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Atomstreit: IAEA verabschiedet Resolution gegen Iran

"Ernste Sorge" äußerte die nationale Atomenergiebehörde IAEA über das Verhalten Irans im Atomstreit. Mit einer neuen Resolution wollen vor allem die fünf Uno-Vetomächte und Deutschland den Druck auf das Land erhöhen - und Israel zeigen, dass für sie ein diplomatischer Weg die einzige Lösung ist.

Arbeiter in iranischer Urananreicherungsanlage: Atomenergiebehörde verurteilt das Land Zur Großansicht
AFP

Arbeiter in iranischer Urananreicherungsanlage: Atomenergiebehörde verurteilt das Land

Wien - Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA rügt Iran: Mit einer Resolution hat das Leitungsgremium das Verhalten des Landes im Streit um sein Atomprogramm verurteilt.

Die Mehrheit der 35 Staaten des IAEA-Gouverneursrates stimmte am Donnerstag in Wien für das Papier. Die fünf Vetomächte des Uno-Sicherheitsrates - die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - und Deutschland hatten es vorgelegt. 31 Länder stimmten der Resolution zu, hieß es aus diplomatischen Kreisen. Kuba stimmte dagegen, Ecuador, Tunesien sowie Ägypten enthielten sich.

Die Resolution fasst zusammen, welche Fehler Teheran bisher gemacht hat und betont die Forderungen des Westens: Iran soll umgehend und vollständig mit der IAEA kooperieren. Zudem rügt der Text die Weigerung Teherans, den Inspekteuren Zugang zu gewissen Anlagen zu gewähren. Dies betrifft vor allem die Militäranlage von Partschin.

Die IAEA verdächtigt Iran, dort Tests zur Entwicklung von Atomsprengköpfen vorgenommen zu haben. In ihrem jüngsten Bericht hatte die IAEA Iran vorgeworfen, in Partschin Spuren beseitigt zu haben.

Die Resolution hat keine direkten Folgen, ist aber ein Mittel, um auf diplomatischem Weg den Druck auf Iran zu verstärken. Sie ist aber auch eine Botschaft an Israel, das droht, iranische Atomanlagen anzugreifen. Der Westen macht deutlich, dass aus seiner Sicht nur ein diplomatischer Weg in Frage kommt. Zuletzt verabschiedete der IAEA-Gouverneursrat im November vergangenen Jahres eine ähnliche Resolution.

Irans Botschafter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, bezeichnete das Papier als kontraproduktiv. Es diene nicht der Lösung des Konflikts und belaste das Verhältnis der Behörde zu Iran.

Viele Länder sind jedoch inzwischen sicher, dass das Atomprogramm Irans nicht nur der Stromerzeugung dient, sondern auch dem Bau von Bomben. Das Land arbeitet seit Jahren nicht ausreichend mit der IAEA zusammen, wodurch die Atomwächter die Existenz eines geheimen Atomprogramms auch nicht mehr ausschließen können.

Iran weist die Vorwürfe erneut zurück und beharrt auf seinem Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie.

