, dass Nordkorea alle fünf Atomanlagen in Yongbyon geschlossen hat.


Kuala Lumpur - "Wir haben jetzt bestätigt, dass alle fünf Einrichtungen geschlossen worden sind", sagte IAEA-Direktor Mohamed ElBaradei bei einem Besuch in Kuala Lumpur unter Hinweis auf die Arbeit seines zehnköpfigen Expertenteams vor Ort in Yongbyon. Einige seien von Uno-Inspekteuren versiegelt worden. Außer dem Fünf-Megawatt-Atomreaktor handelt es sich um eine Brennstäbe-Fabrik, ein radiochemisches Labor und zwei im Bau befindliche Reaktoren.

Damit hat Nordkorea seine Verpflichtungen nach dem Abkommen vom Februar im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche über eine Beendigung seines Atomwaffenprogramms erfüllt.

Nach fünf Monaten Unterbrechung hat heute in Peking eine neue Runde der Sechs-Parteien-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms begonnen. Die Unterhändler Nordkoreas, der USA, Chinas, Südkoreas, Japans und Russlands kamen im chinesischen Staatsgästehaus im Westen der Hauptstadt zusammen.

Zur Vorbereitung war US-Delegationschef Christopher Hill mit Chinas Unterhändler Wu Dawei zusammengetroffen. Nach der Schließung des Reaktors in Yongbyon wird von Nordkorea erwartet, in der zweiten Phase alle seine nuklearen Anlagen und Atomwaffen offen zu legen. Für die Beseitigung winken dem verarmten Staat umfassende Energie- und Wirtschaftshilfen und eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA. Hill erklärte, auf der Tagesordnung werde die Urananreicherung stehen. Pjöngjang solle offenlegen, wie viel Plutonium das Land produziert habe und wie viel es derzeit noch besitze.

asc/AP/dpa



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