Terroranschlag Pakistanische Extremisten bekennen sich zu Angriff auf indische Armeebasis

Extremisten aus Pakistan versuchen die vorsichtige Annäherung an den Erzfeind Indien zu hintertreiben. Die Dschihadistenorganisation UJC hat sich zu dem Angriff auf eine indische Luftwaffenbasis bekannt.

Indische Soldaten in Pathankot: Suche nach Komplizen läuft
AFP

Indische Soldaten in Pathankot: Suche nach Komplizen läuft


Drei Tage lang lieferten sich Angreifer und Soldaten Gefechte auf einem Luftwaffenstützpunkt im Norden Indiens. Mindestens sechs Täter waren auf das Gelände in Pathankot im Bundesstaat Punjab vorgedrungen. Am Montagabend wurde der Angriff dann niedergeschlagen. Sieben indische Soldaten wurden getötet.

Die Basis liegt knapp 25 Kilometer von der indisch-pakistanischen Grenze entfernt. Noch ist unklar, wie die Täter auf das gesicherte Gelände gelangen konnten. Sicherheitskräfte suchten die Umgebung nach möglichen Komplizen der Angreifer ab. Am Dienstagmittag meldete die Armee, dass sie sechs bewaffnete Verdächtige getötet habe.

Die in Pakistan ansässige Extremistengruppe "Vereinter Dschihad-Rat" (UJC) bekannte sich zu dem Angriff. "Kaschmirische Freiheitskämpfer" hätten die Militärbasis angegriffen, teilte die Organisation mit. Die UJC drohte mit weiteren Anschlägen: "Keine Einrichtung in Indien liegt außerhalb unserer Reichweite."

Die UJC ist ein Zusammenschluss mehrerer Extremistengruppen, die Anschläge gegen indische Einrichtungen verüben. Ihr Anführer Sayed Salahuddin und andere Mitglieder der Allianz treten öffentlich in pakistanischen Städten auf.

Offen bleibt nun, ob ein geplantes Treffen von Top-Diplomaten der beiden Atommächte Mitte Januar wegen der Attacke nun abgesagt wird. Indische Medien meldeten, dass der Angriff die jüngste Annäherung beider Länder gefährde. Erst vor wenigen Tagen war Indiens Regierungschef Narendra Modi überraschend zu Gast bei seinem Amtskollegen Nawaz Sharif in Pakistan, um neue Friedensgespräche voranzutreiben.

syd/dpa/Reuters



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