mia/dpa/AFP

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1. Diplomatie
aueronline.eu 13.09.2012
Der Weg der Diplomatie darf nie verlassen werden. Der Mensch verliert sonst, was ihn ausmacht. Soll Israel es Iran doch einfach mal vormachen und die Atombehörde freiwillig einladen, dann ihren kompletten Fuhrpark offenlegen und dann, erst dann gegenüber Iran eine dicke Lippe riskieren.
2. Viele Länder sind überzeugt....
rolandjulius 13.09.2012
Seit wann denken Länder? Jedesmal das selbe Gerede, kann mich noch gut an die die chemischen Fabriken im Irak erinnern, mit Photos aus der Luft. Was dann aus der Luft kam waren Bomben aus dem Westen. Doch alles was man tötete, ca.vier-Millionen Menschen waren ja nur Araber oder Muselmänner, deren Ausrottung die westliche Welt sich offenbar verschrieben hat. Wer gibt uns das Recht so vorzugehen? Die Perser waren schon immer ein stolzes Volk. Sie pochen auf ihr Recht. Das tut doch jeder unabhängige Staat. Die Phrase, Israel auszurotten ist erlogen, es wurde gesagt, die Israelische Führung ins Meer zu jagen. Das hat ja der Westen schon mit mehr als eine Handvoll von Politikern getan, und die Welt dreht sich dennoch weiter, und es gab keine UN Resolutionen die das verdonnerten. Für die Perser sind dies Wortspiele, der Westen aber hat bewiesen, dass im jedes Mittel recht ist, um seine destruktive Politik durchzusetzen.
3.
alfredoneuman 13.09.2012
Zitat von aueronline.euDer Weg der Diplomatie darf nie verlassen werden. Der Mensch verliert sonst, was ihn ausmacht. Soll Israel es Iran doch einfach mal vormachen und die Atombehörde freiwillig einladen, dann ihren kompletten Fuhrpark offenlegen und dann, erst dann gegenüber Iran eine dicke Lippe riskieren.
Im Falle des Irans bedeutet das; palavern bis sie die Atombombe haben? Weil der Iran ganz offensichtlich seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, oder besser gesagt sie verletzt, soll Israel dem Iran "was vormachen", damit es das tut, was es sowieso tun muss? Das ist ein skurriler Vorschlag.
4. ...
ein anderer 14.09.2012
Zitat von sysopAFP"Ernste Sorge" äußerte die nationale Atomenergiebehörde IAEA über das Verhalten Irans im Atomstreit. Mit einer neuen Resolution wollen vor allem die fünf Uno-Vetomächte und Deutschland den Druck auf das Land erhöhen - und Israel zeigen, dass für sie ein diplomatischer Weg die einzige Lösung ist. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,855723,00.html
"Viele Länder sind jedoch inzwischen sicher, dass das Atomprogramm Irans nicht nur der Stromerzeugung dient, sondern auch dem Bau von Bomben." ? Was bedeutet eine solche Aussage in unserer heutigen Welt? Eigentlich sehr wenig, da viele Länder mittels Entwicklungshilfe, Militärhilfe oder anderer Deals ohne Probleme dazu gebracht werden können eine fremde Meinung zu vertreten. Und für jene die diese Aussage als VT abtun, ein weiterer Gedanke: Wieviele Länder haben die Kapazität um ihre Geheimdienste im Iran tätig werden zu lassen? Wahrscheinlich nur wenig mehr als eine Handvoll Länder können das. Das bedeutet, dass der Rest, die sogenannten vielen Länder, auf Informationen der wenigen Diensten und deren Aufarbeitungen und Schlussfolgerungen angewiesen sind. Aber wer sind die Informationsbeschaffer? Länder wie Israel und Saudi-Arabien die schon im Kalten Krieg mit dem Iran stehen. Und im Krieg stirbt die Wahrheit bekanntlich als erstes. Die USA haben sich in der Vergangenheit auch keinen Ruhm in der Wahrheitsliebe erarbeitet. Daneben könnten noch England, Frankreich und Deutschland ein bisschen im Iran aktiv sein aber die stehen wohl zu den USA. Russland und China zählen wahrscheinlich kaum, wenn die Anderen ihre Meinung präsentieren.
5.
Mononatriumglutamat 14.09.2012
Zitat von rolandjuliusSeit wann denken Länder? Jedesmal das selbe Gerede, kann mich noch gut an die die chemischen Fabriken im Irak erinnern, mit Photos aus der Luft. Was dann aus der Luft kam waren Bomben aus dem Westen. Doch alles was man tötete, ca.vier-Millionen Menschen waren ja nur Araber oder Muselmänner, deren Ausrottung die westliche Welt sich offenbar verschrieben hat. Wer gibt uns das Recht so vorzugehen? Die Perser waren schon immer ein stolzes Volk. Sie pochen auf ihr Recht. Das tut doch jeder unabhängige Staat. Die Phrase, Israel auszurotten ist erlogen, es wurde gesagt, die Israelische Führung ins Meer zu jagen. Das hat ja der Westen schon mit mehr als eine Handvoll von Politikern getan, und die Welt dreht sich dennoch weiter, und es gab keine UN Resolutionen die das verdonnerten. Für die Perser sind dies Wortspiele, der Westen aber hat bewiesen, dass im jedes Mittel recht ist, um seine destruktive Politik durchzusetzen.
Von wegen. "I am not convinced" (J. Fischer) Vier Millionen Menschen? Das wären ja fast 14% der irakischen Bevölkerung. Die seriösen Schätzungen gehen von etwas mehr als 100.000 Todesopfern aus. Keineswegs. Die Aussage wurde von den iranischen Staatsmedien und auf der Homepage des iranischen Präsidenten veröffentlicht. Sie wurde bis heute nicht dementiert, korrigiert oder zurückgezogen. Keineswegs. Der Terminus "Besatzerregime" ist eine beliebte Umschreibung für Israel, um dessen Namen nicht aussprechen zu müssen. Die Unterstützung antisemitischer Terrororganisationen durch Iran ist weit mehr als nur "Wortspiele". Das ist nicht ganz falsch, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die iranische Politik wo möglich heute bedeutend destruktiver ist als die des "Westens".
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 79,476 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

