Proteste in Syrien: Tausende gehen gegen Assad auf die Straße

In Damaskus und anderen Städten Syriens haben am Freitag Tausende von Regierungsgegnern gegen das Regime von Diktator Assad demonstriert. In Deutschland berief Außenminister Westerwelle den syrischen Botschafter ein.

Beirut/New York - Sie versammelten sich in der Hauptstadt Damaskus in Aleppo und in der Provinz Daraa. Am Freitag sind erneut Tausende Anhänger der Opposition gegen das Regime von Despot Baschar al-Assad auf die Straße gegangen.

Aktivisten des Syrischen Observatoriums für Menschenrechte und der Örtlichen Koordinationskomitees meldeten aber auch neue Angriffe von Regierungssoldaten auf die Orte Kusur und Dschobar in der Provinz Homs. Über mögliche Opfer wurde nichts bekannt.

Nach Informationen der sogenannten Revolutionskomitees ist ein Schiff mit russischen Waffen und Munition für die Truppen von Assad auf dem Weg zum syrischen Hafen Tartus. In den Diskussionsforen der Aktivisten hieß es am Freitag, die "Professor Katsman" fahre unter russischer Flagge.

Die Türkei hatte zuletzt nach einer ähnlichen Warnung ein Frachtschiff auf dem Weg nach Syrien gestoppt und durchsucht. An Bord wurden damals jedoch nach offiziellen Angaben keine Waffen entdeckt. Die russische Regierung ist neben dem Iran der wichtigste Partner Assads.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich indes recht ratlos über die Lage in Syrien. Der Friedensplan seines Sondergesandten Kofi Annan sei die einzige Möglichkeit, um für Ruhe in dem Krisenstaat zu sorgen. "Derzeit haben wir keinen Plan B", gab er in einem Interview mit CNN zu.

Annan hatte eine vollständige Einstellung der Gewalt gefordert. "Unglücklicherweise ist das noch nicht umgesetzt worden", gab Ban zu. Die Entsendung von Uno-Beobachtern habe einen gewissen Effekt gehabt, aber die Gewalt gehe weiter. Für ein Ende der Konfrontationen sei ein "starker politischer Wille" Assads und die volle Kooperation der Regierungsgegner notwendig, sagte Ban.

Außenminister Guido Westerwelle hat am Freitag den syrischen Botschafter in Deutschland, Radwan Lutfi, erneut ins Auswärtige Amt einbestellt. Die Bundesregierung verlangte bei dem Termin von der Führung in Damsakus, den Friedensplan Annans - insbesondere die Waffenruhe - sofort und vollständig umzusetzen.

Wegen der von der internationalen Staatengemeinschaft verhängten Sanktionen kann Syrien seine Beiträge bei den Vereinten Nationen offenbar nicht mehr zahlen. Keine US-Bank erlaubt der syrischen Regierung noch, ein Konto zu eröffnen, berichtete Uno-Botschafter Baschar Dschafari. Seit 1945 habe Syrien seine Beiträge immer rechtzeitig gezahlt, sagte er dem Haushaltsausschuss der Uno-Vollversammlung. Durch die "ungerechten und einseitigen Sanktionen" der USA und anderer Länder sei dies nun nicht mehr möglich. Ein Zahlungsversäumnis bei den Beiträgen kann zu einem Verlust der Stimmrechte in der Vollversammlung führen.

