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INC-Bericht: Iraker wollen Saddam gesichtet haben

Nach Angaben des Führers des Irakischen Nationalkongresses (INC), Ahmed Tschalabi, ist der gestürzte Diktator Saddam Hussein mehrfach im Norden des Irak gesehen worden. Saddam sinne auf Rache und habe Prämien für die Ermordung von US-Soldaten ausgesetzt.

Saddam angeblich gesichtet: Schimäre oder Realität
REUTERS

Saddam angeblich gesichtet: Schimäre oder Realität

Hamburg - Tschalabi sagte, Saddam meine, er könne die Amerikaner aus dem Irak vertreiben. Für jeden getöteten GI zahle der Ex-Präsident, wie vor dem Krieg angekündigt, Prämien. Laut Tschalabi wurde Saddam in den vergangenen Wochen mehrfach gesehen. Dem Rat für Außenpolitik, einer privaten Forschungseinrichtung in New York, sagte er, Saddam habe sich in den vergangenen Wochen in einem Bogen von Dijala nordöstlich von Bagdad den Tigris entlang bis zu seiner Heimatstadt Tikrit bewegt.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte, ihm lägen keine entsprechenden Informationen vor.

Die Bezahlung für die Tötung von Amerikanern ist für den Expräsidenten angeblich kein Problem. Am 18. März habe dieser über eine Milliarde Dollar in bar aus der Irakischen Zentralbank abgeholt und denke, damit könne er "es aussitzen und den Amerikanern Beine machen", sagte Tschalabi, der zu den prominentesten irakischen Oppositionellen zählt. Nach 40 Jahren im Exil war er Mitte April nach Bagdad zurückgekehrt. Er wurde damals als möglicher Chef einer Übergangsregierung in Bagdad gehandelt und wird von den USA unterstützt.

Ob ein Anschlag in Bagdad, bei dem ein US-Soldat getötet worden ist, mit dem angeblich aktiven Saddam in Verbindung steht ist völlig unklar. Das amerikanische Oberkommando Mitte erklärte am Mittwoch in Bagdad, Truppen seien im Südwesten der irakischen Hauptstadt an einer Abgabestelle für illegale Waffen beschossen worden. Mehrere Angreifer seien aus einem Wagen gesprungen und hätten aus rund 250 Meter Entfernung zwei Granaten auf die Soldaten gefeuert.

Die erste Granate habe ihr Ziel verfehlt, die zweite habe jedoch einen Soldaten getötet und einen weiteren schwer verletzt. Sein Zustand wurde als kritisch beschrieben. Die Angreifer seien geflohen.

Die Fahndung nach den Tätern konzentriert sich unterdessen auf das Gebiet nördlich von Bagdad. Dort suchten US-Einheiten nach Anhängern des gestürzten Staatschefs und nach Mitgliedern paramilitärischer Gruppen. Sie sollen für eine Reihe von Anschlägen verantwortlich sein. Das US-Oberkommando erklärte, nahe dem Ort Balad, etwa 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt, seien bisher rund 400 Menschen festgenommen worden. Außerdem seien Waffen und Munition sichergestellt worden.

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