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Irans Atomprogramm
Streit
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Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen
Arak : geplanter Schwerwasserreaktor
Buschehr : Atomkraftwerk, im Mai 2011 nach mehrfachen Terminverschiebungen in Betrieb genommen - zunächst zu Testzwecken. Im September 2011 ging der Reaktor in Regelbetrieb, allerdings noch nicht auf voller Leistung
Isfahan : Forschungsreaktor
Jasd: Uranminen
Natans : Anlage zur Urananreicherung, angeblich mit 6000 Zentrifugen in Betrieb. Im Herbst 2009 gab Iran bekannt, nahe der Stadt Ghom eine zweite Anlage zur Urananreicherung zu besitzen.
Teheran : Forschungsreaktor
Geschichte
1974: Unter Beteiligung von Siemens beginnt bei Buschehr der Bau eines Kernkraftwerks.
1979: Nach der Revolution und der Ausrufung der Islamischen Republik wird das Atomprogramm nicht weiter betrieben.
1980-1988: Im Irak-Iran-Krieg wird der Atomreaktor in Buschehr mehrfach bombardiert und dabei schwer beschädigt.
Neunziger Jahre: Deals auf dem Schwarzmarkt mit Abdul Qadir Khan , Pakistans "Vater der Atombombe"
1995: Abkommen mit Russland zum Wiederaufbau des Atomreaktors von Buschehr
2002: Iranische Oppositionelle im Exil berichten über ein geheimes Atomprogramm.
2003: Iran unterzeichnet das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag (bislang aber nicht vom Parlament ratifiziert).
2006: Der Uno-Sicherheitsrat verlangt in seiner Resolution 1696 erstmals den Stopp der Urananreicherung .
Juli 2008: Iran droht bei einem Angriff auf seine Atomanlagen mit militärischen Gegenschlägen. Das Regime testet Schahab-3-Raketen, die auch Ziele in Israel erreichen könnten.
November 2008: Iran hat nach eigenen Angaben die Zahl seiner für die Urananreicherung benötigten Zentrifugen auf 5000 erhöht.
Juni 2009: Iran hat laut Internationaler Atomenergiebehörde IAEA weitere tausend Gaszentrifugen im Atomzentrum Natans in Betrieb genommen und bisher knapp 1,4 Tonnen niedrig angereichertes Uran produziert.
Mai 2010: Nach Verhandlungen mit dem brasilianischen Präsidenten Lula und dem türkischen Regierungschef Erdogan erklärt sich Iran bereit, schwach angereichertes Uran im Ausland zu tauschen. Wenig später kündigt Teheran an, an der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent festhalten zu wollen.
Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat, die EU und die USA beschließen neue Sanktionen gegen Teheran. US-Präsident Obama spricht von den bisher härtesten Sanktionen überhaupt - doch Beobachter bleiben skeptisch, ob die Strafmaßnahmen Erfolg bringen.
Sanktionen
REUTERS
Uno-Sanktionen: Verbot von Waffen- und Nuklearhandel, Einfrieren von Konten, Reisebeschränkungen, verhängt in Resolution 1737 (23.12.2006), Resolution 1747 (24.03.2007), Resolution 1803 (03.03.2008)

Sanktionen der USA: Vollständiger Handels- und Investitionsboykott, beruhend auf Executive Order 12959 von 1995, neue Sanktionen im Juni 2010

Sanktionen der EU: Einschränkungen für Handel und Investitionen, Einfrieren von Vermögen, Reisebeschränkungen, beruhend auf Verordnung (EG) Nr. 423/2007 des Rates (19.04.2007)

