Grenzlager Idomeni Hunderte Flüchtlinge brechen nach Mazedonien auf

Sie verlassen in Scharen das griechische Grenzlager Idomeni: Hunderte Flüchtlinge versuchen, den Grenzzaun zu umgehen und sich nach Mazedonien durchzuschlagen, meldet die Polizei.


Am Montag sind mehrere Hundert Flüchtlinge aus der verschlammten Zeltstadt nahe der griechischen Ortschaft Idomeni in Richtung Mazedonien aufgebrochen. Sie bewegten sich Richtung Westen entlang der griechisch-mazedonischen Grenze, wie ein hochrangiger Polizeibeamter SPIEGEL ONLINE bestätigte.

Das Ziel des Trecks ist offenbar eine Lücke in den Grenzanlagen nahe der griechischen Ortschaft Chamilo. Der Ort liegt etwa fünf Kilometer westlich vom Grenzübergang Idomeni. Die Flüchtlinge im Lager sollen eine Karte der Region herumgereicht haben, auf der die noch offenen Durchlässe in der Grenze zu sehen sind. Griechische Polizisten hatten die Gruppe zunächst umringt, die Flüchtlinge weigerten sich jedoch umzukehren und zogen weiter.

Am Nachmittag teilten mazedonische Behörden mit, man werde "jeden einzelnen Neuankömmling nach Griechenland zurückbringen". Eine Polizeisprecherin sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Armee und Polizei seien "an den kritischen Stellen" der Grenze in erhöhter Bereitschaft. "Mehrere Hundert" Flüchtlinge seien durch Lücken in der Grenze nach Mazedonien gelangt.

In dem Zeltlager nahe Idomeni saßen zuletzt bis zu 14.000 Menschen fest. Schwere Regenfälle in den vergangenen Tagen haben das improvisierte Camp in eine Schlammlandschaft verwandelt.

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Idomeni: Flüchtlinge suchen das Loch im Zaun
Beim Versuch, die Grenze zu überqueren, waren in der Nacht zu Montag drei Menschen gestorben. Sie ertranken in einem Fluss nahe der griechisch-mazedonischen Grenze, der durch die extremen Regenfälle stark angeschwollen war.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

cht/gic/Reuters

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