als/aar/dpa/dapd

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1.
Kaygeebee 25.05.2012
Übertriebene Sanktionen -> Zahlungsausfall -> Ausschluss aus der UNO -> Freiwild für die NATO und ihre Demokratiekampfbomberstaffeln. Syrien wird systematisch in die Ecke gedrückt, international entrechtet und von der NATO innerlich sabotiert. Ach ja, im Islam findet jede Woche das sog. Freitagsgebet (salatu-1-dschumua für die Männer) statt. Dafür strömen die Menschen in die Moscheen um zu beten. Es ist bekannt, dass die Terroristen (unsere Medien nennen sie Rebellen, klingt schließlich netter) sich unter diese Menschenmenge mischen, Banner ausrollen und die Menschenmasse sozusagen "highjacken". Von 1000 anwesenden Menschen sind vielleicht 20-50 beteiligt, für unsere Copy+Paste Medienlandschaft sieht es aber nach Tausenden von Demonstranten aus. Also eilig abschreiben und als "Massendemo" darstellen.
2. ...
Hape1 25.05.2012
Zitat von sysopIn Damaskus und anderen Städten Syriens haben am Freitag tausende von Regierungsgegnern gegen das Regime von Diktator Assad demonstriert. Wegen der internationalen Sanktionen kann Damaskus die Uno-Mitgliedsbeiträge nicht mehr zahlen. In Syrien protestieren Tausende gegen das Regime Assad - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,835278,00.html)
Tausende gehen auf die Strasse..... ? Letzte mal als SpOn von "Tausende" sprach, waren es "...etwa 3.000..." Tausende fordern Misstrauensvotum gegen Janukowitsch Ukraine: Opposition fordert Misstrauensvotum gegen Janukowitsch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-opposition-fordert-misstrauensvotum-gegen-janukowitsch-a-832856.html) Wieviele sind es diesmal? Etwa 2.000? Oder etwa 1.500?
3. glueckwunsch
ziegenzuechter 25.05.2012
Zitat von KaygeebeeÜbertriebene Sanktionen -> Zahlungsausfall -> Ausschluss aus der UNO -> Freiwild für die NATO und ihre Demokratiekampfbomberstaffeln. Syrien wird systematisch in die Ecke gedrückt, international entrechtet und von der NATO innerlich sabotiert. Ach ja, im Islam findet jede Woche das sog. Freitagsgebet (salatu-1-dschumua für die Männer) statt. Dafür strömen die Menschen in die Moscheen um zu beten. Es ist bekannt, dass die Terroristen (unsere Medien nennen sie Rebellen, klingt schließlich netter) sich unter diese Menschenmenge mischen, Banner ausrollen und die Menschenmasse sozusagen "highjacken". Von 1000 anwesenden Menschen sind vielleicht 20-50 beteiligt, für unsere Copy+Paste Medienlandschaft sieht es aber nach Tausenden von Demonstranten aus. Also eilig abschreiben und als "Massendemo" darstellen.
hervorragend kaygeebee genau so sieht es aus. gluecklicherweise lassen sich nicht alle fuer dumm verkaufen. weiter so. es ist einfach nur noch laecherlich wie hier versucht wird einen umsturz im vorfeld zu rechtfertigen. es gibt keinen massenaufstand in syrien und es gab auch keinen. so einfach ist das.
4. Oh, ein Syrienspezialist
Layer_8 25.05.2012
Zitat von KaygeebeeÜbertriebene Sanktionen -> Zahlungsausfall -> Ausschluss aus der UNO -> Freiwild für die NATO und ihre Demokratiekampfbomberstaffeln. Syrien wird systematisch in die Ecke gedrückt, international entrechtet und von der NATO innerlich sabotiert. Ach ja, im Islam findet jede Woche das sog. Freitagsgebet (salatu-1-dschumua für die Männer) statt. Dafür strömen die Menschen in die Moscheen um zu beten. Es ist bekannt, dass die Terroristen (unsere Medien nennen sie Rebellen, klingt schließlich netter) sich unter diese Menschenmenge mischen, Banner ausrollen und die Menschenmasse sozusagen "highjacken". Von 1000 anwesenden Menschen sind vielleicht 20-50 beteiligt, für unsere Copy+Paste Medienlandschaft sieht es aber nach Tausenden von Demonstranten aus. Also eilig abschreiben und als "Massendemo" darstellen.
Sie schrieben Ihren Post gewiss vor Ort? Aus Syrien? Wenn schon Terroristen, dann beide Seiten. Und was der Assad-Clan damals im Libanon und Syrien (Hama) angerichtet ist Ihnen nicht mehr geläufig? Und die ganzen Ex-Nazis, die Syrien als prominentes Exil bevorzugten, zusammen mit den ganzen PLO-Flugzeugentführern und der RAF der 1970er Jahre. Das syrische Volk tut mir wirklich Leid, genauso wie Sie, dies aber aus anderen Gründen. P.S. Ich war mal in Syrien, Sie auch? Sie tun mir Leid
5. Wie damals..
Wanax 25.05.2012
Zitat von Hape1Tausende gehen auf die Strasse..... ? Letzte mal als SpOn von "Tausende" sprach, waren es "...etwa 3.000..." Tausende fordern Misstrauensvotum gegen Janukowitsch Ukraine: Opposition fordert Misstrauensvotum gegen Janukowitsch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-opposition-fordert-misstrauensvotum-gegen-janukowitsch-a-832856.html) Wieviele sind es diesmal? Etwa 2.000? Oder etwa 1.500?
..anno 1989 auf den Montagsdemos ! Sie erinnern sich gewiss...auch damals gingen nur vom Westen gekaufte konterrevolutionäre Verräter und subversive Elemente auf die Strasse. Und wie damals steht das Volk in seiner überwiegenden Zahl hinter der Regierung..jawohlja (hatte ja zuletzt in Wahlen 99% Zustimmung). Die Diktatur will ich mal sehen, die offen zugibt, dass sie nicht die breite Masse des Volkes hinter sich weiss. Gewohnt kritisch halt, unsere Antiamerikanisten
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