Flüchtlingshelfer berichten aus Idomeni "Ein Privatleben gibt es nicht mehr"

Freiwillige aus der ganzen Welt sind nach Idomeni gereist, um den Flüchtlingen im griechischen Lager zu helfen. Acht von ihnen schildern ihre Motive.

Helfer und Flüchtlinge in Idomeni
AP/ CTK

Helfer und Flüchtlinge in Idomeni

Aus Idomeni berichtet


Mehr als 10.000 Menschen sind noch immer in Idomeni. Für die meisten Beobachter ist das Flüchtlingscamp an der griechisch-mazedonischen Grenze ein Ort, der für Verzweiflung steht. Ein Lager, in dem die Migranten schon seit Monaten unter unmenschlichen Bedingungen leben müssen, nachdem die Balkanroute geschlossen wurde und der Weg nach Europa am Stacheldraht endete.

Aber jenseits der Trostlosigkeit und des Leids ist Idomeni auch ein Ort, der Hoffnung macht. Denn aus der ganzen Welt sind Hunderte Menschen hierhergekommen, um den Flüchtlingen zu helfen - freiwillig und solange es ihnen möglich ist.

Es sind Menschen aus allen Alters- und Berufsgruppen. Doch in letzter Zeit begegnet ihnen Misstrauen - von der griechischen Regierung, Polizei und Medien. Den Aktivisten wird vorgeworfen, die Flüchtlinge zu Gewalt anzustacheln.

Dabei ist die große Mehrheit nach Idomeni gekommen, um den Alltag der Flüchtlinge erträglicher zu machen. Sie verteilen Lebensmittel, stehen Müttern und Kindern bei, reparieren Zelte. SPIEGEL ONLINE hat mit einigen Helfern gesprochen:

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Flüchtlingscamp: Die Helfer von Idomeni
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RioTokio 14.04.2016
1.
Die Staaten - Mazedonien, Österreich etc. - haben ja erklärt, dass sie keinen mehr durchreisen lassen. Warum in Idomeni noch kampiert wird ist unklar. Flcühtlingslager stehen in Griechenland bereit. Den Helfern geht es offenkundig auch um etwas anderes - den Weg nach Deutschland für unbegrenzte Einreise wieder zu öffnen. Kosten, Sicherheit und Integrationsprobleme, also unsere Interessen, interessieren da nicht.
conocedor 14.04.2016
2. das vertraute Bild
Wird man diese Leute, hauptsächlich Studentinnen, die man mit viel Wohlwollen noch als idealistisch-unwissend bezeichnen könnte („weil ich es total verrückt finde, diese Leute hier an etwas leiden zu sehen, für das Europa verantwortlich ist.“), irgendwo irgendwann in ihrem Heimatland als freiwilligen Helfer in der Altenpflege, dem Obdachlosenasyl oder einer Suchthilfeeinrichtung erleben? Ich vermute eher nicht.
Adlatus 14.04.2016
3. Verständnis für die Bundeskanzlerin
Ich verstehe die Helfer, aber sie sind am falschen Ort. Den Flüchtlingen stehen in Griechenland Unterkünfte zur Verfügung. Ein Flüchtling kann nicht entscheiden in welchem Land Europas er sich niederlassen will. So groß kann der Fluchtdruck dann nicht gewesen sein. Viele Bürger aus den ehemaligen Ostgebieten flohen z.B. in die ehemalige sowjetische Bestazungszone und spätere DDR. Manche Unwissende vergleichen ja gern die heutigen Flüchtlinge mit den damaligen Flüchtlingen. Die hatten keine Wahl und waren froh ihr nacktes Leben gerettet zu haben. Die Flüchtlinge in Idomeni sind für mich Wirtschaftsflüchtlinge die nur ein Interesse daran haben im Land der Verheißung mit der höchsten Sozialausstattung unterzukommen. Frau Merkel hatte recht, das sie hier hart blieb. Für die Helfer habe ich keinerlei Verständnis zumal ja offenbar einige auch ihr poltiisches Süppchen auf dem Rücken dieser Menschen kochen.
chris_kraus 14.04.2016
4. Helfer in Indomeni
Was man über die meisten Helfer sagen kann:jung und voller Idealismus, die Welt zu verbessern! Kaum einer ist schon fest im Beruf eingebunden und hat daher zeit und Geld( von Eltern und Organisationen).Und was interessant ist:sie fühlen sich wichtig und unentbehrlich (rund um die Uhr Einsatz) D.h.diese sog."Gutmenschen" machen es eigentlich für sich selbst und für ihr seelisches Wohlbefinden! Der Helfer braucht eigentlich den Flüchtling mehr, als umgekehrt!
Luna-lucia 14.04.2016
5. bei allem Verständnis
aber warum werden keine "Zettel" verteilt, auf denen z.B. schöne Notunterkünfte zu sehen sind? Wo es warm und trocken ist ... Damit könnte man den "Aufstachlern" wenigstens ein bisschen den Wind aus den Segeln nehmen! Zudem, die Grenzen werden bald noch enger werden! Österreich baut echt am Brenner, jetzt schon beim Vorbeifahren gut sichtbar, an größeren Grenzbefestigungen! Und man hat uns gesagt, nicht nur die Brennerautobahn, nein, alle von Italien nach Österreich führenden Straßen, sollen "Grenzbefestig" (Ausdruck eines dort arbeitenden) werden.
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