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Rüstungsreport: Der Westen verliert seine militärische Überlegenheit

US-Kampfdrohne: China exportiert unbemannte Flugzeuge sogar nach Nigeria und in den Irak Zur Großansicht
DPA

US-Kampfdrohne: China exportiert unbemannte Flugzeuge sogar nach Nigeria und in den Irak

Die asiatischen Staaten und Russland holen im globalen Wettrüsten auf. Analysten warnen: Die Nato kann ihre osteuropäischen Mitgliedsländer im Kriegsfall kaum verteidigen.

Marschflugkörper, Drohnen, Cyberwaffen - diese Kriegstechnologie verschaffte den Nato-Staaten bislang eine militärische Überlegenheit gegenüber dem Rest der Welt. Doch besonders die asiatischen Staaten holen massiv auf. Das geht aus dem Jahresbericht über das weltweite militärische Gleichgewicht hervor, den das renommierte Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) in London am Dienstag vorgelegt hat.

"Die militärtechnologische Überlegenheit des Westens erodiert", sagte IISS-Direktor John Chipman bei der Vorstellung des Berichts. Das liege auch daran, dass die neuen Technologien häufig billiger zu entwickeln seien als konventionelle Waffensysteme. So habe sich die Zahl der Staaten, die Drohnen einsetzen, in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. China exportiere die unbemannten Flugzeuge sogar nach Nigeria und in den Irak.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts:

  • Die asiatischen Länder geben jährlich fast 90 Milliarden Euro mehr für Verteidigung aus als die europäischen Nato-Mitglieder.
  • Die Zahl der Armeebataillone in Europas Nato-Staaten ist in den vergangenen 15 Jahren von 649 auf 185 gefallen.
  • Die Zahl der britischen Kampfjets ist seit 1991 von 475 auf 194, die der französischen Kriegsflugzeuge von 579 auf 271 gesunken.

Das IISS fordert als Reaktion darauf eine bessere Zusammenarbeit von Nato und EU. Damit könne auch dem wachsenden Gefühl der Bedrohung aus Russland begegnet werden, das viele osteuropäische Staaten erfasst hat.

Das Londoner Institut sieht die wachsende militärische Stärke Russlands mit Besorgnis. Neue russische Marschflugkörper sowie neue Panzersysteme stellten die Verteidigungsgarantie der Nato gegenüber den osteuropäischen Mitgliedsländern grundsätzlich infrage.

"Die Garantie der Nato gegenüber den östlichen Mitgliedern basiert auf der Annahme, dass ihre Landesverteidigung schnell verstärkt werden kann. Doch Russland setzt militärische Ausrüstung ein, die den Zugang verhindern und die Einsätze im baltischen Raum behindern kann", heißt es in dem IISS-Bericht. "Das stellt den Plan der Allianz sowie ihre gesamte Leistungsfähigkeit in Europa infrage."

Moskau hat seine Militärausgaben 2015 um einen zweistelligen Prozentsatz erhöht.

syd

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 247 Beiträge
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1. Militärische Überlegenheit wird überschätzt...
renewallich 09.02.2016
Ich glaube der Trend geht eher zu Wirtschaftssanktionen. Langfristig kann man damit jemanden mehr schaden. Und gegen Russland und China, sowie alle Atommächte würde die NATO sowieso nicht in den Krieg ziehen.
2. Propaganda
mlamprecht2 09.02.2016
Können Sie nichtmal damit aufhören über Rüstung zu Lamentieren wie wäre es mal ein Zeichen für Abrüstung zu setzen und ein Bericht über diese Erfolge......Spon für Aufrüstung ????????
3. jupieeee
tart 09.02.2016
dann mal ganz schnell aufrüsten tut auch der Wirtschaft gut;-)
4.
truth&lie 09.02.2016
Um zweistelligen Betrag erhöht???? Das soll wohl ein Witz sein?! Wieviel gibt Russland für die Verteidigung aus, 50 Milliarden? Und wieviel die Nato samt USA knapp 800. Wer soll Ihnen noch ihr Märchen abkaufen....
5. Ja, aber...
hador2 09.02.2016
Auch Deutschland hätte im kalten Krieg nicht von der NATO gegen die zahlenmäßig massivst überlegenen Armeen des Warschauer Paktes verteidigt werden können. Wenn ich mich recht erinnere war die Taktik "aufhalten und Vorrücken erschweren bis die Atombomben da sind". Deutschland wäre binnen kürzester Zeit atomare Wüste geworden oder von den Russe überrollt. Einen echten Schutz boten die konventionellen NATO Kräfte schon damals nicht. In dieser Hinsicht nix Neues. Die Entwicklung in Asien ist dagegen bedenklich, aber hier spielt der Westen ja gut mit indem er Verbündete hochrüstet.
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