USA: Uno fordert Rückgabe von Gebieten an Indianer

Die Nachfahren der Ureinwohner sollen ihre heiligen Stätten zurückbekommen: Ein Uno-Bericht fordert die US-Regierung auf, mehr für indigene Gruppen zu tun. Laut einem Sonderberichterstatter steht die Aussöhnung mit den jahrhundertelang benachteiligten Indianern noch immer aus.

USA: Indianer wollen ihr Land zurück Fotos
DPA

New York - Die Vereinten Nationen haben die USA dazu aufgefordert, mehr für die indigenen Völker zu tun. Die Nachfahren der Ureinwohner seien weiterhin benachteiligt, stellte der Uno-Sonderberichterstatter für die Rechte von indigenen Völkern, James Anaya, nach einer zwölftägigen Reise durch die USA fest.

Unter anderem müssten die Betroffenen die Kontrolle über Gebiete erhalten, die ihnen heilig seien. Dazu gehörten die San Francisco Peaks und die Black Hills in South Dakota. Die Rückgabe sei wichtig für die sozioökonomische Entwicklung, Selbstbestimmung und kulturelle Integrität.

Zugleich wies Anaya auf die Probleme hin, die durch den Bergbau entstünden. Beim Abbau von Uran sei es beispielsweise zur Kontamination von Grundwasser gekommen. Zusammenfassend sagte Anaya: "Es gibt weiterhin keine angemessenen Maßnahmen der Aussöhnung, um die Hinterlassenschaften durch die Geschichte der Unterdrückung zu bewältigen."

Anaya besuchte auf seiner Reise die Bundesstaaten Arizona, Alaska, Oregon, Washington, South Dakota und Oklahoma. "Ich habe Geschichten gehört, die zeigen, wie tief die Wunden der indigenen Völker immer noch sind", sagte Anaya in einer Mitteilung. Die Menschen hätten ihm davon berichtet, wie ihnen Land weggenommen wurde, Kinder ihren Familien entrissen wurden, Sprachen verlorengingen und Verträge nicht eingehalten wurden.

Strenge Gesetze erschweren Jagd und Fischfang

Erhebliche Schwierigkeiten gebe es für viele Nachfahren der Ureinwohner in Alaska und im pazifischen Nordwesten der USA, wo viele auf Jagd und Fischfang angewiesen seien. Dort erschwerten es ihnen strenge Gesetze, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Stämme müssten mit "wachsenden Bedrohungen" zurechtkommen, sagte Anaya. In Bezug auf Land und Ressourcen gebe es massive Interessenkonflikte bei der Nutzung von Rohstoffen.

Ein weiterer Streitpunkt ist der Mount Rushmore in den Black Hills, heute eine bedeutende Touristenattraktion. Laut einem Vertrag von 1868 gehört das Territorium den Sioux. Kurz darauf wurde jedoch Gold in der Region gefunden, woraufhin der US-Kongress ein Gesetz verabschiedete, das ihm das Land zuschrieb. Im Jahr 1980 legte der Oberste Gerichtshof fest, dass dies unrechtmäßig geschehen sei, und sprach den Sioux eine Entschädigung zu. Die Indianer jedoch lehnten das Geld ab und fordern weiter eine Rückgabe des Grundbesitzes. James Anaya kündigte an, noch im Lauf dieses Jahr eine Empfehlung für diesen und andere Fälle vorzulegen.

Der Uno-Mitarbeiter berief sich bei seinen Forderungen auf eine Erklärung der Rechte indigener Völker, die US-Präsident Barack Obama im Jahr 2010 unterschrieben hatte.

sto/Reuters/AP

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1. Wenn
integriertertürke77 05.05.2012
die Gesetzeslage für die Indianer spricht,dann sollen sie Ihr Ländereien zurückgegeben werden.Aber gut ist,es wird immer noch U.S.A bleiben.
2.
Zephira 05.05.2012
Man sollte sich damit abfinden, dass Gebietsansprüche sich nach den heutigen Bewohnern zu richten haben. Andernfalls könnte man so manchen Staat auf der Welt für schlicht illegal erklären, weil die ethnische Zusammensetzung nicht der von vor 100, 1.000 oder 10.000 Jahren entspreche. Wobei die Festlegung des Referenz-Zeitpunktes auch noch völlig willkürlich ist...
3. Nicht nur den Sioux
theresarain 05.05.2012
v.a. auch den Western Shoshone wird im Zuge von Goldabbau sowie Atomwaffentests und Endlager für radioaktiven Müll immer noch extremes Unrecht angetan und ihr im "Treaty of Ruby Valley" verbrieftes Recht auf ihr eigenes Land mit Füßen getreten. Schade, dass nicht auch dieses Problem deutlich angesprochen wurde.
4.
theresarain 05.05.2012
Zitat von ZephiraMan sollte sich damit abfinden, dass Gebietsansprüche sich nach den heutigen Bewohnern zu richten haben. Andernfalls könnte man so manchen Staat auf der Welt für schlicht illegal erklären, weil die ethnische Zusammensetzung nicht der von vor 100, 1.000 oder 10.000 Jahren entspreche. Wobei die Festlegung des Referenz-Zeitpunktes auch noch völlig willkürlich ist...
Es gibt einen immer noch gültigen Vertrag mit Western Shoshone und Sioux! Dieser wurde einfach für ungültig erklärt nach Goldfunden in der Gegend. Das ist Unrecht, das auch nach 100 oder 200 Jahren nicht "verjährt" - und etwas völlig anderes als Gebietsansprüche von vor 1000 oder 10.000 Jahren. Die Vertragsparteien bzw. deren Nachfolger existieren noch, insofern muss der Vertrag erfüllt werden, das haben US-Gerichte auch immer wieder festgestellt. Trotzdem werden immer noch Farmer schikaniert, um sie zum Verkauf ihrer Länderereien zu "überreden", Aktivisten zusammengeschlagen und unrechtmäßig inhaftiert, das sind Menschenrechtsverletzungen, von denen man hier in Europa kaum etwas hört. Zudem leben in den betroffenen Gebieten immer noch viele Angehörige der entsprechenden Stämme. Diese sind besonders betroffen von den Atomwaffentests in der Gegend und giftigem Zyankali, das zur Goldgewinnung eingesetzt wird.
5.
hedisbistro 05.05.2012
wenn man alle Gebiete, die durch Kriege ihre Hohheiten wechselten, zurueckgeben wuerde,dan entsteht ein komplet andere Staatenaufteilung und ein neues Weltbild, Indianer in Canada haben soviele Sonderrechte und Gebiete, aber sie wollen immer noch mehr. In den USA sieht es aehnlich aus, Ihr Artikel ist zu einseitig
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