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Terrorattacke in Indien: Feuergefecht auf Luftwaffenbasis an der Grenze zu Pakistan

Polizeipatrouille vor Luftwaffenbasis in Pathankot: 14 Stunden Kampf Zur Großansicht
AFP

Polizeipatrouille vor Luftwaffenbasis in Pathankot: 14 Stunden Kampf

14 Stunden lang haben vier Bewaffnete eine indische Luftwaffenbasis nahe Pakistan attackiert. Alle Angreifer und zwei Soldaten wurden getötet, fünf weitere verletzt. Indien vermutet islamistische Extremisten hinter den Anschlägen.

Bei einem Angriff auf eine Luftwaffenbasis im nordindischen Punjab sind vier Bewaffnete und zwei Angehörige der Luftwaffe getötet sowie fünf weitere Soldaten verletzt worden. Erst nach 14 Stunden Kampf gelang es den Sicherheitskräften, die Attacke auf den Stützpunkt in Pathankot zu beenden, teilte die Polizei mit. Dabei seien alle vier Angreifer getötet worden. Hinter der Attacke wurde die Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed vermutet.

Der Angriff erfolgte zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt. Erst vor wenigen Tagen war Indiens Premierminister Narendra Modi überraschend erstmals seit elf Jahren zu Gesprächen nach Islamabad gereist, um Friedensgespräche zwischen den beiden Nuklearmächten wiederzubeleben. Nun könnte die Attacke diese Bemühungen gefährden.

In der Nacht zum Samstag seien in Armeeuniformen gekleidete Angreifer in den Stützpunkt in Pathankot eingedrungen und hätten dort das Feuer eröffnet, teilten die indischen Sicherheitskräfte mit. Ziel der Attacke sei offenbar die Zerstörung von Kampfflugzeugen und Hubschraubern gewesen. Das hätten die Angreifer aber nicht geschafft. Pathankot liegt rund 50 Kilometer von der pakistanischen Grenze entfernt und unweit der Grenze zum indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir. Auf dem Stützpunkt sind Dutzende Kampfflugzeuge stationiert.

Pakistan verurteilt Attacke

In der Region Punjab herrschte erhöhte Alarmbereitschaft, seitdem am Freitag fünf Männer in Armeeuniformen das Auto eines Polizeioffiziers entführt hatten. Der Wagen war später verlassen an einer Autobahn zwischen Pathankot und Kaschmir gefunden worden. Es ist unklar, ob es einen Zusammenhang mit dem Angriff am Samstag gab.

Bei den Angreifern habe sich die von Pakistan aus operierende militante Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed bekannt, sagte der ranghohe Armeevertreter Satish Dua. Die in Pakistan verbotene Gruppe kämpft für die Abspaltung der mehrheitlich muslimischen Bergregion Kaschmir von Indien.

Nach dem Ende des Schusswechsels durchkämmten Soldaten die Basis auf der Suche nach Terroristen, berichtete der indische Nachrichtensender NDTV. Später meldete der Sender erneute Schusswechsel, Hubschrauber flogen über das weitläufige Gelände.

Indiens Innenminister Rajnath Singh betonte, Delhi wolle Frieden in der Region, würde aber nicht zögern, auf Angriffe zu reagieren. Pakistan verurteilte die Attacke und sprach von einem "terroristischen Vorfall". Die Regierung in Neu-Delhi wirft Pakistan seit Langem vor, antiindischen Rebellengruppen Unterschlupf zu gewähren.

fdi/dpa/AFP

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Staatsoberhaupt:
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