Nahost
dpa
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärt, das israelische "Besatzungsregime" müsse "aus den Annalen der Geschichte verschwinden".
Israelische Politiker, darunter auch Kabinettsmitglieder, sprechen sich für präventive Militärschläge gegen Iran aus.
Personen
Said Dschalili , Atomunterhändler seit Oktober 2007
Yukiya Amano , Generaldirektor der IAEA
Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung
Oktober 2009: Vertreter Irans, Deutschlands und der fünf Vetomächte im Sicherheitsrat kommen zu Atom-Gesprächen in Genf zusammen.
November 2009: Die IAEA kritisiert in einer Resolution die jahrelang geheim gehaltene iranische Urananreicherungsanlage bei Ghom. Teheran reagiert mit der Ankündigung, zehn neue Uran-Anlagen zu bauen.
Dezember 2009: Iran testet die Mittelstreckenrakete Sedschil 2. Diese habe größere Zielgenauigkeit als das Vorgängermodell Schahab 3.
2. Februar 2010: Ahmadinedschad zeigt sich bereit, auf einen Vorschlag der IAEA einzugehen, der eine Anreicherung iranischen Urans auf 20 Prozent im Ausland vorsieht. Wenige Tage später rudert er wieder zurück.
7. Februar 2010: Iran verkündet, man habe niedrig angereichertes Uran von 3,5 auf 20 Prozent gebracht und sei in der Lage, es auf 80 Prozent anzureichern. Damit könnten Atomwaffen hergestellt werden.
11. Februar 2010: US-Präsident Barack Obama kündigt als Reaktion umfangreiche neue Sanktionen gegen Iran an.
1. April 2010: Nach langem Widerstand gegen neue Sanktionen ist China bereit, sich an den Verhandlungen über den Text einer verschärften Uno-Resolution zu beteiligen.
25. April 2010: Zur Abwehr neuer Sanktionen besucht Irans Außenminister Manutschehr Mottaki Österreich. Gespräche mit dem Chef der IAEA, Yukija Amano, und Österreichs Außenminister Michael Spindelegger bringen jedoch keinen Durchbruch.
17. Mai 2010: Nach Verhandlungen mit Brasilien und der Türkei lenkt Iran ein und will Uran im Ausland anreichern lassen. Doch die internationale Gemeinschaft reagiert skeptisch auf die Ankündigung.
9. Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat beschließt schärfere Sanktionen gegen Iran. Sie beinhalten weitere Hürden für die iranische Finanzbranche und eine Ausweitung des Waffenembargos. Auch die USA und die EU setzen schärfere Maßnahmen gegen Iran in Kraft.
Januar 2011: Die Atomgespräche zwischen Iran und den westlichen Mächten in Istanbul scheitern. Teheran hatte weiterhin "ein Recht auf Urananreicherung" gefordert.

Uran und Atomwaffen
Uran
Uran eignet sich sowohl für die Energiegewinnung als auch für den Einsatz in Atomwaffen. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Der Ausgangsstoff Uranerz besteht zu rund 99,3 Prozent aus Uran 238; das spaltbare Uran 235 macht nur etwa 0,7 Prozent aus. Für die Nutzung in Kernreaktoren muss der Anteil von Uran 235 auf drei bis fünf Prozent gesteigert werden, für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 85 Prozent notwendig.
Anreicherung
Uranerz wird nach dem Abbau zunächst zu einem gelblichen Pulver verarbeitet, dem sogenannten Yellowcake. Es dient zur Herstellung von Brennelementen für Reaktoren, kann aber zwecks Anreicherung auch in Uran-Hexafluorid (UF6) umgewandelt werden, das bis 56 Grad Celsius in kristalliner Form vorliegt und darüber gasförmig ist.

Die meisten Anreicherungsanlagen weltweit basieren auf der Gasdiffusion: Gasförmiges Uran-Hexafluorid wird durch halbdurchlässige Membrane gepresst, wobei sich das Uran 235 vom Rest trennt. Das Verfahren gilt inzwischen jedoch aufgrund seines hohen Energiebedarfs als veraltet.

Eine modernere Methode ist die Gaszentrifuge, an der auch in Iran experimentiert wird. Bei ihr macht man sich den Massenunterschied zwischen beiden Uran-Isotopen zunutze: Wird Uran-Hexafluorid in die Zentrifugen gegeben, sammeln sich die schwereren Uran-238-Moleküle bei bis zu 70.000 Umdrehungen pro Minute außen in den Zylindern, die Uran-235-Moleküle bleiben innen.
Einsatz in Atomwaffen
Für den Einsatz in Kernreaktoren genügt es bereits, wenn Uran 235 zu drei bis fünf Prozent in den Brennelementen angereichert ist. Ab 20 Prozent ist von hochangereichertem Uran die Rede. Für eine Atombombe ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 80 Prozent erforderlich, da sonst eine zu große Uranmenge notwendig wäre.

Uran 235 kam in der ersten jemals eingesetzten Atombombe, die am 6. August 1945 Hiroshima zerstörte, als Sprengstoff zum Einsatz. Die Sprengkraft lag bei rund 13 Kilotonnen TNT. Die Bombe, die drei Tage später auf Nagasaki abgeworfen wurde, erreichte 20 Kilotonnen TNT. In ihr kam allerdings nicht Uran zum Einsatz, sondern Plutonium 239, das per Neutronenbeschuss in Brutreaktoren aus Uran 238 gewonnen wird.

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